Zahl der Flüchtlinge

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Im Frühjahr 2016 ging die Zahl der Neuzugänge von Asylsuchenden wieder zurück.

Wie viele Asylanträge werden in Deutschland gestellt?

2018

  • Von Januar bis Ende April 2018 wurden 63.972 Asylanträge gestellt, davon 56.127 Erstanträge.
  • Das sind etwa 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
  • Über 93.381 Anträge hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in dieser Zeit entschieden. Die Schutzquote lag bei 32,5 ProzentDazu zählen Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes, Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention, subsidiär Schutzberechtigte und Fälle von Abschiebungsverbot nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes..
  • 54.790 Asylsuchende sind in dieser Zeit nach Deutschland eingereist und wurden im Kerndatensystem erfasst.QuelleAsylgeschäftsbericht 4/2018, Bundesinnenministerium, Pressemitteilung vom 9.5.2017

2017

Im Gesamtjahr 2017 gab es 222.683 Asylanträge, davon 198.317 Erstanträge. Die Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat in dieser Zeit über 603.428 Anträge entschieden. Die Schutzquote lag bei 43,4 ProzentDazu zählen Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes, Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention, subsidiär Schutzberechtigte und Fälle von Abschiebungsverbot nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes.. 186.644 Asylsuchende sind in dieser Zeit nach Deutschland eingereist.QuelleAsylgeschäftsbericht 12/2017, Bundesinnenministerium, Pressemitteilung vom 15.1.2017

Monatlich aktualisierte Zahlen zu den Asylanträgen bietet der BAMF-Asylgeschäftsbericht.

Woher kommen die Antragsteller?

Zwischen Januar und April 2018 kamen die meisten Asylantragsteller aus folgenden Ländern:

TOP-Herkunftsländer 2017

QuelleBAMF, Asylgeschäftsbericht 4/2018 und 12/2017

Wie hoch ist die Schutzquote in Deutschland?

Über 93.381 Asylanträge hat das BAMF zwischen Januar und Ende April 2018 entschieden. 30.332 Personen wurde Schutz zugesprochen. Das ergibt eine Schutzquote von 32,5 Prozent (Gesamtschutzquote).QuelleAsylgeschäftsbericht 4/2018, Seite 6

Von ihnen erhielten:

Obwohl Asylbescheide auf Bundesebene vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erlassen werden, gibt es beachtliche Unterschiede zwischen den Schutzquoten in den einzelnen Bundesländern. So lag 2017 die Schutzquote für afghanische Asylsuchende in Thüringen bei 51 Prozent – in Brandenburg bei lediglich 30 Prozent. Das BAMF erklärt die Diskrepanzen zum Teil dadurch, dass Asylanträge ungleichmäßig unter den Bundesländern verteilt sind. Eine Untersuchung der Universität Konstanz führt die Unterschiede hingegen auf den sozioökonomischen Hintergrund der Entscheider sowie auf die bürokratische Überlastung der Behörden zurück.QuelleBundestagsdrucksache 19/1371, Seite 13

Jahreszahlen 2017

  • Entscheidungen: 603.428
  • Positive Entscheidungen: 261.642
  • Schutzquote: 43,4 Prozent
  • Flüchtlingsschutz: 119.550 / Asylberechtigte nach Artikel 16a GG: 4.359 / subsidiärer Schutz: 98.074 / Abschiebeverbot: 39.659QuelleAsylgeschäftsstatistik 12/2017

Bereinigte Schutzquote: Die Gesamtschutzquote gibt keine Auskunft darüber, wie viele Asylbewerber tatsächlich schutzbedürftig sind. Denn viele Anträge werden "formell" entschieden, also ohne inhaltliche Prüfung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Asylantrag zurückgezogen wurde oder ein anderes EU-Land zuständig ist. Zieht man von den bearbeiteten Fällen die "formellen EntscheidungenAls formelle Entscheidungen versteht man alle Fälle, die sich anderweitig erledigen, zum Beispiel wenn ein Antrag zurückgezogen wird oder der Bewerber einen deutschen Staatsbürger heiratet oder – was in den meisten Fällen zutrifft – weil nach der Dublin-Verordnung ein anderer Staat für den Asylantrag zuständig ist. " ab, kommt man für den Zeitraum Januar-April 2018 auf eine "bereinigte" Schutzquote von rund 46,9 Prozent. Im Gesamtjahr 2017 lag sie bei 53 Prozent. 2016 sogar bei 71,4 Prozent.QuelleAsylgeschäftsbericht 12/2017, Seite 6, und Bundestagsdrucksache 18/11262, Seite 4

Wie hoch ist der Anteil von Frauen und Kindern?

