Zahl der Flüchtlinge

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Im Frühjahr 2016 ging die Zahl der Neuzugänge von Asylsuchenden wieder zurück.

Wie viele Asylanträge werden in Deutschland gestellt?

Zahlen 2017

  • Zwischen Januar und Oktober 2017 wurden 187.226 Asylanträge gestellt, davon 167.573 Erstanträge.
  • Das sind fast ein Viertel der Anträge, die im Vorjahreszeitraum gestellt wurden.
  • Über 546.540 Anträge hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in dieser Zeit entschieden. Die Schutzquote lag bei 43,7 ProzentDazu zählen Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes, Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention, subsidiär Schutzberechtigte und Fälle von Abschiebungsverbot nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes..
  • 156.023 Asylsuchende sind in dieser Zeit nach Deutschland eingereist und wurden im Kerndatensystem erfasst.QuelleAsylgeschäftsbericht 10/2017, Bundesinnenministerium, Pressemitteilung vom 9.11.2017

Zahlen 2016:

  • Im Jahr 2016 wurden in Deutschland insgesamt 745.545 Asylanträge gestellt, davon 722.370 Erstanträge. Das waren 56 Prozent mehr Anträge als 2015 (476.649, davon 441.899 Erstanträge)
  • Die Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak.
  • Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat in dieser Zeit über 695.733 Asylanträge entschieden. Die Schutzquote lag bei rund 62 ProzentDazu zählen Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes, Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention, subsidiär Schutzberechtigte und Fälle von Abschiebungsverbot nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes.. Die Zahl der Entscheidungen ist im Vergleich zu 2015 um 145 Prozent gestiegen (282.726)

Eingereist sind 2016 laut Angaben des Innenministeriums rund 280.000 Asylsuchende. 2015 waren es 890.000. Viele von ihnen konnten aber erst 2016 einen Asylantrag stellen.QuelleAsylgeschäftsstatistik Dezember 2016; Bundesinnenministerium, Pressemitteilung 11.01.2017

Monatlich aktualisierte Zahlen zu den Asylanträgen bietet der BAMF-Asylgeschäftsbericht.

Woher kommen die Antragsteller?

Von Januar bis Oktober 2017 kamen die meisten Asylantragsteller aus folgenden Ländern:

TOP-Herkunftsländer 2016

QuelleBAMF, Asylgeschäftsbericht 10/2017 und 12/2016, Seite 2

Wie hoch ist die Schutzquote in Deutschland?

Über 546.540 Asylanträge hat das BAMF von Januar bis Oktober 2017 entschieden. 239.050 Personen wurde Schutz zugesprochen. Das ergibt eine Schutzquote von 43,7 Prozent (Gesamtschutzquote).QuelleAsylgeschäftsbericht 10/2017, Seite 6

Von ihnen erhielten:

Obwohl Asylbescheide auf Bundesebene vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erlassen werden, gibt es beachtliche Unterschiede zwischen den Schutzquoten in den einzelnen Bundesländern. So lag im ersten Halbjahr 2017 die Schutzquote für afghanische Asylsuchende in Bremen bei 63 Prozent – in Brandenburg bei lediglich 29 Prozent. Das BAMF erklärt die Diskrepanzen zum Teil dadurch, dass Asylanträge ungleichmäßig unter den Bundesländern verteilt sind. Eine Untersuchung der Universität Konstanz führt die Unterschiede hingegen auf den sozioökonomischen Hintergrund der Entscheider sowie auf die bürokratische Überlastung der Behörden zurück.QuelleBundestagsdrucksache 18/13670, Seite 5

Jahreszahlen 2016

  • Entscheidungen: 695.733
  • Positive Entscheidungen: 433.920
  • Schutzquote: 62,4 Prozent
  • Flüchtlingsschutz: 254.016 / Asylberechtigte nach Artikel 16a GG: 2.120 / subsidiärer Schutz: 153.700 / Abschiebeverbot: 24.084QuelleAsylgeschäftsstatistik 12/2016

