Wie viele geflüchtete Kinder gehen in die Kita?

Geflüchtete Kinder besuchen deutlich seltener eine Kita als gleichaltrige Kinder ohne Migrationshintergrund. Oft finden die Eltern keinen Kitaplatz.

Geflüchtete Kinder haben ein Anrecht auf einen Kitaplatz. Ausnahmen gelten in vielen Bundesländern für Kinder, die in Erstaufnahmeeinrichtungen leben.

Ende 2024 lebten mehr als 270.000 geflüchteteSchutzsuchende mit offenem Schutzstatus, mit anerkanntem Schutzstatus und geduldet. (Daten aus dem Ausländerzentralregister – AZR) Kinder unter sieben Jahren in Deutschland. Mehr als 126.000 von ihnen kamen aus asiatischen Ländern – vor allem aus Syrien und Afghanistan.Der Paritätische Gesamtverband (2026): Kita-Bericht 2026, S.14ff.

Laut dem Kita-Bericht 2026 des Paritätischen Gesamtverbands ist der Anteilca. 3.000 Kitas wurden 2025 angefragt. der Kitas, die Kinder aus geflüchteten Familien betreuen, in den vergangenen Jahren gestiegen. 2025 waren es 79,8 Prozent der Kitas – 2023 noch etwa 73 Prozent.Der Paritätische Gesamtverband (2026): Kita-Bericht 2026, S.13ff.

Kinder mit Fluchterfahrung seltener in Kitas

Obwohl viele Einrichtungen Kinder aus geflüchteten Familien betreuen, ist ihre Zahl dort dennoch kleiner als die der Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund: Laut einer Studie des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe lag ihr Anteil 2018 bei 79,2 Prozent. Bei gleichaltrigen Kindern ohne Migrationshintergrund waren es 97,9 Prozent und bei Kindern mit Migrations-, aber ohne Fluchthintergrund 94,2 Prozent. Ein häufiger Grund ist, dass die Familien in ihrer Region keinen Kitaplatz finden. Außerdem hängt die Platzvergabe oft davon ab, ob die Eltern berufstätig sind.Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (2021): Forschung Kompakt, Studie ReGES, S.7

Der Großteil der befragten Eltern wünscht sich, dass ihre Kinder eine Kita besuchen: Sie erhoffen sich Kontakt zur deutschen Sprache (98,2 Prozent), zu anderen Kindern (97,6 Prozent) und zur deutschen Kultur (95,8 Prozent). Von den befragten Erzieher*innen stimmten 94,1 Prozent der Aussage zu, die "Integration von Kindern mit Fluchthintergrund gelingt in ihrer Einrichtung insgesamt gut".Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (2021): Forschung Kompakt, Studie ReGES, S.8

Aus der Ukraine geflüchtete Kinder unterrepräsentiert

Laut dem alle zwei Jahre erscheinenden Bericht „Bildung in Deutschland 2024” stammt seit Anfang 2022 ein besonders hoher Anteil geflüchteter Kinder aus der Ukraine. Im Vergleich sind diese Kinder in Kitas allerdings unterrepräsentiert. Nach etwa einem Jahr Aufenthalt in Deutschland besuchten zu Beginn des Jahres 2023 gerade mal 51 Prozent der geflüchteten Kinder aus der Ukraine unter sechs Jahren eine Kita (12 Prozent der Unter-Dreijährigen, 63 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen).Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.): Bericht „Bildung in Deutschland 2024”, S. 95-96 LINK

Bis Mitte 2023 stieg der Anteil von aus der Ukraine geflüchteten Kindern in Kindertagesbetreuungen laut Bildungsbericht auf 62 Prozent an (26 Prozent der Unter-Dreijährigen, 76 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen). Dennoch liege der Anteil von aus der Ukraine geflüchteten Kindern in Kitas weiterhin unter dem der gleichaltrigen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (Unter-Dreijährige: 36 Prozent, Drei- bis Unter-Sechsjährige: 91 Prozent) und bewege sich auf dem Niveau von Kindern mit Einwanderungsgeschichte (Unter-Dreijährige: 22 Prozent, Drei- bis Unter-Sechsjährige: 78 Prozent).Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.): Bericht „Bildung in Deutschland 2024”, S. 96 LINK

Kita-Nutzung hilft auch geflüchteten Müttern

Folgen seien Teilhabebarrieren, etwa was den Spracherwerb oder die Ausbildung angehe – das gelte auch für die Mütter der Kinder. Auswertungen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) im Rahmen des Berichts „Bildung in Deutschland 2024” zeigen, dass aus der Ukraine geflüchtete Mütter häufiger Angebote der medizinischen Versorgung, Hilfe bei der Arbeitssuche oder beim Deutschlernen wahrnehmen, wenn ihre Kinder in der Kita betreut werden.Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.): Bericht „Bildung in Deutschland 2024”, S. 8, S. 95 LINK