Unter den Asylbewerbern, die zwischen Januar und Ende April 2018 in Deutschland einen Antrag gestellt haben, waren rund 42 Prozent Mädchen und Frauen. In der Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen gab es mit rund 27,8 Prozent den geringsten Frauenanteil. Unter den Kindern (unter 16 Jahre) ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichener, hier überwiegt der Anteil der Jungen nur leicht. Seit 2016 ist der Frauenanteil unter den Flüchtlingen um etwa sechs Prozentpunkte gestiegen.

Die Flüchtlinge sind im Durchschnitt sehr jung: Rund 74 Prozent der Asylbewerber, die zwischen Januar und Ende April 2018 einen Antrag gestellt haben, waren unter 30 Jahren alt. Minderjährige machten rund 46 Prozent der Asylbewerber aus.QuelleAktuelle Zahlen zu Asyl, April 2018, Seite 7

Wie viele Angehörige ziehen zu Flüchtlingen in Deutschland?

Im Unterschied zu anderen Nicht-EU-Bürgern, die Ehegatten oder Kinder nach Deutschland holen wollen, haben anerkannte Flüchtlinge besondere RechteAufenthG §29 Abs. 2: Sie müssen nicht nachweisen, dass sie dafür über ausreichend Einkommen und Wohnraum verfügen – vorausgesetzt, der Nachzug wird innerhalb von drei Monaten beantragt, nachdem sie als Flüchtlinge anerkannt wurden.

Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge haben das Recht, Ehepartner und minderjährige Kinder nach Deutschland nachzuholen. Unbegleitete Minderjährige können ihre Eltern nachziehen lassenAufenthG §29, Absatz 1.

Besondere Bedingungen gelten auch für Asylbewerber, die subsidiären Schutz erhalten. Ihre Rechte wurden in Deutschland durch das sogenannte Asylpaket II vom März 2016 eingeschränkt: Wer diesen Schutzstatus erhält, durfte bis zum 31. März 2018 keine Familienangehörigen zu sich nach Deutschland holen. Diese Frist wurde bis zum 31. Juli 2018 verlängert. Nach dem Koalitionsvertrag darf die Zahl der Familienzusammenführungen ab dem 1. August 2018 maximal 1.000 Menschen pro Monat betragen – davon sind sogenannte Härtefälle ausgenommen. Von diesen Maßnahmen sind vor allem Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak betroffen. Diese Regelung haben Menschenrechtsorganisationen wiederholt als verfassungs- und europarechtlich nicht zulässigSiehe hierzu etwa Stellungnahme des Deutschen Instituts für Menschenrechte von Dezember 2016 kritisiert.Rechtliche GrundlageAufenthG §104 Absatz 13

Die Zahlen

Die Gesamtzahl der Familienzusammenführungen von Flüchtlingen lässt sich nicht ermitteln. Das Ausländerzentralregister und die Visa-Statistik des Auswärtigen Amtes erfassen lediglich, wie viele Familienangehörige insgesamt aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland eingereistDie BAMF-Statistik unterscheidet sich von der des Auswärtigen Amts, weil die tatsächlichen Einreisen gezählt werden und nicht die Vergabe von Visa zum Zweck der Familienzusammenführung. sind. Wie viele Visa an Angehörige von Flüchtlingen erteilt wurden, wird nicht erfasst.

