Informationspapier 19.02.2016

Aus welchen Ländern kommen die meisten Flüchtlinge?

Das Herkunftsland von Flüchtlingen entscheidet zunehmend, wie es ihnen in Deutschland ergeht: Zum Beispiel, wie schnell ihr Asylantrag bearbeitet wird oder ob sie an Integrationskursen teilnehmen können. Wie aber ist die Situation in den Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kommen? Der MEDIENDIENST hat in einem INFORMATIONSPAPIER die Lage in den "Top Ten" Herkunftsländern zusammengefasst.



"Die Entscheidung, ob Asyl gewährt werden kann, hängt immer vom Einzelschicksal ab", erklärt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf seiner Webseite. Die Staatsbürgerschaft von Asylbewerbern spielt demnach keine Rolle dafür, ob sie Schutz in Deutschland erhalten oder nicht. Doch seit einiger Zeit sind die deutschen Behörden dazu übergegangen, Anträge nach Herkunftsländern zu gruppieren und unterschiedlich zu behandeln.

Beschleunigte Verfahren gibt es beispielsweise für Menschen aus Ländern mit einer besonders "guten" oder "schlechten Bleibeperspektive". Eine gute Perspektive bieten demnach Länder, die eine Schutzquote von über 50 Prozent aufweisen. 2015 waren das: Syrien, Irak, Eritrea und Iran. Besonders schlechte Aussichten auf Schutz in Deutschland haben Menschen aus "sicheren HerkunftsstaatenDeutschland hat einige Länder zu "sicheren Herkunftsstaaten" erklärt (nicht zu verwechseln mit sicherer Drittstaat). Die deutschen Behörden gehen davon aus, dass dort "keine politische Verfolgung oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung" stattfindet. Deshalb sind die Chancen auf Schutz und Asyl gering, wenn man aus diesen Ländern kommt. Per Gesetz ist geregelt, dass darunter alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union fallen, ebenso wie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien. Aktuell ist geplant, auch Algerien, Marokko und Tunesien in diese Liste aufzunehmen. Quelle: BAMF, Asylpaket II. Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration

", deren Anträge ebenfalls zügig bearbeitet werden. Unter den zehn häufigsten Herkunftsländern sind vier, welche die Bundesregierung als "sicher" einstuft: Albanien, Kosovo, Serbien und Mazedonien.

Der MEDIENDIENST hat in einem aktualisierten INFORMATIONSPAPIER die Lage in den "Top Ten" Herkunftsländern von Asylsuchenden zusammengefasst. Als Quellen dienen staatliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen.

Die Asylanträge von Flüchtlingen, die auf Grund ihres Herkunftslandes weder besonders gute noch besonders schlechte Chancen auf Schutz haben, bleiben dafür länger liegen. So mussten laut BundesregierungBundestagsdrucksache 18/6860, Seite 10-14 Pakistaner im dritten Quartal im Durchschnitt knapp 14 Monate warten. Bei Afghanen sind es ebenfalls rund 13 Monate, obwohl ihre Schutzquote bei 47 Prozent liegt und damit beinahe "gute Bleibeperspektive" darstellt.

Es spielt also eine große Rolle, aus welchem Land ein Flüchtling kommt. 2015 kamen die meisten Asylbewerber aus:

  1. Syrien (163.000)
  2. Albanien (55.000)
  3. Kosovo (37.000)
  4. Afghanistan (32.000)
  5. Irak (31.000)
  6. Serbien (27.000)
  7. Ungeklärt (12.000)
  8. Mazedonien (14.000)
  9. Eritrea (11.000)
  10. Pakistan (8.000)

Neu in der Statistik ist eine große Gruppe von Menschen, deren Herkunftsland als "ungeklärt" angegeben wird. Das BAMF erklärt auf Anfrage des MEDIENDIENSTES, dass es sich bei vielen von ihnen um Kurden und Palästinenser aus Syrien handelt.

Autor: Dennis Mehmet