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Das Wichtigste in Kürze:
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Jede fünfte Pflegekraft kam 2025 aus dem Ausland (20 Prozent, +2,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr). Insgesamt arbeiten mehr als 350.000 ausländische Pflegekräfte in Deutschland. Seit 2022 geht das Beschäftigungs-Wachstum in der Pflege ausschließlich auf ausländisches Personal zurück.
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Von den gut 350.000 ausländischen Pflegekräften in Deutschland arbeiten 205.000 in der Krankenpflege und 148.000 in der Altenpflege. Ihr Anteil an den Beschäftigten insgesamt ist in der Altenpflege höher (23 Prozent) als in der Krankenpflege (18 Prozent).
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In einzelnen Regionen sind ausländische Altenpflegekräfte inzwischen in der Mehrheit: In der Metropolregion München in Bayern und in Frankfurt/Main hat mehr als die Hälfte der Beschäftigten in der Altenpflege eine ausländische Staatsbürgerschaft. In Ostdeutschland ist ihr Anteil deutlich geringer.
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Auch die Zahl der ausländischen Ärzte ist in den letzten Jahren gestiegen (71.480, +0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr). Ihr Anteil an den berufstätigen Ärztinnen und Ärzten liegt bei 16 Prozent.
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Deutlich gestiegen ist die Zahl der syrischen Ärzte: Nach Herkunftsland bilden sie die größte Gruppe mit rund 7.300 syrischen Ärztinnen und Ärzten (7.330, +10 Prozent).
- Einige Herkunftsländer benötigen ihre Pflegekräfte inzwischen selbst. Mehrere Länder beendeten 2025 ihre engere Zusammenarbeit mit Deutschland bei der Anwerbung von Pflegekräften: Vietnam, Jordanien und Bosnien und Herzegowina.
Ausländische Pflegekräfte
Im Jahr 2025 arbeiteten rund 350.000 ausländische Pflegekräfte in Deutschland (352.600 oder 20 Prozent von 1,76 Millionen Beschäftigten insgesamt, +2,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr). Das sind fünfmal so viele wie 2013.
Der Pflegebereich umfasst zwei Bereiche: die Kranken- und die Altenpflege. In der Krankenpflege arbeiten rund 205.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus dem Ausland, in der Altenpflege sind es 148.000. In der Altenpflege lag ihr Anteil höher (23 Prozent) als in der Krankenpflege (18 Prozent).
Im Vergleich zum Vorjahr ist sowohl die Gesamtzahl der ausländischen Beschäftigten in Pflegeberufen als auch ihr Anteil gestiegen. Das Wachstum der in der Pflege tätigen Personen geht seit 2022 ausschließlich auf ausländisches Personal zurück. Die Anzahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit (2025: 1,41 Millionen) nimmt seit 2021 ab.
Besonders viele Pflegekräfte kamen aus:
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den Westbalkanstaaten (54.700),
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Asylherkunftsländern (33.300)
- und Polen (23.800).
Im Gesundheitswesen insgesamt gab es im Vergleich zum Vorjahr starke Anstiege bei Beschäftigten etwa aus der Ukraine (+43,8 Prozent), Indien (+37,7 Prozent), Syrien (+11,6 Prozent) und Philippinen (+10,5 Prozent).
Die Zahl der ausländischen Pflegekräfte fällt je nach Region sehr unterschiedlich aus. Laut einer Studie sind ausländische Altenpflegekräfte „vor allem in den Metropolregionen München und Rhein-Main präsent", während ihre Anteile im Osten eher gering ausfallen, so die Untersuchung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. In Frankfurt, Mannheim oder München hat inzwischen die Mehrheit der Altenpflegekräfte eine ausländische Staatsbürgerschaft.
Der Anteil von ausländischen Pflegekräften betrug im Jahr 2025 rund 20 Prozent. Zählt man Menschen mit Migrationshintergrund insgesamt, liegt der Anteil deutlich höher (Krankenpflege: 33,1 Prozent, Altenpflege: 37,4 Prozent), so Zahlen des Mikrozensus.
Der Bedarf an Pflegekräften wird durch die Alterung der Gesellschaft weiter steigen, bis 2049 voraussichtlich um ein Drittel (auf 2,15 Millionen). Laut der Pflegekräfte-Vorausberechnung werden 2049 zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte fehlen.
Der Pflegesektor ist in zunehmendem Maße auf Zuwanderung angewiesen, so Forschende, "um die Gesundheitsversorgung flächendeckend in Stadt und Land sicherzustellen." Um eine Abwanderung von zugewanderten Pflegekräften zu verhindern, sei neben einem diskriminierungsfreien Arbeitsumfeld und Karrierechancen auch die Lösung alltäglicher Probleme wichtig, wie etwa der Zugang zu Wohnraum und Alltagsmobilität, so eine aktuelle Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
96 Prozent der befragten Krankenhäuser beschäftigen aktuell oder in den letzten fünf Jahren ausländische Pflegekräfte, welche aufgrund der Arbeit nach Deutschland kamen oder aus einer grenznahen Region pendeln, so eine Umfrage von 2024.
