Derzeit arbeiten rund 800.000 Menschen aus Asylherkunfttsländern in Deutschland (799.500, Stand: Oktober 2025), die meisten von ihnen als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (695.000), ein kleinerer Teil als geringfügig Beschäftigte (104.500). Die Beschäftigungsquote lag bei knapp über 50 Prozent (50,2 Prozent, Stand: September 25). Das sind mehr als solche, die Sozialhilfe beziehen (41,9 Prozent) bzw. arbeitslos sind (27 Prozent).
Zum Vergleich die Beschäftigungsquoten (Stand: 09/25):
- Personen aus Asylherkunftsländern: 50,2 Prozent,
- Ausländer insgesamt: 57,8 Prozent,
-
Gesamtbevölkerung: 70,2 Prozent.
Die Zahl der Geflüchteten in Arbeit ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Ende 2014 – bevor viele Geflüchtete nach Deutschland kamen – waren es rund 70.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus Asylherkunftsländern. Eine separate Statistik zu Ukrainer*innen finden Sie >>hier.
- weiterführende Infos zu Beschäftigten aus Syrien gibt es >>hier
- weiterführende Infos zu Beschäftigen aus der Ukraine gibt es >>hier
Wie schnell finden Geflüchtete Arbeit?
Mit längerer Aufenthaltsdauer steigt der Anteil der Geflüchteten, die einen Job gefunden haben. Mit Ausnahme eines Einschnitts während der "ersten Welle" der Corona-Pandemie setzt sich ein grundsätzlich positiver Trend der letzten Jahre fort. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat 2024 diesen Zusammenhang für Menschen untersucht, die unter anderem in den Jahren 2015 und 2016 nach Deutschland kamen. Die Ergebnisse:
-
Rund zwei Drittel , nämlich 64 Prozent der Geflüchteten, die 2015 kamen, sind erwerbstätig, davon fast Dreiviertel in Vollzeit, so ein Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 2024. Ihre Beschäftigung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.
-
Nach acht und mehr Jahren Aufenthalt haben geflüchtete Männer eine höhere Erwerbstätigenquote (86 Prozent) als die durchschnittliche männliche Bevölkerung in Deutschland (81 Prozent). Bei geflüchteten Frauen liegt die Quote deutlich niedriger (33 Prozent).
-
70 Prozent üben eine qualifizierte Tätigkeit aus. Dennoch sind viele unterhalb des Ausbildungsniveaus beschäftigt, das sie vor ihrer Ankunft in Deutschland hatten, und zwar 41 Prozent der Personen, die seit sechs Jahren in Deutschland sind. Zwölf Prozent haben inzwischen eine höhere Ausbildung und eine dem entsprechende Stelle gefunden.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie des DIW. Außerdem wird betont: Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Geflüchteten arbeitet als Fachkraft (rund 60 Prozent). Insgesamt sind es zum Beispiel ein Drittel von allen männlichen Geflüchteten, die in den letzten zehn Jahren nach Deutschland gekommen sind.
Zwischen den Geschlechtern zeigt sich allerdings ein deutlicher Unterschied: So hatten sechs Jahre nach Zuzug 67 Prozent der Männer eine Erwerbstätigkeit gefunden, aber nur 23 Prozent der Frauen. Nach acht Jahren waren 39 Prozent der Frauen in Arbeit.
Unterschied: Erwerbstätigen- und Beschäftigungsquote
Beschäftigungsquote : Die Bundesagentur für Arbeit erfasst, wer sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt ist. Gezählt wird, wer bei den Sozialversicherungen gemeldet ist. Selbstständige Tätigkeiten (häufig bei Geflüchteten) werden hier nicht erfasst.
Erwerbstätigensquote: Das Statistische Bundesamt erhebt in der Befragung zum Mikrozensus Erwerbstätige, unabhängig davon, wie viele Stunden sie pro Woche arbeiten. Schon ab einer Stunde bezahlter Tätigkeit pro Woche zählt eine Person als erwerbstätig. Gezählt wird, wer in der Befragung angibt, einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen. Auch Selbstständige werden gezählt sowie Beamte oder Auszubildende. Quelle
Wichtige Quellen für dieses Thema sind die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit:
- “Beschäftigte aus den Asylherkunftsstaaten”
- “Migrationsmonitor" (Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten),
- "Faktenblatt Arbeitsmarktintegration" (auch nach Bundesländern),
- "Zuwanderungsmonitor" des IAB (für Beschäftigungsquoten)