Bereinigte Schutzquote: Die Gesamtschutzquote gibt keine Auskunft darüber, wie viele Asylbewerber tatsächlich schutzbedürftig sind. Denn viele Anträge werden "formell" entschieden, also ohne inhaltliche Prüfung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Asylantrag zurückgezogen wurde oder ein anderes EU-Land zuständig ist. Zieht man von den bearbeiteten Fällen die "formellen EntscheidungenAls formelle Entscheidungen versteht man alle Fälle, die sich anderweitig erledigen, zum Beispiel wenn ein Antrag zurückgezogen wird oder der Bewerber einen deutschen Staatsbürger heiratet oder – was in den meisten Fällen zutrifft – weil nach der Dublin-Verordnung ein anderer Staat für den Asylantrag zuständig ist. " ab (96.553 Verfahren), kommt man für den Zeitraum Januar-Oktober 2017 auf eine "bereinigte" Schutzquote von rund 53,1 Prozent. Im Gesamtjahr 2016 lag sie bei 71,4 Prozent.QuelleAsylgeschäftsbericht 10/2017, Seite 6, und Bundestagsdrucksache 18/11262, Seite 4

Wie hoch ist der Anteil von Frauen und Kindern?

Unter den Asylbewerbern, die von Januar bis Oktober 2017 in Deutschland einen Antrag gestellt haben, waren 39,1 Prozent Mädchen und Frauen. In der Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen gab es mit rund 29 Prozent den geringsten Frauenanteil. Unter den Kindern (unter 16 Jahre) ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichener, hier überwiegt der Anteil der Jungen nur leicht. Im Vergleich zum Gesamtjahr 2016 ist der Frauenanteil unter den Flüchtlingen um etwa fünf Prozentpunkte gestiegen.QuelleAktuelle Zahlen zu Asyl, Oktober 2017, Seite 7

Die Flüchtlinge sind im Durchschnitt sehr jung: 75,4 Prozent der Asylbewerber waren im ersten Halbjahr 2017 unter 30 Jahren alt. Minderjährige machten 44,8 Prozent der Asylbewerber aus.QuelleAktuelle Zahlen zu Asyl, Oktober 2017, Seite 7

Wie viele Angehörige ziehen zu Flüchtlingen in Deutschland?

Die Gesamtzahl der Familienzusammenführungen von Flüchtlingen lässt sich nicht ermitteln. Das Ausländerzentralregister und die Visa-Statistik des Auswärtigen Amtes erfasst lediglich, wie viele Familienangehörige insgesamt aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland eingereistDie BAMF-Statistik unterscheidet sich von der des Auswärtigen Amts, weil die tatsächlichen Einreisen gezählt werden und nicht die Vergabe von Visa zum Zweck der Familienzusammenführung. sind. 2016siehe: "Bundesamt in Zahlen 2016", Seite 94 waren es rund 106.000. Wie viele von ihnen zu Flüchtlingen gezogen sind, lässt sich nicht sagen.

Im ersten Halbjahr 2017 wurden rund 30.600 Visa zum Zweck der Familienzusammenführung an Angehörige von Menschen erteilt, die aus den drei wichtigsten Flüchtlings-Herkunftsländern kommen:

  • Syrien: 25.500
  • Irak: 4.400
  • Afghanistan: 700

Im Gesamtjahr 2016 waren es rund 50.000:

  • Syrien: 40.000
  • Irak: 8.500
  • Afghanistan: 1.500.QuelleAuswärtiges Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES und Bundestagsdrucksache 18/11473, Seite 21

2015 waren es rund 25.300: Davon gingen 21.500 an syrische, rund 2.800 an irakische und rund 1.000 an afghanische Staatsangehörige.QuelleAuswärtiges Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES

Mitunter müssen Geflüchtete sehr lange warten, bis sie ihre Familien nachholen können. Das liegt an den langen Bearbeitungszeiten in deutschen diplomatischen Vertretungen. Bevor Angehörige nach Deutschland reisen können, müssen sie ein Visum beantragen. Im Oktober 2017 lagen dem Auswärtigen Amt nach eigenen Angaben etwa 70.000 Terminanfragen zur Beantragung eines Visums für den Nachzug zum Schutzberechtigten vor.QuelleAuswärtiges Amt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES

Nach Angaben des Auswärtigen Amts auf Anfrage des MEDIENDIENSTES sind die Wartezeiten je nach Standort sehr unterschiedlich: So warten Antragsteller in Ankara, Istanbul und Izmir im Durchschnitt einen Monat zwischen Registrierung und dem Termin für die Annahme des Visumantrags. In Beirut und Amman dauert die Wartezeit hingegen ungefähr ein Jahr (Stand: Oktober 2017).