Ausländische Ärzte
Seit 2000 ist die Zahl ausländischer Ärzt*innen, die in Deutschland arbeiten, stetig gestiegen. Ende 2025 waren es mehr als 71.000 (71.480, +0,8 Prozentpunkte) oder 16 Prozent aller berufstätigen Ärztinnen und Ärzte, so die Bundesärztekammer. Das sind etwa doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Die meisten kommen aus:
- Syrien (7.330),
- Rumänien (4.241) und der
- Türkei (3.142),
- sowie Russland (2.854) und Österreich (2.658).
Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte mit Einwanderungsgeschichte dürfte deutlich höher liegen. Laut Hochrechnung des Statistischen Bundesamts lag ihr Anteil in der Human- und Zahnmedizin im Jahr 2024 bei 24 Prozent. Ein Teil der zugewanderten Ärztinnen und Ärzte besitzt inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft und kann aufgrund des Merkmals Staatsangehörigkeit nicht von Ärztinnen und Ärzten ohne Einwanderungsgeschichte unterschieden werden.
Auch im ländlichen Raum sind ausländische Ärzte wichtig. Zum Beispiel haben in Hildburghausen in Thüringen 80 Prozent der Ärzte Migrationshintergrund, so Medienberichte. Auch eine Mediendienst-Recherche von 2024 zu Ärzten in Thüringen zeigte höhere Anteile in ländlichen Gebieten.
Nach dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024 wurde in Deutschland über die Folgen einer Rückkehr von Syrerinnen und Syrern debattiert. Syrische Ärztinnen und Ärzte stellen die größte Gruppe ausländischer Ärzte in Deutschland (7.330). Laut Bundesärztekammer verließen im Jahr 2025 etwa 2.200 Ärzte Deutschland (2.234), davon etwa die Hälfte mit ausländischer Staatsbürgerschaft (998).
Ausländische Fachkräfte seien "unverzichtbar" für eine flächendeckende Versorgung. Aber viele seien "zutiefst verunsichert" angesichts rechtspopulistischer Migrationsdebatten, stellten Ärzte- und Pflegeverbände 2025 in einem gemeinsamen Aufruf fest.
Anwerbung im Ausland
Migrationsabkommen
Deutschland hat mit mehreren Ländern außerhalb der EU Abkommen oder Vereinbarungen zur Fachkräfte-Zuwanderung geschlossen, darunter Brasilien, Indien oder Kenia. Speziell bei Indonesien 2021 und Indien 2026 wurde hervorgehoben, dass es dabei um Pflegekräfte ging. Die Absichtserklärung zur Anwerbung von Fachkräften aus Brasilien wurden inzwischen wieder ausgesetzt.
"Triple Win"
Über das Programm "Triple Win" sind von 2013 bis 2025 rund 6.000 Pflegekräfte ins Land gekommen (6.033). Im Jahr 2025 waren es 915, so die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Die meisten der rund 6.000 Pflegekräfte kamen aus Philippinen (2.473), Bosnien und Herzegowina (918), Serbien (825) und Indien (662). Derzeit beteiligen sich an dem Programm Indien, die Philippinen, Indonesien und Tunesien.
Neben "Triple Win" gibt es das Projekt "Apal", ein eigenständiges Programm der Bundesagentur für Arbeit zur Anwerbung von Pflegekräften aus Lateinamerika (El Salvador, Mexiko, Kolumbien). Über das Programm kamen bislang insgesamt 1.680 Pflegekräfte nach Deutschland, davon 337 im Jahr 2025. In dem Jahr kamen die meisten aus Mexiko (174).
Einige Länder sind aus den Programmen inzwischen wieder ausgestiegen. So etwa Serbien 2021 oder Brasilien 2024. Als Grund gaben beide Länder an, die Pflegekräfte selbst zu benötigen. Im Jahr 2025 beendeten Vietnam, Jordanien und Bosnien und Herzegowina ihre engere Zusammenarbeit zur Anwerbung von Pflegekräften, "aufgrund stark rückläufiger Bewerber- bzw. Interessentenzahlen", so die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage.
