Ausländerzentralregister 07.03.2014

In Deutschland leben 7,6 Millionen Ausländer

In den vergangenen Jahren kamen mehr Menschen nach Deutschland, als ausgewandert sind. Das zeigen nun auch die neuen Zahlen des Ausländerzentralregisters (AZR): Mehr als 7,6 Millionen Einwohner mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit sind dort im vergangenen Jahr erfasst worden – ein Anstieg von rund 6 Prozent. Das ist die höchste Zahl, seit es das AZR gibt. Allerdings weicht sie von anderen Erhebungen ab, die deutlich niedriger liegen.



Zahl der Ausländer in den letzten 15 Jahren. Quelle: Statistisches Bundesamt

Das Ausländerzentralregister (AZR) ist nach eigenen Angaben "ei­nes der ganz großen au­to­ma­ti­sier­ten Re­gis­ter der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land". Rund 25 Mil­lio­nen per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten­sät­ze über Ausländer mit Aufenthaltstitel oder Asylsuchende werden hier verwaltet. Die Zahl der registrierten Ausländer hat 2013 laut Angaben des Statistischen Bundesamts "ein Rekordniveau" erreicht: Mehr als 7,6 Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit seien hier im vergangenen Jahr erfasst worden. Seit Einführung des AZR in 1967 sei das der höchste Wert.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ausländerzahl um 5,8 Prozent gestiegen, das entspricht rund 400.000 mehr Menschen. Damit sind rund 9,3 Prozent der Bevölkerung Ausländer, knapp jeder zehnte Einwohner. Allerdings gilt: Die Angaben aus dem AZR stimmen nicht überein mit der Bevölkerungsfortschreibung im Mikrozensus und der Volkserhebung "Zensus 2011", wo deutlich weniger Ausländer erfasst wurden. Grund dafür sind "Unterschiede in den Erhebungsmethoden", wie das Statistische Bundesamt dem Mediendienst erklärt.

Der Anstieg in 2013 setzt sich im Ausländerzentralregister zusammen aus der Anzahl der Zuwanderer und der Geburten. Davon abgezogen wird jeweils die Zahl der Fortzüge und der Sterbefälle, sowie 100.000 Eingebürgerte.

75 Prozent der Menschen, die neu registriert wurden, kamen aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – allen voran Einwanderer aus Polen, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Italien.

Die Zahl türkischer Staatsangehöriger ist mit 21 Prozent unter allen registrierten Ausländern die größte. Allerdings sinkt sie seit Jahren: 2013 um 1,6 Prozent, das entspricht rund 26.000 Personen weniger.

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Von Dena Kelishadi