Aufenthalt von Ukrainern geregelt bis März 2028
Ukrainer*innen und deren Familienangehörige erhalten in Deutschland und bis 4. März 2028 grundsätzlich Schutz. Grundlage ist EU-weit die sogenannte Massenzustrom–Richtlinie: Sie gewährt ukrainischen Flüchtlingen in allen EU–Staaten vorübergehenden Schutz. Der Rat der EU hatte Anfang März 2022 erstmals beschlossen, diese Richtlinie zu aktivieren. Seither wurde die Maßnahme mehrfach verlängert, zuletzt haben sich die EU-Staaten im Juli 2026 auf die Verlängerung bis zum 4. März 2028 geeinigt.
Aufenthaltstitel ohne langwieriges Asylverfahren
Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine müssen in Deutschland und allen anderen EU-Ländern kein normales – üblicherweise langwieriges und bürokratisches – Asylverfahren durchlaufen. Stattdessen bekommen sie automatisch einen Aufenthaltsstatus. Der Aufenthaltstitel gewährt den Kriegsflüchtlingen weiterreichende Rechte als regulären Asylsuchenden (Details s. unten).
In Deutschland wird die europäische "Massenzustromrichtlinie" durch §24 AufenthG umgesetzt. Die Bundesregierung verlängerte allen Flüchtlingen aus der Ukraine, die im Februar 2026 einen gültigen Aufenthalt nach § 24 AufenthG hatten, diesen automatisch bis 4. März 2027. Die Flüchtlinge müssen also nicht einzeln ihren Aufenthalt bei der Ausländerbehörde beantragen.
Ukrainer*innen und deren Familienangehörige dürfen aktuell bis Dezember 2026 einreisen und sich 90 Tage visumsfrei in Deutschland aufhalten.
Flüchtlingsschutz für Wehrpflichtige eingeschränkt
Im Juli 2026 hat die EU den Flüchtlingsschutz für alle Menschen mit sogenannten militärischen Pflichten eingeschränkt. Wehrpflichtig sind in der Ukraine grundsätzlich alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Betroffen von der Einschränkung sind aktuell ukrainische Männer zwischen 23 und 60 Jahren, denen die Ukraine seit Februar 2022 verbietet, auszureisen. Bis August 2026 erhielten sie in der EU uneingeschränkt Schutz. Seit dem 5. August müssen Wehrpflichtige nachweisen, dass sie die Ukraine legal verlassen haben, weil sie etwa vom Wehrdienst befreit oder ihren "militärischen Pflichten" nachgekommen sind. Laut dem Deutschen Roten Kreuz müssen ukrainische Staatsbürger dafür ein offizielles Militärdokument sowie einem zusätzlichen Nachweis des konkreten Befreiungsgrundes vorlegen. Wer bereits vorübergehenden Schutz in der EU erhalten hat, ist nicht betroffen. Die EU begründet diese Entscheidung mit dem sich "wandelnden Verteidigungsbedarf"der Ukraine.
Ukrainische Flüchtlinge dürfen sofort arbeiten
Personen, die wie die ukrainischen Flüchtlinge gemäß der "EU-Massenzustrom-Richtlinie" (in Deutschland: § 24 AufenthG) vorübergehenden Schutz bekommen, haben weitergehende Rechte als Flüchtlinge, die ein Asylverfahren durchlaufen. Die Ukrainer*innen haben ein Anrecht auf:
- Ausübung einer Erwerbstätigkeit
- Zugang zu Bildungsangeboten für Erwachsene, Fortbildungen bzw. Zugang zum Bildungssystem für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
- Medizinische Versorgung
- Sozialleistungen
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Angemessene Unterbringung bzw. finanzielle Unterstützung für eine Unterkunft. Die Geflüchteten werden in Deutschland nach Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Das betrifft nicht Personen, die privat untergekommen sind.
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Einen späteren Wechsel zu einem anderen Aufenthaltsstatus (z.B. Studium, Arbeit), wie das Bundesinnenministerium in einem Rundschreiben klarstellte.
Weitere Informationen zum Arbeitsmarktzugang (hier), Sozialleistungen (hier) und Bildung (hier)
Sonderschutz für Juden und Jüdinnen aus der Ukraine
Eine Sonderregelung gibt es für Jüdinnen:Juden aus der Ukraine. Sie können über eine jüdische Gemeinde in Deutschland dauerhaften Aufenthalt als Kontingentflüchtlinge beantragen. Das gilt, wenn sie zum Zeitpunkt des russischen Angriffs dauerhaft in der Ukraine gelebt haben und jüdischer Abstammung sind.