Es ist sehr schwierig einzuschätzen, wie viele Angehörige in den kommenden Jahren zu Menschen ziehen werden, die in Deutschland Schutz erhalten haben. Laut einer Schätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) könnten bis zu 100.000 bis 120.000 Ehepartner und Kinder von anerkannten Flüchtlingen nachziehen (Stand: Ende 2017). Bei "subsidiär Schutzberechtigten" sind es etwa 50.000 bis 60.000 Angehörige zusätzlich, falls der Familiennachzug für sie ab März 2018 wieder zugelassen wird.

Unterschiedliche Rechte für unterschiedliche Flüchtlingsgruppen

Im Unterschied zu anderen Nicht-EU-Bürgern, die Ehegatten oder Kinder nach Deutschland holen wollen, haben anerkannte Flüchtlinge besondere RechteAufenthG §29 Abs. 2: Sie müssen nicht nachweisen, dass sie dafür über ausreichend Einkommen und Wohnraum verfügen – vorausgesetzt der Nachzug wird innerhalb von drei Monaten beantragt, nachdem sie als Flüchtlinge anerkannt wurden.

Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge haben das Recht, Ehepartner und Kinder nach Deutschland nachzuholen. Unbegleitete Minderjährige können nur ihre Eltern nachziehen lassenAufenthG §36, Absatz 1.

Besondere Bedingungen gelten auch für Asylbewerber, die subsidiären Schutz erhalten. Ihre Rechte wurden in Deutschland durch das sogenannte Asylpaket II vom März 2016 eingeschränkt: Wer diesen Schutzstatus erhält, darf bis zum 16. März 2018 keine Familienangehörigen zu sich nach Deutschland holen. 2016 waren davon vor allem Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak betroffen. Diese Regelung haben Menschenrechtsorganisationen wiederholt als verfassungs- und europarechtlich nicht zulässigSiehe hierzu etwa Stellungnahme des Deutschen Instituts für Menschenrechte von Dezember 2016 kritisiert.Rechtliche GrundlageAufenthG §104 Absatz 13

Familienzusammenführung im Rahmen der Dublin-Verordnung

Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge können auch Ehegatten und Kinder nachziehen lassen, die sich in anderen europäischen Ländern befinden, das regelt die Dublin-III-VerordnungDublin III VO Artikel 10 sowie Artikel 9. Die "Überstellung" von Familienangehörigen nach Deutschland verläuft jedoch sehr schleppend: In den ersten acht Monaten 2017 hat das dafür zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allein aus Griechenland mehr als 4.500Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion vom 22.8.2017 Überstellungen zugestimmt. In diesem Zeitraum konnten jedoch nur 221 Personen tatsächlich einreisen.

Wie viele Flüchtlinge leben in Deutschland?

In Deutschland lebten laut dem Ausländerzentralregister (AZR) zum Stichtag 30.6.2017 ungefähr 900.000 Menschen, die unter verschiedenen Voraussetzungen Schutz bekommen haben. Das bedeutet einen Anstieg von rund 30 Prozent seit Ende 2016. Etwa jeder Fünfte lebt seit mindestens sechs Jahren in Deutschland.QuelleBundestagsdrucksache 18/13537, eigene Berechnungen

Dazu zählen unter anderem (Zahlen gerundet):

  • 40.500 Asylberechtigte nach Artikel 16a des Grundgesetzes. Die meisten von ihnen kommen aus der Türkei und leben schon länger in Deutschland.
  • 547.000 Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien und dem Irak und sind überwiegend in den letzten zwei Jahren nach Deutschland gekommen.
  • 152.000 subsidiär Schutzberechtigte. Auch von ihnen kommen die meisten aus Syrien und dem Irak und sind erst vor kurzem nach Deutschland eingereist.
  • 54.000 Menschen, für die ein AbschiebeverbotAbschiebeverbot aufgrund der UN-Anti-FolterKonvention (CAT) gilt. Die meisten von ihnen kommen aus Afghanistan.