2017 wurden weltweit 117.992 Visa zum Zwecke des Familiennachzugs vergeben – davon rund 52.800 an Angehörige von Menschen, die aus den drei wichtigsten Flüchtlings-Herkunftsländern kommen:

  • Syrien: 40.725
  • Irak: 10.857
  • Afghanistan: 1.219

QuelleAuswärtiges Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES

2016siehe: "Bundesamt in Zahlen 2016", Seite 94 waren es rund 106.000 Visa – davon etwa 50.000 an Angehörige von syrischen (40.000), irakischen (8.500) und afghanischen (1.500) Flüchtlingen.QuelleAuswärtiges Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES und Bundestagsdrucksache 18/11473, Seite 21

2015 waren es rund 25.300: Davon gingen 21.500 an syrische, rund 2.800 an irakische und rund 1.000 an afghanische Staatsangehörige.QuelleAuswärtiges Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES

Bevor Angehörige nach Deutschland reisen können, müssen sie ein Visum beantragen. Im April 2018 lagen dem Auswärtigen Amt nach eigenen Angaben etwa 45.000 Terminanfragen zur Beantragung eines Visums für den Nachzug zum Schutzberechtigten vor. Davon wurden etwa 23.000 von Angehörigen von subsidiär Schutzberechtigten gestellt, sagt das Auswärtige Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES.QuelleBundestags-Plenarprotokoll 19/28 vom 25.4.2018, Seite 2605

Die Wartezeiten für einen Termin, um ein Visum zu beantragen, sind in den vergangenen zwei Jahren in allen diplomatischen Außenstellen deutlich kürzer geworden: Mussten Antragsteller früher mehr als ein Jahr auf einen Termin warten, können sie in Beirut und Kairo schon nach vier Wochen ihr Visum beantragen – in Ankara und Amman nach einer Woche (Stand: April 2018).QuelleBundestags-Plenarprotokoll 19/28 vom 25.4.2018, Seite 2605

Wie viele Angehörige könnten pro Flüchtling nach Deutschland kommen?

Es ist sehr schwierig einzuschätzen, wie viele Angehörige im Zuge des Familiennachzugs zu anerkannten Flüchtlingen nachreisen könnten. Laut einer Schätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) könnten insgesamt bis zu 100.000 bis 120.000 Ehepartner und Kinder von anerkannten Flüchtlingen nachziehen. Das macht rechnerisch 0,3 nachzugsberechtigte Personen pro erwachsenem Flüchtling. Bei "subsidiär Schutzberechtigten" sind es laut IAB etwa 50.000 bis 60.000 Angehörige zusätzlich, falls der Familiennachzug für sie ab März 2018 wieder zugelassen wird. Diese Schätzung wird auch von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bestätigt: Die Einschätzung der IOM beruht auf eigenen Daten über syrische und irakische Flüchtlinge, die den Familiennachzug nach Deutschland beantragt haben.

Familienzusammenführung im Rahmen der Dublin-Verordnung

Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge können auch Ehegatten und Kinder nachziehen lassen, die sich in anderen europäischen Ländern befinden, das regelt die Dublin-III-VerordnungDublin III VO Artikel 10 sowie Artikel 9. Die "Überstellung" von Familienangehörigen nach Deutschland verläuft jedoch sehr schleppend: In den ersten acht Monaten 2017 hat das dafür zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allein aus Griechenland mehr als 4.500Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion vom 22.8.2017 Überstellungen zugestimmt. In diesem Zeitraum konnten jedoch nur 221 Personen tatsächlich einreisen.

Wie viele Flüchtlinge leben in Deutschland?

In Deutschland lebten laut dem Ausländerzentralregister (AZR) zum Stichtag 31.12.2017 ungefähr 900.000 Menschen, die unter verschiedenen Voraussetzungen Schutz bekommen haben. Das bedeutet einen Anstieg von rund 30 Prozent seit Ende 2016. Etwa jeder Fünfte lebt seit mindestens sechs Jahren in Deutschland.QuelleBundestagsdrucksache 19/633, eigene Berechnungen

Dazu zählen unter anderem (Zahlen gerundet):

  • 41.700 Asylberechtigte nach Artikel 16a des Grundgesetzes. Die meisten von ihnen kommen aus der Türkei und leben schon länger in Deutschland.
  • 602.500 Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien und dem Irak und sind überwiegend in den letzten drei Jahren nach Deutschland gekommen.
  • 192.400 subsidiär Schutzberechtigte. Auch von ihnen kommen die meisten aus Syrien und dem Irak und sind erst vor kurzem nach Deutschland eingereist.
  • 73.400 Menschen, für die ein AbschiebeverbotAbschiebeverbot aufgrund der UN-Anti-FolterKonvention (CAT) gilt. Die meisten von ihnen kommen aus Afghanistan.