Westbalkan-Regelung
Besonders viele Pflegekräfte kamen in den letzten Jahren aus den Westbalkanstaaten (54.700). Nach Herkunftsländern sind sie die größte Gruppe ausländischer Pflegekräfte. Für sie gilt die "Westbalkan-Regelung" (mehr zur Regelung). Arbeitskräfte aus Balkanstaaten haben es leichter als Menschen aus anderen Nicht-EU-Staaten. Für sie genügt eine konkrete Job-Zusage, um nach Deutschland zu kommen. Seit dem Start der Westbalkanregelung 2017 hat sich ihre Zahl im Pflegebereich verdreifacht (54.700, Juni 2025, s. Grafik oben).
Neues Fachkräfteeinwanderungsgesetz
Über das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz kommen bislang noch vergleichsweise wenige Pflegekräfte. Aus den Philippinen zum Beispiel kamen 2024 rund 850 Fachkräfte insgesamt über die neue Regelung, nur ein Teil davon Pflegekräfte. Die meisten Fachkräfte kamen aus Philippinen, Türkei, Tunesien und Indien, insgesamt waren es 5.245 laut dem Monitoring des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
Kritik an Zuwanderung
Sozialverbände betonen, dass Zuwanderung den Personalmangel in der Pflege zwar mindern, aber nicht lösen werde. Zudem müsse ein "Care Drain" verhindert werden, also eine zu starke Abwanderung aus Ländern, die bereits selbst einen Fachkräftemangel im Gesundheitswesen haben. Aus diesem Grund verzichtet Deutschland auf die Anwerbung aus solchen Ländern. Ärztevereinigungen fordern, mehr für eine "gleichwertige Ausbildung" der Mediziner aus dem Ausland zu sorgen.
Sprachprobleme und Diskriminierung
Trotz des großen Mangels gibt es Probleme bei der Integration ausländischer Fachkräfte. Teils sind es langwierige Verfahren bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse, teils eine fehlende "Willkommenskultur". Ausländische Beschäftigte verdienen weniger als ihre deutschen Kolleg*innen, etwa weil sie häufiger in der ambulanten Pflege arbeiten, was schlechter bezahlt ist.
In einer nicht-repräsentativen Umfrage des Bundesverbands der Pflegeberufe gaben 2025 rund die Hälfte der Befragten an, im Alltag Diskriminierung zu erleben. Internationale Fachkräften berichten häufig davon, dass ihnen bei der Arbeit die Qualifikation abgesprochen werde. Fehlende Schutzkonzepte dagegen und unzureichendes "On-Boarding" erschwerten die Inklusion, so eine qualitative Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim). Immerhin: Nur ein kleiner Teil gab an, eine Rückkehr ins Herkunftsland zu planen (2 Prozent).
Die größte Hürde bleibt die Sprache, da viele Pflegekräfte mit B1-Kenntnissen einreisen, die im Pflegealltag jedoch nicht ausreichen - insbesondere für medizinische Fachbegriffe und die Kommunikation mit Patient*innen. Ein Teil des Pflegefachpersonals sucht wegen all dieser Faktoren nach alternativen Zielländern statt Deutschland.
Zudem gab es in jüngster Zeit vermehrt Medienberichte über ausbeuterische Strukturen und dubiose Praktiken von Vermittlungs-Agenturen bei ausländischen Pflegekräften, etwa in Sachsen oder Berlin. Der größte Teil der Anwerbungen läuft über private Vermittlungs-Agenturen – deutlich mehr als über staatliche Stellen wie im Triple-Win-Programm. Um unfairen Praktiken in diesem Bereich zu begegnen, gibt es Initiativen wie das Gütesiegel „Faire Anwerbung Pflege", das vor allem die Anwerbung betrifft.
Expertinnen-Zitat
Yasemin Bekyol, Forscherin im Projekt "Gesundheit! Teilhabe im Pflegesektor" der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
"Deutschland ist auf zugewanderte Pflegekräfte angewiesen. Das hat die Politik inzwischen verstanden und die Gesetze für die Zuwanderung verbessert. Aber unsere mehrjährige Forschung zeigt: Es sind nicht fehlende Erkenntnisse, sondern ein Umsetzungsdefizit.
Es sollte auch nicht nur auf die Arbeitskraft geschaut werden, sondern auf die Person als Ganzes. Das ist eine gesamtgesellschaftliche und dauerhafte Aufgabe. Denn auch nach der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags sind viele alltägliche Probleme zu lösen: Diskriminierung am Wohnungsmarkt, Sprachbarrieren bei Behörden und Unterstützung bei sozialer Teilhabe. Sonst besteht die Gefahr, dass mühsam angeworbene Fachkräfte nicht bleiben."
Wichtige Quellen
- Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zu ausländischen Pflegekräfte
- Bundesregierung (2025) in Bundestags-Anfrage zu Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege (2025)
- Studie zu Alltagsproblemen ausländischer Pflegekräfte: Stiftung Mercator / Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (2025)
- Studie des IAB zu ausländischen Pflegekräften und Fachkräftesicherung (2024)
- Ärztestatistik 2025