Flüchtlinge aus Afghanistan
321.300 der etwa 450.000 afghanischen Ausländer*innen in Deutschland gelten als "Schutzsuchende" (Stichtag: 31.12.2025). Rund 272.500 von ihnen sind anerkannte Flüchtlinge. Afghan*innen bilden die drittgrößte Gruppe von Schutzsuchenden in Deutschland nach Ukrainer*innen und Syrer*innen.
Entwicklung der Asylanträge nach der Machtübernahme der Taliban 2021
Kam es in Deutschland aufgrund der Machtübernahme der Taliban (August 2021) zu einem Anstieg der Asylanträge von Afghan*innen? Die Zahl der Asylerstanträge von afghanischen Staatsbürger*innen ist zwischen 2021 und 2023 gestiegen – dann wieder gesunken. Aber: Ob die Menschen, die damals kamen, vor den Taliban flohen, lässt sich nicht genau sagen. Denn nicht alle Afghan*innen, die ankamen, hatten ihr Land unmittelbar zuvor verlassen. Viele Afghan*innen lebten bereits vor 2021 in Paktistan oder im Iran.
Afghanen in Deutschland
Die Geschichte der afghanischen Migration nach Deutschland fängt mit der sowjetischen Invasion in Afghanistan 1979 an. Aufgrund der zahlreichen Konflikte und humanitären Krisen, die darauf folgten, kamen in den folgenden Jahrzehnten zunehmend Geflüchtete, aber auch Student*innen und Arbeitsmigrant*innen, nach Deutschland.
Etwa 515.000 Menschen mit Migrationshintergrund aus Afghanistan leben in Deutschland. Rund 22 Prozent von ihnen sind in Deutschland geboren (Stand: 31.12.2025). Rund ein Drittel haben die deutsche Staatsangehörigkeit. 507.000 Personen haben eine Einwanderungsgeschichte.