Zu den insgesamt 900.000 Menschen, die Schutz erhalten haben, gehören auch:

  • 22.900 Menschen, denen aus "dringenden humanitären oder persönlichen Gründen" ein befristeter AufenthaltAufenthG §25 Absatz 4 gewährt wird.
  • 26.200 Menschen, denen die Bundesländer aus besonderen humanitären GründenAufenthG §23 Schutz gewährt haben. Das ist zum Beispiel der Fall bei Syrern, die im Rahmen der Aufnahmeprogramme der Länder eingereist sind.
  • 51.700 abgelehnte Asylbewerber, deren Ausreise "aus rechtlichen oder tatsächlichen GründenAufenthG §25 Absatz 5" seit mehr als 18 Monaten nicht möglich ist.

Hinzu kommen rund 400.00 Menschen, die auf eine Entscheidung im Asylverfahren warten oder gegen einen Beschluss des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge geklagt haben. Rund 89.000 abgelehnte Asylbewerber leben zudem als sogenannte Geduldete in Deutschland.

Wie groß ist der Bearbeitungsstau bei Asylanträgen?

Ende April 2018 lagen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach eigenen AngabenAsylgeschäftsbericht 4/2018, Seite 7 rund 51.500 Asylanträge, bei denen die Entscheidung noch anstand. Nachdem die Zahl über Jahre angestiegen ist, geht sie seit Oktober 2016 zurück. Gleichzeitig ist aber die Zahl der Asylbewerber gestiegen, die gegen die Bescheide des BAMF klagen: Ende 2017 waren an den Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten rund 372.000Bundestagsdrucksache 19/1371, Seite 51 Verfahren im Bereich Asyl anhängig – doppelt so viele wie im vorherigen Jahr. Rund 22 Prozent aller Klagen waren erfolgreich. Wenn man allerdings die Fälle abzieht, in denen es zu keinem Urteil kam – etwa weil die Klage zurückgenommen wurde oder weil mehrere verbundenen Klagen zusammengezogen wurden – kommt man auf eine Erfolgsquote von rund 41 Prozent.

Nach Angaben der Bundesregierung warteten zum Stichtag 28.2.2018 rund 4.800 Asylbewerber seit mehr als zwei Jahren auf eine Entscheidung vom BAMF. Die durch den Stau entstehende Wartezeit belastet sowohl die Flüchtlinge als auch die Gemeinden, in denen sie untergebracht werden.

Wie viele Asylbewerber gibt es in der EU?

2017

Nach Angaben des Europäischen Statistikamts haben rund 704.600 Menschen einen Asylantrag in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union gestellt (Erst- und Folgeanträge) – das ist etwas mehr als die Hälfte der Asylanträge, die im gleichen Zeitraum 2016 gestellt wurden. Die meisten Antragsteller kamen aus Syrien (105.000), dem Irak (51.700), Afghanistan (47.800) und Nigeria (41.000) .

Die meisten Asylanträge gab es in folgenden LändernEurostat erfasst die Zahl der Asylanträge anders als das Bundesamt für Migration- und Flüchtlinge:

  1. Deutschland: 222.600
  2. Italien: 128.900
  3. Frankreich: 98.600
  4. Griechenland: 58.700
  5. Großbritannien: 33.800

2016

2016 haben laut Eurostat rund 1,2 Millionen Menschen einen Asylantrag in der EU gestellt – die meisten von ihnen aus Syrien (334.800), Afghanistan (183.000) und dem Irak (127.000). Das sind etwa 50.000 weniger Asylsuchende als 2015.

