Antimuslimische Einstellungen: Umfragen und Studien

Rund die Hälfte der Menschen in Deutschland ist Muslimen gegenüber ablehnend oder feindlich eingestellt. Junge Menschen sehen Muslime weniger negativ. Ob es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gibt, ist nicht eindeutig.

Mehrere repräsentative Untersuchungen zeigen: Vorurteile und negative Einstellungen gegenüber Muslim*innen und dem Islam sind in Deutschland weit verbreitet.

  • Laut repräsentativem Motra-Monitor (2026) teilen 43 Prozent der Bevölkerung antimuslimische Einstellungen. Mehr als 28 Prozent der Befragten haben eine manifest muslimfeindliche Haltung. Dieser Wert ist zwischen April 2023 und Juli 2025 stetig gestiegen. 62,9 Prozent stimmen der Aussage “Es gibt zu viele Muslime in Deutschland” ganz oder teilweise zu.Kemmesies et al. (2026): “Motra-Monitor 2024/25”, S. 145ff, LINK

  • Die repräsentative Mitte-Studie (2025) zeigt: 8,6 Prozent der Befragten der Meinung, "Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden". 22,4 Prozent stimmen dieser Aussage "teils/teils" zu und distanzieren sich damit nicht eindeutig. Generell blieben "muslimfeindliche Einstellungen" auf hohem Niveau, heißt es in der Studie.Friedrich-Ebert-Stiftung (2025), "Die angespannte Mitte", S. 132, 133, 175 (eigene Berechnung), LINK

  • In der repräsentativen Leipziger Autoritarismus Studie (2024) stimmte die Hälfte (48,3 Prozent) der Befragten stimmt der Aussage zu, sich "durch die vielen Muslime [...] manchmal wie ein Fremder im eigenen Land" zu fühlen. Mehr als ein Drittel (34,9 Prozent) der Befragten findet, dass Muslim*innen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte.Decker, O.; Kiess, J.; Heller, A.; Brähler, E. (Hg.) (2024): "Vereint im Ressentiment - Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen, Leipziger Autoritarismus Studie", S. 67, Link; Universität Leipzig auf Anfrage des MEDIENDIENSTES 2024.

  • Aus dem repräsentativen Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung 2023 geht hervor: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der nicht-muslimischen Bevölkerung denkt, dass Muslim*innen sich gegen die Freiheiten und Rechte der Menschen richten. 45 Prozent glauben, dass Muslim*innen zur Gewalt aufrufen. Der Aussage "Musliminnen und Muslime sind frauenfeindlich" stimmen sogar 65 Prozent zu. 74 Prozent sind der Meinung, dass Musliminnen und Muslime lieber unter sich bleiben. Seit zehn Jahren empfinden mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung in Umfragen den Islam als Bedrohung (2023: 52 Prozent).Bertelsmann Stiftung (2024): "Religionsmonitor 2023. Zwischen Pauschalisierung und Differenzierung", S. 7, 25, LINK

  • 51 Prozent der nicht-muslimischen Bevölkerung lehnen laut Religionsmonitor 2023 eine*n muslimische*n Bürgermeister*in in ihrer Stadt ab. Weitere Studien kommen mit einer anderen Methodik zu einer etwas geringeren Ablehnung. 58 Prozent gaben beim Religionsmonitor an, dass sie nicht in eine Gegend ziehen wollen, in der viele Muslim*innen wohnen.Bertelsmann Stiftung (2024): "Religionsmonitor 2023. Zwischen Pauschalisierung und Differenzierung", S. 35, LINK; GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (2022): „Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften ALLBUS 2021 - Variable Report“, S. 429, LINK [Download unter: Codebücher: ZA5280_cdb.pdf (Codebuch)]; Sozialwissenschaftliches Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (2018): "Islam und Muslim*innen in Deutschland: Die Sicht der Bevölkerung. Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage", S. 4, LINK

