Wie viele Wahlberechtigte haben Einwanderungsgeschichte?

Weniger als die Hälfte der Menschen mit Einwanderungsgeschichte durfte bei der letzten Bundestagswahl wählen. Sie sind aber in vielen Städten eine wichtige Zielgruppe für Parteien.

Einwanderungsgeschichte und Migrationshintergrund – den Unterschied erklären wir in diesem Artikel

Wahlberechtigte mit Einwanderungsgeschichte bei Bundestagswahlen 

Bei der Bundestagswahl 2025 hatten rund 12,8 Prozent der Wahlberechtigten eine EinwanderungsgeschichteEinwanderungsgeschichte hat, wer selbst zugewandert ist oder wessen Eltern beide zugewandert sind; ist nicht gleichzusetzen mit dem Migrationshintergrund. Beiden Begriffen liegen feststehende, statistische Definitionen zugrunde. Weitere Erläuterungen zu den Definitionen und Hinweisen zur Verwendung gibt es hier und hier (7,5 Millionen PersonenHochrechnung des Mikrozensus für Ende 2024. ). Statistisches Bundesamt (2025): Mikrozensus – Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte 2024, Tabelle 12211-46, eigene Berechnung

Ende 2024 hatten 17,4 Millionen Erwachsenen eine EinwanderungsgeschichteEinwanderungsgeschichte hat, wer selbst zugewandert ist oder wessen Eltern beide zugewandert sind; ist nicht gleichzusetzen mit dem Migrationshintergrund. Beiden Begriffen liegen feststehende, statistische Definitionen zugrunde. Weitere Erläuterungen zu den Definitionen und Hinweisen zur Verwendung gibt es hier und hier.. Weniger als die Hälfte von ihnen war wahlberechtigt (43,2 Prozent).  Statistisches Bundesamt (2025): Mikrozensus – Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte 2024, Tabelle 12211-46, eigene Berechnung

An den Bundestagswahlen kann teilnehmen, wer volljährig ist und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. 

Wahlberechtigte mit Migrationshintergrund bei den Landtagswahlen 

Auch bei Landtagswahlen können nur deutsche Staatsbürger abstimmen. Den höchsten Anteil an Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund hatte Ende 2025 laut Mikrozensus Bremen mit 20 Prozent, den niedrigsten Thüringen mit 3,5 Prozent. In der Hälfte der Bundesländer liegt das Wahlalter bei Landtagswahlen bei 16 Jahren, in der anderen Hälfte bei 18 Jahren.  Statistisches Bundesamt, Hochrechnung des Mikrozensus auf Anfrage des Mediendienstes (September 2026); Deutsches Kinderhilfswerk: Wahlalter Landtagswahlen sowie Landtag NRW: Landtagswahlen 

Wahlberechtigte mit Migrationshintergrund: Bundestagswahlen 2013, 2017, 2021

In Deutschland lebten 2021 rund 8 Millionen volljährige Deutsche mit MigrationshintergrundWer die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt oder mindestens einen Elternteil hat, bei dem das der Fall ist, hat einen "Migrationshintergrund". Quelle: Statistisches Bundesamt (2022): Mikrozensus. Das geht aus den Daten des Mikrozensus hervor. Sie durften an der Bundestagswahl 2021 teilnehmen und stellten rund 14 Prozent der Wahlberechtigten. Bei der Bundestagswahl 2017 machten Wahlberechtigte mit Migrationshintergrund 10,2 Prozent aller Wahlberechtigten aus, 2013 waren es rund neun Prozent. Statistisches Bundesamt (2022): "Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Ergebnisse des Mikrozensus 2021 (Erstergebnisse), S. 68; SVR (2018): "CDU und CSU sind erstmals die beliebtesten Parteien bei Zuwanderinnen und Zuwanderern", Pressemitteilung vom 27. September 2018; Bundeswahlleiter: Pressemitteilung vom 13. August 2013

Wahlberechtigte bei Europawahlen

Bei anderen Wahlen, wie etwa der zum Europaparlament, sind insgesamt mehr Personen wahlberechtigt. Denn auch EU–Ausländer*innen, die in Deutschland leben, dürfen dann mitabstimmen. Und 2024 durften erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren erstmals wählen. Laut Bundeswahlleiter waren zur Europawahl 2024 etwa 64,9 Millionen Personen wahlberechtigt, davon rund 60,9 Millionen Personen mit deutschem Pass. Bundesministerium für Justiz: Europawahlgesetz - EuW, "Gesetz über die Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland (Europawahlgesetz - EuWG) § 6 Wahlrecht, Ausübung des Wahlrechts", § 6, LINK; Bundeswahlleiter (2024) Pressemitteilung Nr. 06/24, 21. Februar, LINK;