  1. Deutschland: rund 722.300
  2. Italien: ca. 121.200
  3. Frankreich: 76.000
  4. Griechenland:49.000
  5. Österreich: 39.900

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl war die Zahl der Erstantragsteller am höchsten in:

  1. Deutschland: etwa 8,8 Antragsteller pro Tausend Einwohner
  2. Griechenland: etwa 4,6
  3. Österreich: 4,6
  4. Malta: 4
  5. Luxemburg: 3,6

QuelleEurostat, Asylbewerber und erstmalige Asylbewerber, jährlich aggregierte Daten

Bearbeitungsstau: Rund 927.000 Antragsteller warteten zum Stichtag 31.12.2017 in der gesamten EU auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag, davon etwa 444.000 in Deutschland (wobei Eurostat auch anhängige Gerichtsverfahren einberechnet).

Wie viele Menschen sind weltweit auf der Flucht?

In seinem Jahresbericht 2016 schätzt das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) die Zahl der Geflüchteten und Vertriebenen (forcibly displaced) weltweit auf 65,6 Millionen. Mehr als die Hälfte aller Geflüchtete sind KinderDas Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen "UNICEF" hingegen schätzt die Zahl der Flüchtlingskinder weltweit auf 28 Millionen. Allein 2016 ist die Zahl derjenigen, die ihr Zuhause verlassen mussten, um 10,3 Millionen gestiegen – das sind 20 Menschen pro Minute.

  • Der Großteil der Betroffenen, rund 40,3 Millionen, ist innerhalb des eigenen Landes auf der Flucht (Binnenflüchtlinge).
  • Weitere 22,5 Millionen sind anerkannte Flüchtlinge – also Menschen, denen gemäß internationaler AbkommenDazu gehören die "Genfer Flüchtlingskonvention", die "Konvention zur Regelung der besonderen Aspekte der Flüchtlingsprobleme in Afrika", die Satzung des UNHCR sowie eine Reihe regionaler Abkommen zum Flüchtlingsschutz. Eine Übersicht bietet der UNHCR in einem Handbuch, Seite 5-9. Schutz gewährt wurde.
  • 2,8 Millionen sind Asylsuchende – also Flüchtlinge, die noch auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten.

Mehr als die Hälfte aller Geflüchteten, die in einem anderen Land Schutz fanden, kommen aus drei Ländern:

  • Syrien (5,5 Millionen)
  • Afghanistan (2,5 Millionen)
  • Süd-Sudan (1,4 Millionen)

Binnenflüchtlinge und Asylsuchende werden vom UNHCR erst seit 2007 erfasst. Will man die Entwicklung der Flüchtlingszahlen zurückverfolgen, muss man auf die StatistikDiese bezieht sich ausschließlich auf die Flüchtlinge, die unter dem Mandat des UNHCR liegen. Nicht erfasst sind palästinensische Flüchtlinge, die unter dem Mandat des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) liegen. von "anerkannten Flüchtlingen" zurückgreifen. Danach erreichte die Zahl der Geflüchteten im Jahr 1992 mit rund 18 Millionen ihren Höhepunkt. Seit 2012 steigt sie erneut an.QuelleUNHCR: Weltweite Flüchtlingszahlen 1960 bis 2013, auf Anfrage des Mediendienstes; für 2014 siehe UNHCR: Global Trends 2014, Seite 10

Wer nimmt weltweit die meisten Flüchtlinge auf?

Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten: Anders als in Deutschland gibt es in vielen Aufnahmeländern kein funktionierendes Asylsystem. Das heißt, Geflüchtete werden dort nicht automatisch registriert. Mehr als 60 Prozent der etwa 65,3 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, konnten außerdem das eigene Land nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nicht verlassen. Sie werden als sogenannte Internally Displaced People (Binnenflüchtlinge) gezählt. Die meisten Geflüchteten, die Schutz im Ausland finden, bleiben zudem in der Nähe ihrer Heimat. 84 Prozent aller Geflüchtete leben in sogenannten Entwicklungsländern.

Der UNHCR veröffentlicht jedes halbe Jahr Daten darüber, wie viele Menschen schätzungsweise als Flüchtlinge oder "in flüchtlingsähnlichen Bedingungen" leben. Wenn man die Zahlen der im Land lebenden Flüchtlinge und Asylbewerber addiert, stand Deutschland 2016 auf Platz drei der Länder, die die meisten Asylsuchenden weltweit aufgenommen haben.