In Deutschland demonstrieren Exil-Iraner gegen die Gewalt-Eskalation im Iran, mit der das Regime gegen Proteste vorgeht. Mehrere Bundesländer haben angesichts der aktuellen Lage einen Abschiebestopp in den Iran verhängt (Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und das Saarland).
Die iranische Community in Deutschland ist eine der größten weltweit – und die größte in Europa. Rund 319.000 Personen in Deutschland haben einen iranischen Migrationshintergrund, 250.000 von ihnen sind selbst eingewandert. 161.100 iranische Staatsbürger (ohne deutsche Staatsangehörigkeit) leben in Deutschland.
Die Geschichte der iranischen Migration nach Deutschland geht auf den Beginn des 20. Jahrhundert zurück – als regierungskritische Intellektuelle aus dem damaligen Persien Schutz in Deutschland suchten. In den folgenden Jahrzehnten führten politische Krisen wie etwa der Regierungsumsturz 1953 und später die Revolution von 1979 und der Iran-Irak Krieg zu weiteren Migrationsbewegungen nach Deutschland.
Von den etwa 161.600 iranische Staatsbürger*innen ohne deutschen Pass haben rund 68 Prozent einen Aufenthaltstitel (rund 110.000 Personen). Als ausreisepflichtig gelten rund 11 Prozent der Iranerinnen und Iraner in Deutschland. Abschiebungen in den Iran finden nur vereinzelt statt: Seit 2020 wurden 114 Personen in den Iran abgeschoben.
Schutzsuchende (Personen, die in Deutschland Schutz gesucht haben inkl. abgelehnte Asylbewerber) machen rund 45 Prozent der iranischen Staatsbürger*innen in Deutschland aus (ca. 72.500 Personen, Stand: Ende 2024). Der Anteil der iranischen Asylsuchenden, die in Deutschland Schutz bekommen, ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken: von mehr als 50 Prozent auf derzeit rund 23 Prozent. Die Mehrheit der Iraner*innen in Deutschland hat einen Aufenthaltstitel aus anderen Gründen (Erwerbstätigkeit oder familiäre Gründe).
Viele Iranerinnen und Iraner haben die deutsche Staatsangehörigkeit erworben – besonders nach der Reform des Staatsbürgerschaftrechts im Jahr 2000. Insgesamt haben sich in den vergangenen 25 Jahren rund 128.000 Personen aus dem Iran einbürgern lassen. Viele Iranerinnen und Iraner haben eine doppelte Staatsangehörigkeit, denn der Iran lässt nicht zu, dass Staatsbürger ihrer Staatsbürgerschaft aufgeben.
Integration in den Arbeitsmarkt
Iranerinnen und Iraner sind etwas besser in den Arbeitsmarkt integriert als andere Ausländer. Im Moment arbeiten 77.000 Iraner*innen in Deutschland in sozialversicherungspflichtigen Jobs und 9.000 in geringfügiger Beschäftigung. Insgesamt sind es 86.000 Beschäftigte. Die Beschäftigungsquote lag Ende 2025 bei 64,2 Prozent (Personen aus Asylherkunftsländern: 50,6 Prozent, Ausländer insgesamt: 57,8 Prozent, Deutsche: 71,1 Prozent, inklusive geringfügiger Beschäftigung).
Rund 30.000 sind arbeitssuchend, davon sind 17.000 arbeitslos (Stand: Dezember 2025). Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 16 Prozent (Asylländer: 26 Prozent, Ausländer insgesamt: 15 Prozent, Deutsche: 6 Prozent).
Das mittlere Einkommen liegt bei 2.100 Euro (Ausländer insgesamt: ca. 2.000 Euro).
Zwei Drittel der Iraner in Deutschland haben Abitur
68 Prozent der Iraner in Deutschland haben Abitur beziehungsweise einen vergleichbaren Abschluss (zum Vergleich: Menschen mit Einwanderungsgeschichte insgesamt 61 Prozent). Nur 10 Prozent haben keinen Schulabschluss.
Im Wintersemester 2023/2024 waren etwa 15.200 iranische Studierende (Bildungsausländer) an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Damit lag der Iran auf Platz 4 bei den Studierenden aus Nicht-EU-Ländern, hinter Indien, China und der Türkei.