Im ersten Quartal 2026 hat die Polizei 3.253 politisch rechts motivierte Straftaten registriert, darunter 96 Gewaltdelikte. Die Zahlen sind vorläufig, es können Nachmeldungen folgen.
Im Jahr 2025 zählte die Polizei 42.544 politisch rechts motivierte Straftaten. Nach deutlichen Anstiegen in den Vorjahren ist die Zahl kaum gesunken (2024: 42.788, minus 0,6 Prozent). Mit 50 Prozent machten rechts motivierte Straftaten den größten Teil aller politisch motivierten Straftaten aus. Die Behörden erfassten auch 1.598 rechte Gewaltdelikte. Die Zahl der rechten Gewalttaten ist um sieben Prozent gestiegen (2024: 1.488). Auch 2025 waren die meisten rechten Straftaten Propagandadelikte (59 Prozent), wie etwa das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Die meisten rechts motivierten Straftaten pro 100.000 Einwohner gab es 2025 in Mecklenburg-Vorpommern (145), Sachsen-Anhalt (142) und Brandenburg (139).
Im Jahr 2025 wurden 3.543 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren einer rechten Straftat verdächtigt, 89 Prozent davon waren Jungen. Die Angaben sind vorläufig, es können Nachmeldungen folgen. 2024 hatte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt (s. Grafik).
Studien des Center for Research on Extremism der Universität Oslo zeigen: Die Gefahr rechtsextremer Gewalt ist in Deutschland im Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern anhaltend hoch. 2023 verzeichnete Deutschland in absoluten Zahlen die meisten vollendeten rechtsextremen Angriffe. Die absoluten Zahlen können wegen einer anderen Zählweise von den Zahlen der deutschen Behörden abweichen.
Untererfassung rechter Straftaten
Politische Taten erfasst die Polizei in der Statistik zur Politisch Motivierten Kriminalität (PMK). Erfasst werden fünf sogenannte Phänomenbereiche: rechts, links, nicht zuzuordnen, ausländische Ideologie, religiöse Ideologie. Fachleuten zufolge hat die PMK Schwächen, die dazu führen können, dass die Polizei politische Taten nicht erkennt oder nicht zuordnen kann:
- Eingangsstatistik: Bereits zu Beginn der polizeilichen Ermittlungen prüfen örtliche Beamt*innen, ob eine Tat möglicherweise politisch motiviert war. Die Einordnung als beispielsweise politisch links oder rechts motiviert erfolgt also zu einem sehr frühen Zeitpunkt, spätere Erkenntnisse werden oft nicht in der Statistik berücksichtigt.
- Fehlende Sensibilisierung: Ob die Polizei eine Tat als politisch motiviert einstuft, hängt maßgeblich von der Einschätzung der zuständigen Beamt*innen ab und ob sie zum Beispiel szenetypische Codes erkennen.
- Uneinheitliches Vorgehen: Es gibt keine einheitlichen Formulare zur Erfassung politisch motivierter Straftaten. Wie Straftaten eingestuft werden, kann sich zwischen einzelnen Polizeidienststellen und den Bundesländern deutlich unterscheiden.
- Ungenaue Definitionen: Damit eine Tat als politisch motiviert gilt, muss die politische Motivation "tatauslösend" sein. Das ist schwer festzustellen. Unklar ist dabei etwa, ob das generelle Verhalten und Einstellungen der Verdächtigen entscheidend sind, oder nur die Motivation während der Tat.
-
Untererfassung rechter Straftaten: Verbände weisen darauf hin, dass Betroffene rechter Gewalt oft wenig Vertrauen in Behörden haben und Straftaten nicht anzeigen.