Bevölkerung

Wie groß ist die Bevölkerung in Deutschland? Wie viele Einwanderer und Nachkommen von Einwanderern sind darunter? Hier stellen wir Ihnen regelmäßig aktualisierte Zahlen mit den Originalquellen zur Verfügung.

Wie viele Ausländer leben in Deutschland?

Die Zahl der Ausländer – also der Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit – variiert je nach Erhebung:

  • Unter den rund 81 Millionen Einwohnern in Deutschland lebten 2014 laut Mikrozensus 7,2 Millionen Ausländer – das entspricht neun Prozent der Bevölkerung. Davon hatten 1,3 Millionen "keine Migrationserfahrung", weil sie in Deutschland geboren sind. Zum Vergleich: 2013 lebten demnach 6,8 Millionen Ausländer in Deutschland.QuelleStatistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 277 vom 03. August 2015 und Pressemitteilung Nr. 402/14 vom 14. November 2014.
  • Laut Ausländerzentralregister (AZR) lebten Ende 2015 rund 9,11 Millionen Ausländer in Deutschland. 2014 waren es noch 8,15 Millionen.QuelleStatistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21.03.2016

Grund für die Abweichungen zwischen den Zahlen des Mikrozensus und des Ausländerzentralregisters sind laut Statistischem Bundesamt unterschiedliche Erhebungsmethoden. Mit dem "Zensus 2011" wurde die Bevölkerungsfortschreibung auf eine neue Grundlage gestellt und die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer seit dem Mikrozensus 2013 um über eine Millionen nach unten korrigiert.

Wie viele "Menschen mit Migrationshintergrund" leben in Deutschland?

Ende 2014 leben in Deutschland rund 16,4 Millionen Menschen mit einem sogenannten MigrationshintergrundMit Migrationshintergrund werden statistisch alle Bürger erfasst, die nach 1949 in die heutige Bundesrepublik Deutschland eingewandert sind, sowie alle hier geborenen Ausländer. Auch Eingebürgerte gehören dazu, ebenso wie alle Deutschen mit mindestens einem zugewanderten oder ausländischen Elternteil. Quelle: NdM-Glossar und Statistisches Bundesamt
– das entspricht 20,3 Prozent der Bevölkerung.

  • Mit 9,2 Millionen hat die Mehrheit von ihnen einen deutschen Pass (56 Prozent).
  • Lediglich 7,2 Millionen davon sind Ausländer.
  • Rund 11 Millionen davon haben "eigene Migrationserfahrung", sind also im Ausland geboren und eingewandert.

Insgesamt leben in Deutschland rund 81 Millionen Einwohner. QuelleStatistisches Bundesamt, Ergebnisse des Mikrozensus 2014, Fachserie 1 Reihe 2.2, S. 38 und Pressemitteilung vom 16.3.2015.

In einem Informationspapier für den MEDIENDIENST erläutert die Sozialanthropologin Dr. Anne-Kathrin Will, wie Zuwanderer und ihre Nachkommen in der Statistik erfasst werden.

Bevölkerungsanteile nach Herkunftsland

Die Zahlen der Menschen mit MigrationshintergrundMit Migrationshintergrund werden statistisch alle Bürger erfasst, die nach 1949 in die heutige Bundesrepublik Deutschland eingewandert sind, sowie alle hier geborenen Ausländer. Auch Eingebürgerte gehören dazu, ebenso wie alle Deutschen mit mindestens einem zugewanderten oder ausländischen Elternteil. Quelle: NdM-Glossar und Statistisches Bundesamt
werden nicht nur in Deutsche und Ausländer unterteilt, sondern auch in Personen "mit und ohne eigene Migrationserfahrung". Von den 16,4 Millionen Menschen haben rund 10,9 Millionen eine eigene Migrationserfahrung, sind also aus dem Ausland eingewandert (Stand: Ende 2014).QuelleStatistisches Bundesamt, Pressemitteilung zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Mikrozensus 2014.

Von denen, die selbst nach Deutschland eingewandert sind, stammen die meisten aus Europa: Rund 69 Prozent der 10,9 Millionen Menschen mit Migrationserfahrung kommen aus europäischen Ländern (inklusive Türkei), knapp 37 Prozent davon aus EU-Mitgliedsländern.