Jüngere Menschen sind weniger muslimfeindlich

Eine Rolle bei der Einstellung gegenüber Muslim*innen spielt das Alter: Junge Menschen sehen Musliminnen und den Islam weniger negativ (18-29-Jährige: 14,3 Prozent manifest muslimfeindlich) als ÄltereJunge Menschen wachsen in einem (religiös) vielfältigen Umfeld auf und erleben interreligiöse Kontakte als Normalität, so die Autoren des Religionsmonitors. (50-59-Jährige: 33,9 Prozent manifest muslimfeindlich). Auch das Bildungsniveau hat einen Einfluss: Unter Menschen mit Abitur ist manifeste Muslimfeindlichkeit mit 18,3 Prozent deutlich weniger verbreitet als unter Personen, die maximal einen Hauptschulabschluss haben (33,4 Prozent). Kemmesies et al. (2026): “Motra-Monitor 2024/25”, S. 152f, LINK

Ist antimuslimischer Rassismus in Ostdeutschland verbreiteter als im Westen? 

Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Laut Montra-Monitor haben in Ostdeutschland 29,6 Prozent manifest muslimfeindliche Einstellungen, in Westdeutschland 26,9 Prozent. In der Leipziger Autoritarismus Studie (2024) finden in Ostdeutschland 43,2 Prozent, man sollte Muslim*innen die Zuwanderung nach Deutschland untersagen, gegenüber 32,8 Prozent in Westdeutschland. Im Vergleich zu 2022 haben antimuslimische Einstellungen in Westdeutschland stark zugenommen, im Osten leicht abgenommen. Demgegenüber konnte der Religionsmonitor (2023) keine signifikanten Unterschiede bei der Muslimfeindlichkeit in Ost und West feststellen. Laut Motra-Monitor ist Muslimfeindlichkeit verbreiteter unter Menschen, die anfällig für Verschwörungsmythen sind und die sich von deutschen Behörden ungerecht behandelt fühlen.Kemmesies et al. (2026): “Motra-Monitor 2024/25”, S. 152f, LINK; Decker, O. et al. (2024): "Vereint im Ressentiment. Leipziger Autoritarismus Studie, S. 67, LINK; Bertelsmann Stiftung (2024): "Religionsmonitor 2023. Zwischen Pauschalisierung und Differenzierung", S. 30f, LINK;

Wer Muslim*innen persönlich kennt, neigt eher dazu, eine positive Meinung über sie zu haben. Das geht aus einer 2018 veröffentlichten Umfrage des Pew Research Center aus den USA hervor. Die Kontakthypothese, wonach persönliche Kontakte gegen Vorurteile helfen, wird auch durch weitere Studien gestützt.Pew Research Center (2018): "In Western Europe, familiarity with Muslims is linked to positive views of Muslims and Islam", LINK; Bertelsmann Stiftung (2023): "Religionsmonitor Kompakt: Antisemitsmus, Rasssismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt", S. 10, LINK; Sozialwissenschaftliches Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (2018): "Islam und Muslim*innen in Deutschland: Die Sicht der Bevölkerung. Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage", S. 11, LINK; Decker, O., Kiess, J., Heller, A., Brähler, E. (Hg.) (2022): "Autoritäre Dynamiken in unsicheren Zeiten. Neue Herausforderungen - alte Reaktionen?", Leipziger Autoritarismus Studie, S. 71, LINK; Öztürk, C. (2022): "Medialisierte Muslim*innenfeindlichkeit? Über das Zusammenspiel parasozialer und realer Intergruppenkontakte und ihrer Bedeutung für antimuslimische Einstellungsmuster", S. 491-524, LINK

Antimuslimische Stereotype in den Medien

Studien zeigen, dass die Berichterstattung über den Islam und Muslim*innen oft stereotyp und negativ ist. "Der Islam" taucht häufig in Zusammenhang mit Terrorismus als Bedrohung auf. Muslim*innen werden oft als rückschrittlich, fremd oder bedrohlich dargestellt.

Zahlen und Fakten dazu finden Sie in unsere Übersicht "Der Islam" und Muslim*innen in den Medien.