Wie viele Ausländer sind arbeitslos?

Unter Ausländern ist die Arbeitslosenquote doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Das liegt unter anderem daran, dass sie noch nicht lange in Deutschland sind, ihnen Sprachkenntnisse fehlen oder ihre Abschlüsse nicht anerkannt werden.

Ende 2025 waren in Deutschland rund 1,1 Millionen Ausländerinnen und Ausländer arbeitslos (1.051.861). Ihre Arbeitslosenquote lag bei 14,5 Prozent und damit doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung (7,3 Prozent). Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (2026): Zuwanderungsmonitor, Januar, Seite 5 , und Februar 2026, Seite 5

Insgesamt waren Ende 2025 rund 1,8 Millionen Ausländerinnen und Ausländer als arbeitsuchend bei der Bundesagentur für Arbeit oder einem Jobcenter gemeldet (1.816.715). Viele von ihnen befanden sich in Integrations- oder Ausbildungsmaßnahmen und standen dem Arbeitsmarkt somit nicht zur Verfügung. Bundesagentur für Arbeit (2026): Migrationsmonitor, März 2026, Link , Tabelle 1.1

Warum sind Ausländer häufiger arbeitslos?

Dafür gibt es mehrere Gründe : Zum Beispiel weil sie noch nicht so lange in Deutschland leben, sie geringe Deutschkenntnisse haben oder keinen deutschen Berufsabschluss, ihre Schulabschlüsse aus dem Ausland nicht anerkannt werden oder sie Diskriminierung am Arbeitsmarkt erleben. Zu den Gründen für Armut und Arbeitslosigkeit: Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)(2017): "Armutsgefährdung bei Personen mit Migrationshintergrund", Seite 43

Außerdem könnten unterschiedliche Ansätze in der Integrationspolitik eine weiterer Grund sein: Häufig wird zwischen dem " language-first Zuerst werden deutsche Sprachkenntnisse vermittelt, damit dann eine Beschäftigung aufgenommen werden kann "-Ansatz in Deutschland und dem " work-first Fokus auf eine schnelle Arbeitsmarktteilhabe und Beschäftigung anfangs häufig zum Beispiel in englischer Sprache "-Ansatz zum Beispiel in Dänemark unterschieden. Die Forschung zeigt: Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile. Zwar kommen Migranten in Deutschland langsamer im Arbeitsmarkt an – aber langfristig sorgen intensive Sprachkurse für niedrigere Arbeitslosenquoten. Im Langzeit- Vergleich sind die Arbeitslosenquoten bei den meisten Zuwanderer-Gruppen heute niedriger als zehn Jahre zuvor. Arendt, Bolvig (2023): Trade-offs between work-first and language-first strategies for refugees, Link , Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) (2024): IAB-Forschungsbericht 9/24, Zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten aus der Ukraine: Eine Simulationsstudie, Seite 28 , Link; für die Arbeitslosenquoten im Langzeitvergleich: Institut für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB) (2024): Die Arbeitsmarktsituation von ausländischen Staatsangehörigen nach Geschlecht, Seite 27, Link

Laut einer IAB- Befragung erwarten 57 Prozent der befragten Betriebe in Deutschland mindestens das B2-Sprachniveau. Außerdem sind größere Unternehmen etwas offener für Bewerbende mit geringen Sprachkenntnissen als kleine und mittlere Unternehmen. Institut für Arbeitsmarkts- und Berufsforschung (IAB): IAB-Kurzbericht 07/26, Die Hälfte der Betriebe fordert
bei Einstellungen mindestens ein B2-Sprachniveau, Link