Darüber hinaus gibt es mehrere Zehntausend Menschen, die aus anderen Gründen einen Aufenthaltstitel bekommen haben. Dazu gehören etwa (Zahlen gerundet):

  • 23.700 Menschen, denen aus "dringenden humanitären oder persönlichen Gründen" ein befristeter AufenthaltAufenthG §25 Absatz 4 gewährt wird.
  • 28.400 Menschen, denen die Bundesländer aus besonderen humanitären GründenAufenthG §23 Schutz gewährt haben. Das ist zum Beispiel der Fall bei Syrern, die im Rahmen der Aufnahmeprogramme der Länder eingereist sind.
  • 50.300 abgelehnte Asylbewerber, deren Ausreise "aus rechtlichen oder tatsächlichen GründenAufenthG §25 Absatz 5" seit mehr als 18 Monaten nicht möglich ist.

Hinzu kommen knapp eine halbe Million Menschen, die erst vor kurzem als Asylsuchende eingereist sind und auf eine Entscheidung im Asylverfahren warten oder gegen einen Beschluss des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge geklagt haben. Rund 160.000 abgelehnte Asylbewerber, die nicht abgeschoben werden konnten, leben zudem als sogenannte Geduldete in Deutschland.QuelleBundestagsdrucksache 18/13537, eigene Berechnungen

Wie groß ist der Bearbeitungsstau bei Asylanträgen?

Ende Oktober 2017 lagen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach eigenen AngabenAsylgeschäftsstatistik 10/2017, Seite 7 rund 87.200 Asylanträge bei denen die Entscheidung noch anstand. Nachdem die Zahl über Jahre angestiegen ist, geht sie seit Oktober 2016 zurück. Gleichzeitig ist aber die Zahl der Asylbewerber gestiegen, die gegen die Bescheide des BAMF klagen: Ende Juni 2017 waren an den Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten knapp 322.000Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion (BT-Drucksache 18/3675) Verfahren im Bereich Asyl anhängig – fünf Mal so viele wie im vorherigen Jahr.

Nach Angaben der Bundesregierung warteten Ende Dezember 2016 rund 25.300 Asylbewerber seit mehr als zwei Jahren auf eine Entscheidung vom BAMF. Die durch den Stau entstehende Wartezeit belastet sowohl die Flüchtlinge als auch die Gemeinden, in denen sie untergebracht werden.

Wie viele Asylbewerber gibt es in der EU?

2017

Nach Angaben des Europäischen Statistikamts haben im ersten Halbjahr 2017 rund 341.000 Menschen einen Asylantrag in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union gestellt – das ist ungefähr die Hälfte der Asylanträge, die im gleichen Zeitraum 2016 gestellt wurden. Die meisten von ihnen kamen aus Syrien (45.555), Afghanistan (24.380), Nigeria (22.155) und dem Irak (21.505).

Die meisten Asylanträge gab es in folgenden Ländern:

  1. Deutschland: 101.280 (Minus 305 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
  2. Italien: 72.125 (Plus 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
  3. Frankreich: 47.090 (Plus 15 Prozent)
  4. Griechenland: 27.845 (Plus 56 Prozent)
  5. Großbritannien: 16.355 (minus 26 Prozent)

2016

2016 haben laut Eurostat rund 1,2 Millionen Menschen einen Asylantrag in der EU gestellt – die meisten von ihnen aus Syrien (334.800), Afghanistan (183.000) und dem Irak (127.000). Das sind etwa 50.000 weniger Asylsuchende als 2015.

