Wie viele irreguläre Einreisen gibt es nach Deutschland?

Die meisten Flüchtlinge erhalten kein Visum für eine reguläre Einreise und kommen als irreguläre Einwanderer. Im ersten Halbjahr 2026 ging deren Zahl zurück.

Die meisten Menschen, die aus Ländern kommen, in denen Krieg oder Armut herrschen, bekommen kein Visum für eine reguläre Einreise in die Europäische Union. Sie kommen daher in der Regel als sogenannte irreguläre Einwanderer.

2026

Im ersten Halbjahr 2026 hat die Bundespolizei rund 24.800 „unerlaubte Einreisen” an den deutschen Grenzen festgestellt (24.829). Das sind 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (ca. 31.200). Die fünf häufigsten Staatsangehörigkeiten bei den aufgegriffenen Personen waren 2026 ukrainisch (ca. 2.700 Personen), türkisch und afghanisch (jew. 2.000 Personen), syrisch (1.600 Personen) und algerisch (1.500). Im ersten Halbjahr 2026 fanden die meisten unerlaubten Einreisen über die französische Grenze statt.Bundestagsdrucksache 21/7782, Seite 4 ff; Bundespolizei (2026): Unerlaubte Einreisen an allen Land-, Luft- und Seegrenzen (Stand: 5. August 2026)

401 Personen, die bei der unerlaubten Einreise registriert wurden, wurden bereits von einem anderen EU-Mitgliedstaat im EURODAC-System registriert (von ihnen 181 Personen in Griechenland, 65 in Kroatien und 41 in Italien).  Bundestagsdrucksache 21/7782, Seite 4 f.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach Angaben der Bundespolizei rund 17.900 Personen an den Grenzen zurückgewiesen oder zurückgeschoben. Zurückweisungen geschahen besonders bei Einreisen über die Luftgrenze (Flughäfen – ca. 3.900 Personen) sowie über die deutsch-französische (3.300) und -österreichische (2.700) Grenze. Die fünf häufigsten Nationalitäten waren ukrainisch (ca. 2.600 Personen), türkisch (1.300), algerisch und afghanisch (jew. 1.100 Personen) und albanisch (790). 546 der zurückgewiesenen Personen waren Asylsuchende.Bundestagsdrucksache 21/7782, Seite 9 ff

2025

2025 stellte die Bundespolizei rund 63.000 „unerlaubte EinreisenBundestagsdrucksache 21/4922, Seite 2” an den deutschen Grenzen fest. Das sind 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Die fünf häufigsten Staatsangehörigkeiten bei den aufgregriffenen Personen waren 2025 

  • ukrainisch (ca. 7.100 Personen),
  • afghanisch (5.200), 
  • syrisch (4.900), 
  • türkisch (4.700),
  • algerisch (3.200).

Etwa 1.600 Personen, die bei der unerlaubten Einreise registriert wurden, wurden bereits von einem anderen EU-Mitgliedstaat im EURODAC-System registriert (von ihnen 611 Personen in Griechenland, 287 in Italien und 248 in Kroatien).  Bundestagsdrucksache 21/4922, Seiten 4 und 25

Die meisten unerlaubten Einreisen fanden 2025 über den Luftweg statt (ca. 11.500 Einreisen). Über diesen Weg wurden seit November 2024 die meisten unerlaubten Einreisen festgestellt.Bundestagsdrucksache 21/4922, Seite 3

2025 wurden nach Angaben der Bundespolizei rund 41.500 Personen an den Grenzen zurückgewiesen oder zurückgeschoben – davon etwa 24.400 Personen seit Mai 2025 (Einführung der verstärkten Grenzkontrollen). Die fünf häufigsten Nationalitäten waren ukrainisch, türkisch, afghanisch, algerisch und syrisch. Etwa 1.200 der zurückgewiesenen Personen waren Asylsuchende. 242 Personen wurde die Einreise aufgrund besonderer Vulnerabilität erlaubt.Angaben der Bundespolizei auf Anfrage des Mediendienstes; Pressemitteilung vom 1. Januar 2026 LINK

Hinweis zu den Zahlen: Irreguläre Einreisen lassen sich schwer beziffern. Zum einen ist die Zahl der „unerlaubten Einreisen” nur bedingt aussagekräftig, denn nicht alle einreisenden Personen werden von Polizist*innen im Grenzgebiet aufgegriffen. Zum anderen versuchen viele Geflüchtete und Migrant*innen, die an den Grenzen zurückgewiesen wurden, erneut die Grenzen an anderer Stelle zu überqueren. Das führt zu Mehrfachzählungen.