Viele Personen kommen zeitweise nach Deutschland, um hier zu arbeiten, und verlassen das Land nach einiger Zeit wieder. Wie viele Personen das genau sind, wird statistisch nicht erfasst. Diese "Fluktuation" lässt sich nur indirekt aus den Arbeitskräfte-Statistiken ablesen.
Entsendete Arbeitskräfte
Rund eine halbe Million Menschen kommen jedes Jahr vorübergehend als "entsendete Arbeitskräfte" zum Arbeiten nach Deutschland (2020: 410.000). Ähnlich wie "Leiharbeiter" werden sie von Unternehmen im Ausland eine Zeit lang nach Deutschland geschickt. Für "entsendete Arbeitskräfte" gibt es keine offizielle Statistik. Vielmehr werden die sogenannten "A1-Bescheinigungen mit Zielland Deutschland" aus den anderen EU-Staaten gezählt. Die letzten verfügbaren Zahlen stammen aus 2020. Sie zeigen einen Anstieg, vor allem auf Baustellen oder im Pflegebereich. In der Baubranche waren es 2023 rund 83.000 Arbeitskräfte.
Saisonarbeitskräfte
Ausländische Arbeitskräfte, die vorübergehend zum Arbeiten nach Deutschland kommen, sind sehr wichtig für einzelne Branchen: So war 2023 in der Landwirtschaft mehr als jede*r vierte Beschäftigte als Saisonarbeitskraft eingestellt, insgesamt rund 243.000 (von März 2022 bis Februar 2023). Genaue Zahlen werden nicht erhoben, aber als Annäherung gilt die Zahl der "Kurzzeitbeschäftigten". Zum Stichtag im Juni 2025 arbeiteten insgesamt rund 84.000 ausländische "Kurzzeitbeschäftigte" in Deutschland, neben der Landwirtschaft vor allem im Gastgewerbe. Für sie gelten besondere Regeln.
Grenzpendler
In grenznahen Regionen pendelten 2023 mehr als 200.000 Menschen aus dem Ausland zum Arbeiten nach Deutschland (217.250). Die meisten kamen aus Polen (94.200), gefolgt von Frankreich (35.000).
Zirkuläre Migration
Zirkuläre Migration beschreibt grundsätzlich eine "Pendelmigration" zwischen zwei oder mehr Ländern. Darunter kann zum Beispiel die vorübergehende Arbeitsmigration von internationalen Pflegekräften fallen. In Deutschland ist vor allem das Beispiel der ehemaligen Gastarbeiter*innen aus der Türkei bekannt, die nach Jahrzehnten in Deutschland wieder ganz oder zeitweise in die Türkei zurückkehren.
In Zukunft könnte "zirkuläre Migration" für Ukraine-Geflüchtete eine Option sein, um wieder teils in der Ukraine teils hier zu leben, so der Sachverständigenrat für Migration in einer Studie von 2024.
In zirkulärer Migration wird oftmals die Chance gesehen, dem Arbeitskräftemangel in den Aufnahmeländern zu begegnen, und gleichzeitig die dauerhafte Abwanderung von Fachkräften zu verhindern. Daten zur zirkulären Migration liegen nicht vor. Mehr zu Vor- und Nachteilen von zirkulärer Migration gibt es zum Beispiel hier.