2026
Von Januar bis Juli 2026 ist die Zahl der Ankünfte auf den Haupt-Fluchtrouten im Mittelmeerraum um rund 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken – auf rund 53.550 Personen (Land- und Seewege). Die Ankünfte von 72.000 Migrant*innen im spanischen Ceuta Ende Juli sind darin bislang nicht erfasst.
Die größte Gruppe von Geflüchteten und Migrant*innen erreichte die Europäische Union in diesem Zeitraum über die östliche Mittelmeer Route nach Griechenland/Kreta. Hier kamen bis Ende Juli 2026 rund 19.500 Personen an (Land- und Seewege) – das sind rund 25 Prozent weniger Menschen als im Vorjahreszeitraum. Die meisten landeten auf der Insel Kreta, die neuerdings zum Haupt-Ankunftspunkt im östlichen Mittelmeer geworden ist. Besonders auf der Libyen-Kreta Route ist die Zahl der Ankünfte seit 2025 stark gestiegen. Die meisten Geflüchteten, die Griechenland erreichten,kamen aus Bangladesch, dem Sudan und Afghanistan. Darüber hinaus erreichten rund 800 Personen die Insel Zypern.
In Italien ist die Zahl der Ankünfte über die zentrale Mittelmeer-Route zwischen Januar und Juli 2026 um rund 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen – auf rund 16.050 Personen. Hier kamen insbesondere Personen aus Bangladesch, Somalia und dem Sudan an (Ankünfte via Seeweg).
InSpanien (inklusive der westafrikanischen Route zu den Kanarischen Inseln) gab es von Januar bis Juli 2026 rund 17.100 Ankünfte (Land- und Seewege) - etwa auf den Kanarischen Inseln und den Balearen. Das sind rund 16 Prozent weniger Ankünfte als im Vorjahreszeitraum. Die meisten Personen kamen (Stand: Ende Juni) aus Algerien, Marokko und Mali. Ende Juli kam es zu einer großen Migrationsbewegung von Marokko ins spanische Ceuta. Laut spanischer Regierung gelangten kurzzeitig 72.000 Menschen irregulär in die Exklave. In den Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks sind diese Ankünfte bislang nicht erfasst (Stand: 5.8.2026).
2025
Auch 2025 war die Zahl der Geflüchteten auf den Haupt-Fluchtrouten nach Europa zurückgegangen. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge ging die Gesamtzahl der Ankünfte über die drei Haupt-Fluchtrouten über das Mittelmeer um rund 23 Prozent auf rund 153.500 Personen zurück. Auch nach der EU-Grenzschutzagentur Frontex ging die Zahl der unerlaubten Grenzübertritte nach Europa 2025 (inklusive Westbalkan- und Belarus-Routen) um rund ein Viertel auf ca. 166.900 zurück (Jan-Nov 2025).
In Griechenland kamen über die Land- und Seegrenzen rund 47.800 Personen an. Das sind etwa 23 Prozent weniger Geflüchtete als im Vorjahr. Die meisten landeten auf die Insel Kreta (ca. 19.900 Personen). Besonders auf der Libyen-Kreta Route hatte sich 2025 die Zahl der Ankünfte mehr als verdreifacht. Die meisten Geflüchtete, die Griechenland erreichten, kamen aus Aufghanistan (rund 26 Prozent), dem Sudan (21 Prozent) und Ägypten (20 Prozent). Darüber hinaus erreichten rund 2.400 Personen die Insel Zypern (63 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr)
In Italien ist die Zahl der Ankünfte über die zentrale Mittelmeer-Route mit rund 66.000 Personen nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr geblieben. Hier kamen insbesondere Personen aus Bangladesch (31 Prozent), Ägypten (14 Prozent) und Eritrea (12 Prozent) an.
InSpanien (inklusive der westafrikanischen Route zu den Kanarischen Inseln) gab es 2025 rund 54.800 Ankünfte – davon 17.700 auf den Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Das sind 14 Prozent weniger Ankünfte als 2024. Die meisten Personen kamen aus Algerien (29 Prozent), Mali (20 Prozent) und Marokko (15 Prozent).
Auch über die sogenannte Westbalkan-Route (Serbien, Nordmazedonien, Bosnien-Herzegowina) kamen deutlich weniger Menschen in die Europäische Union. Der UNHCR schätzt, dass ungefähr 8.555 Personen zwischen Januar und October 2025 auf der Westbalkan Route unterwegs waren – 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.