Von allen Menschen mit Migrationshintergrund stammen

  • 17,4 Prozent aus der Türkei,
  • 9,9 Prozent aus Polen,
  • 7,3 Prozent aus der Russischen Föderation,
  • 5,6 Prozent aus Kasachstan.

QuelleStatistisches Bundesamt, Bevölkerung nach Migrationshintergrund nach Mikrozensus 2014, Seite 7.

Von den 3,1 Millionen Aussiedlern bzw. Spätaussiedlern stammen 1,4 Millionen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion – vor allem aus Kasachstan (568.000) und der Russischen Föderation (555.000) und. Daneben sind Polen (570.000) und Rumänien (209.000) wichtige Herkunftsländer.QuelleStatistisches Bundesamt, Bevölkerung nach Migrationshintergrund nach Mikrozensus 2014, Seite 7.

Wie alt sind Einwanderer und ihre Kinder in Deutschland?

Deutschlands Einwohner mit Migrationshintergrund sind deutlich jünger als diejenigen ohne. Bei den unter 10-Jährigen stellen Kinder aus Einwandererfamilien rund 35 Prozent der Bevölkerung. Unter den älteren Jahrgängen sind dementsprechend weniger Menschen mit Migrationsbezügen: Bei den Altersgruppen bis 45 Jahre liegt ihr Anteil zum Teil bei über 20 Prozent, bei den über 65-Jährigen sind es nur 9 Prozent.QuelleBAMF, Migrationsbericht 2014, S. 193

Eine Sonderauswertung des Mikrozensus 2011 zeigt Unterschiede zwischen den Bundesländern: Am höchsten ist der Anteil von Einwandererkindern bei den unter 6-Jährigen in Bremen (58 Prozent) gefolgt von Hamburg (49 Prozent) und Hessen (46 Prozent). In den neuen Bundesländern dagegen stammt nur jedes zehnte Vorschulkind aus einer Einwandererfamilie.QuelleStatistisches Bundesamt: Bevölkerung nach Migrationsstatus regional – Ergebnisse des Mikrozensus 2011, S. 10ff

Quelle: BAMF, <a href="http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Migrationsberichte/migrationsbericht-2014.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank">Migrationsbericht</a> 2014, S. 192

Entwicklung der Bevölkerung bis 2060: Wie viel Einwanderung nötig ist

Die aktuell hohe Zuwanderung hat "nur sehr eingeschränkte Auswirkungen auf die langfristige Bevölkerungsentwicklung", erklärte das Statistische Bundesamt im Februar 2016. Der Trend zur Alterung der Bevölkerung könne dadurch nicht umgekehrt werden. Die hohe Nettozuwanderung könne lediglich das Tempo und das Ausmaß der Alterung mindern.

Die Statistiker rechnen weiterhin damit, dass die Bevölkerung in den kommenden Jahren schrumpft – auch wenn der Wanderungsgewinn derzeit positiv ausfällt. Denn für die Bevölkerungsgröße ist neben der Einwanderung und der Lebenserwartung der Einwohner auch das so genannte "Geburtendefizit" ausschlaggebend. Und hier ist die Bilanz seit Jahren negativ, mit steigender Tendenz. Ab 2050, so berechnen Statistiker, werden jährlich rund 400.000 mehr Menschen sterben als geboren. Gleichzeitig gehen die Experten davon aus, dass sich der WanderungsüberschussVon einem Wanderungsgewinn oder -überschuss wird gesprochen, wenn in einem bestimmten Zeitraum mehr Zuzüge als Fortzüge zu verzeichnen sind. in den kommenden Jahren wieder verringert.Quelle13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung zur "Bevölkerung Deutschlands bis 2060", Bundesamt für Statistik, 2015

Statistisches Bundesamt, 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung
Quelle: Statistisches Bundesamt, 13. koordinierte <a href="https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/BevoelkerungDeutschland2060Presse5124204159004.pdf?__blob=publicationFile">Bevölkerungsvorausberechnung</a> 2015

WIE HÄTTE SICH DIE BEVÖLKERUNG OHNE EINWANDERUNG ENTWICKELT?