  1. Deutschland: rund 722.300
  2. Italien: ca. 121.200
  3. Frankreich: 76.000
  4. Griechenland:49.000
  5. Österreich: 39.900

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl war die Zahl der Erstantragsteller am höchsten in:

  1. Deutschland: etwa 8,8 Antragsteller pro Tausend Einwohner
  2. Griechenland: etwa 4,6
  3. Österreich: 4,6
  4. Malta: 4
  5. Luxemburg: 3,5

QuelleEurostat, Asylbewerber und erstmalige Asylbewerber, jährlich aggregierte Daten

Bearbeitungsstau: Rund 959.000 Antragsteller warteten zum Stichtag 30.6.2017 in der gesamten EU auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag, davon etwa 474.000 in Deutschland (wobei Eurostat auch anhängige Gerichtsverfahren einberechnet).

Wie viele Menschen sind weltweit auf der Flucht?

In seinem Jahresbericht 2016 schätzt das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) die Zahl der Geflüchteten und Vertriebenen (forcibly displaced) weltweit auf 65,6 Millionen. Mehr als die Hälfte aller Geflüchtete sind KinderDas Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen "UNICEF" hingegen schätzt die Zahl der Flüchtlingskinder weltweit auf 28 Millionen. Allein 2016 ist die Zahl derjenigen, die ihr Zuhause verlassen mussten, um 10,3 Millionen gestiegen – das sind 20 Menschen pro Minute.

  • Der Großteil der Betroffenen, rund 40,3 Millionen, ist innerhalb des eigenen Landes auf der Flucht (Binnenflüchtlinge).
  • Weitere 22,5 Millionen sind anerkannte Flüchtlinge – also Menschen, denen gemäß internationaler AbkommenDazu gehören die "Genfer Flüchtlingskonvention", die "Konvention zur Regelung der besonderen Aspekte der Flüchtlingsprobleme in Afrika", die Satzung des UNHCR sowie eine Reihe regionaler Abkommen zum Flüchtlingsschutz. Eine Übersicht bietet der UNHCR in einem Handbuch, Seite 5-9. Schutz gewährt wurde.
  • 2,8 Millionen sind Asylsuchende – also Flüchtlinge, die noch auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten.

Mehr als die Hälfte aller Geflüchteten, die in einem anderen Land Schutz fanden, kommen aus drei Ländern:

  • Syrien (5,5 Millionen)
  • Afghanistan (2,5 Millionen)
  • Süd-Sudan (1,4 Millionen)

Binnenflüchtlinge und Asylsuchende werden vom UNHCR erst seit 2007 erfasst. Will man die Entwicklung der Flüchtlingszahlen zurückverfolgen, muss man auf die StatistikDiese bezieht sich ausschließlich auf die Flüchtlinge, die unter dem Mandat des UNHCR liegen. Nicht erfasst sind palästinensische Flüchtlinge, die unter dem Mandat des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) liegen. von "anerkannten Flüchtlingen" zurückgreifen. Danach erreichte die Zahl der Geflüchteten im Jahr 1992 mit rund 18 Millionen ihren Höhepunkt. Seit 2012 steigt sie erneut an.QuelleUNHCR: Weltweite Flüchtlingszahlen 1960 bis 2013, auf Anfrage des Mediendienstes; für 2014 siehe UNHCR: Global Trends 2014, Seite 10

Wer nimmt weltweit die meisten Flüchtlinge auf?

Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten: Anders als in Deutschland gibt es in vielen Aufnahmeländern kein funktionierendes Asylsystem. Das heißt, Geflüchtete werden dort nicht automatisch registriert. Mehr als 60 Prozent der etwa 65,3 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, konnten außerdem das eigene Land nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nicht verlassen. Sie werden als sogenannte Internally Displaced People (Binnenflüchtlinge) gezählt. Die meisten Geflüchteten, die Schutz im Ausland finden, bleiben zudem in der Nähe ihrer Heimat. 84 Prozent aller Geflüchtete leben in sogenannten Entwicklungsländern.

Der UNHCR veröffentlicht jedes halbe Jahr Daten darüber, wie viele Menschen schätzungsweise als Flüchtlinge oder "in flüchtlingsähnlichen Bedingungen" leben. Wenn man die Zahlen der im Land lebenden Flüchtlinge und Asylbewerber addiert, stand Deutschland 2016 auf Platz drei der Länder, die die meisten Asylsuchenden weltweit aufgenommen haben.