Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin 22.09.2016

Nur wenige Parlamentarier mit Migrationshintergrund

Im Berliner Abgeordnetenhaus sind Menschen mit Migrationshintergrund deutlich unterrepräsentiert. Das ergab eine Umfrage des MEDIENDIENSTES INTEGRATION bei den Parteien und Fraktionen auf Grundlage der vorläufigen Wahlergebnisse. Demnach werden nur rund neun Prozent der künftigen Parlamentarier (15 von 160) einen Migrationshintergrund haben. In der Berliner Gesamtbevölkerung liegt der Migrationsanteil hingegen bei rund 28 Prozent.



Die Parteien teilten auf Nachfrage des MEDIENDIENSTES mit, wie viele ihrer künftigen Abgeordneten aus Einwandererfamilien kommen. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • In der SPD haben sieben der 38 künftigen Parlamentarier im Abgeordnetenhaus einen Migrationshintergrund (18,4 Prozent).
  • Bei den Grünen sind es fünf von 27 Abgeordneten (18,5 Prozent).
  • Bei der Linken hat ein Abgeordneter einen Migrationshintergrund (3,7 Prozent).
  • Insgesamt wurden 27 Linken-Abgeordnete gewählt.

  • Bei der CDU hat eine gewählte Abgeordnete einen Migrationshintergrund (3,2 Prozent). Gewählt wurden 31 Abgeordnete der Christdemokraten.

  • Bei der FDP hat keiner der zwölf künftigen Parlamentarier einen Migrationshintergrund.
  • Bei der AfD hat ein Parlamentarier einen Migrationshintergrund (vier Prozent). Insgesamt wurden 25 AfD-Abgeordnete gewählt.

Folgende Kandidaten mit Migrationshintergrund wurden gewählt:

Im Deutschen Bundestag sind aktuell 37 Parlamentarier mit Migrationshintergrund vertreten. Das entspricht einem Anteil von 5,9 Prozent, wie eine MEDIENDIENST-Recherche ergab.

Von Pavel Lokshin