2025 lebten in Deutschland rund 21,8 Millionen Menschen mit sogenannter Einwanderungsgeschichte. Das bedeutet: Sie sind entweder selbst oder ihre beiden Elternteile seit 1950 in das heutige Gebiet Deutschlands eingewandert (Eingewanderte, Nachkommen von Eingewanderten). Ihr Anteil an der Bevölkerung lag bei 26,3 Prozent.
Unter Kindern und Jugendlichen (bis 20 Jahre) lag der Anteil der Menschen mit Einwanderungsgeschichte höher als in der Gesamtbevölkerung (28,9 Prozent). Menschen mit Einwanderungsgeschichte waren 2025 im Schnitt 38,2 Jahre alt, diejenigen ohne Einwanderungsgeschichte hingegen 47,6 Jahre.
Von den 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte
- haben rund 9,7 Millionen einen deutschen Pass
- sind etwa 12,1 Millionen Ausländerinnen und Ausländer
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sind rund 16,4 Millionen "Eingewanderte", sind also im Ausland geboren und eingewandert.
Korrekturen nach dem Zensus 2022
Nach dem Zensus 2022 lebten in Deutschland (Stichtag 15. Mai 2022) 1,4 Millionen Menschen weniger als bisher angenommen. Besonders die Zahl der Ausländer*innen wurde überschätzt: Nach dem Zensus 2022 lebten in Deutschland eine Million Ausländer*innen weniger als nach der bisherigen Fortschreibung. Vor allem wurde die Zahl der Ausländer und Geflüchteten, die weniger als 10 Jahre in Deutschland leben überschätzt. So leben in Deutschland 10 Prozent weniger Syrer*innen als bisher angenommen (das sind 125.000 Menschen). Auch die Bevölkerung aus Afghanistan und der Ukraine wurde um jeweils 9 Prozent überschätzt. Die aus dem Irak um 8 Prozent. Grund dafür ist vermutlich, dass viele Ausländer*innen in dieser Zeit ohne Abmeldung ausgereist sind. Die Bevölkerungsfortschreibung nach dem Zensus ist die Grundlage für zahlreiche Statistiken – u.a. wird sie für die Berechnung der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte und Migrationshintergrund angewandt sowie als Hochrechnungsrahmen für den Mikrozensus.
"Einwanderungsgeschichte" versus „Migrationshintergrund”
Ab 2021 stellt das Statistische Bundesamt seine Statistiken um. Die wichtigste Neuerung: Neben dem "Migrationshintergrund" wird nun auch die "Einwanderungsgeschichte" erfasst. Die neue Kategorie "Einwanderungsgeschichte" umfasst weniger Menschen (21,8 Millionen im Vergleich zu 25,8 Millionen mit "Migrationshintergrund").
Der wichtigste Unterschied: Es geht nicht mehr darum, ob ein Elternteil oder man selbst mit der deutschen Staatsangehörigkeit geboren wurde. Sondern darum, ob man selbst oder beide Eltern eingewandert sind. Nicht enthalten sind also etwa Personen in der zweiten Generation, von denen nur ein Elternteil eingewandert ist (ca. 4,2 Millionen).
Zum Hintergrund: Die statistische Kategorie Migrationshintergrund stand seit Jahren in der Kritik, sie sei ungenau und stigmatisierend. Seit dem Mikrozensus für 2021 erhebt das Statistische Bundesamt auf Empfehlung der "Fachkommission der Bundesregierung zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit" auch Zahlen zu "Eingewanderten und ihren direkten Nachkommen" – also zu Personen, die selbst eingewandert sind sowie zu ihren Kindern.
Demnach lebten 2025 in Deutschland 16,4 Millionen Menschen, die seit 1950 eingewandert sind. Das sind ungefähr 19,8 Prozent aller Einwohner*innen. In der sogenannten zweiten Generation gibt es rund 5,4 Millionen Personen, bei denen beide Elternteile eingewandert sind und weitere rund 4,2 Millionen Personen, bei denen nur ein Elternteil eingewandert ist. Letztere zählen nach der Definition der Fachkommission nicht zu Personen mit einer Einwanderungsgeschichte.
Wichtige Quellen
Die wichtigsten Unterschiede zwischen "Migrationshintergrund" und "Eingewanderte und ihre Nachkommen" gibt es im Mediendienst-Factsheet.
Zahlen und Statistiken zu "Menschen mit Einwanderungsgeschichte" beim Statistischen Bundesamt: LINK