Rassismuserfahrungen können die Gesundheit beeinflussen und wirken sich auf soziale Beziehungen, Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten aus.
Menschen mit Diskriminierungserfahrungen schätzen ihren Gesundheitszustand häufiger als “weniger gut” oder “schlecht” ein (24,7 Prozent) als Personen ohne Diskriminierungserfahrungen (14 Prozent). Außerdem haben sie eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich ängstlich, traurig oder einsam zu fühlen. Das zeigen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Diskriminierungserfahrungen können zudem das Vertrauen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen.
Laut dem Rassismusmonitor 2026 des DeZIM-Instituts haben Personen, die häufig Diskriminierung erfahren, insgesamt ein geringeres Vertrauen in staatliche Institutionen wie Polizei, Justiz oder Politik. Diskriminierungserfahrungen spielen eine wichtige Rolle: Unter Befragten, die nicht als deutsch wahrgenommen werden und keine Diskriminierung erfahren, vertrauen 90 Prozent der Polizei; unter denen mit häufiger Diskriminierungserfahrung sind es 65 Prozent.
Rassismus wirkt sich auf die psychische Gesundheit aus
Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen beeinflussen direkt die psychische Gesundheit, zeigen Studien der Universität Mannheim und der NaDiRa-Bericht 2025 des DeZIM. Neben kurzfristigen Auswirkungen wie Wut und Feindseligkeit, können sie zu Angststörungen und Depressionen führen. Jede dritte Person, die häufig Diskriminierung erlebt, leidet unter moderaten bis schweren Symptomen – im Vergleich zu 10 Prozent bei Nicht-Betroffenen.
Langfristige Folgen rassistischer Gewalt
Einem Bericht der Agentur der Europäische Union für Grundrechte (FRA) 2023 zufolge können rassistische Gewalterfahrungen das Sicherheitsgefühl, die Gesundheit und das Verhalten von Menschen beeinflussen.
Höheres Armutsrisiko
Häufig wird eine geringere Bildung oder schlechter bezahlte Arbeit für das höhere Armutsrisiko verantwortlich gemacht. Doch auch unmittelbare Diskriminierung dürfte eine Rolle spielen. Das legen neuere Studien nahe, die sich besonders "rassistisch markierte" Menschen angeschaut haben. So erleben einige Gruppen häufiger Diskriminierung, zum Beispiel schwarze Frauen oder muslimische Männer – und sie haben ein deutlich höheres Armutsrisiko als Deutsche oder Migrant*innen ohne "sichtbaren" Migrationshintergrund. Mehr dazu hier.