Syrische Flüchtlinge am Arbeitsmarkt

Die Beschäftigungsquote unter Syrern in Deutschland steigt. Viele arbeiten in Engpassberufen wie Pflege, Bau oder Logistik. Unter den syrischen Frauen arbeiten verhältnismäßig wenige.

Rund 317.000 Syrer*innenDie Zahlen beziehen sich auf alle syrischen Staatsangehörigen in Deutschland, nicht nur auf Geflüchtete arbeiten in Deutschland, so die Angaben der Bundesagentur für Arbeit (316.930, Stand: September 2025). Davon arbeiten die meisten in sozialversicherungspflichtigen Jobs (266.100) und ein geringerer Teil in geringfügigen Jobs (50.830). Rund 245.000 Syrer waren bei der Arbeitsagentur als "arbeitsuchend" gemeldet (244.540, Stand: März 2026), davon gelten 142.330 als "arbeitslos" – das heißt: Sie stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.Bundesagentur für Arbeit (2026), Migration und Arbeitsmarkt, jeweiligen Indikator auswählen, LINK

Die Arbeitslosenquote von syrischen Staatsangehörigen liegt laut aktuellsten Daten (September 2025) bei 32,1 Prozent (etwas mehr als der Durchschnitt von Personen aus sogenannten Asylherkunftsländern: 27,0 Prozent). Ein Grund für die relativ hohe Arbeitslosenquote ist, dass syrische Frauen oftmals nicht berufstätig sind: Ihre Beschäftigungsquote liegt bei lediglich 22,2 Prozent. Bei Männern liegt sie hingegen bei 61,8 Prozent.Bundesagentur für Arbeit (2026), Migration und Arbeitsmarkt, Indikator Beschäftigungs-/bzw. Arbeitslosenquote, Betrachtungsweise Monate, LINK

Die Arbeitslosenquote sinkt bei längerem Aufenthalt: Syrer*innen, die sieben Jahre oder länger in Deutschland leben, haben in 61 Prozent der Fälle eine Arbeit – so das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in einem Bericht zur Arbeitsmarktintegration von Syrer*innen schreibt.IAB (2024), Syrische Arbeitskräfte in Deutschland LINK

In welchen Berufen arbeiten Syrer in Deutschland?

Syrer*innen arbeiten oft in sogenannten Engpassberufen – laut einer Auswertung des Instituts der Deutschen Wirtschaft trifft das auf rund 80.000 Syrer zu. Dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge arbeiten Syrische Männer vorwiegend in Verkehrs- und Logistikberufen (22 Prozent), im Lebensmittel- und Gastgewerbe (14 Prozent), im Gesundheitswesen (11 Prozent) oder im Baugewerbe (9 Prozent). Syrische Frauen arbeiten vor allem in "sozialen und kulturellen Dienstleistungen" etwa als Erzieher*innen (28 Prozent) oder im Gesundheitswesen (18 Prozent).IW (2024): "Wichtig für den deutschen Arbeitsmarkt: 80.000 syrische Fachkräfte arbeiten in Engpassberufen", LINK; IAB (2024), Syrische Arbeitskräfte in Deutschland LINK

Im Verhältnis zu anderen Flüchtlingsgruppen sind syrische Geflüchtete gut qualifiziert. 22 Prozent der Personen mit syrischer Einwanderungsgeschichte im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre) hat einen berufsqualifizierenden Abschluss – darunter 106.000 Personen mit einem akademischen Abschluss. Etwa 19 Prozent befinden sich noch in (Aus-)Bildung (Stand: Dezember 2023).Statistisches Bundesamt (2024), Pressemitteilung 12.12.2024 LINK