Wie viele Frauen und Kinder sind unter den Asylbewerbern?

Die Mehrheit der Asylsuchenden in Deutschland sind Frauen und Kinder. Dreiviertel der Schutzsuchenden 2025 waren jünger als 30 Jahre.

Frauen und Kinder machen einen großen Teil der Asylsuchenden aus, die nach Deutschland kommen. Rund 66 Prozent aller Asylbewerber*innen, die 2025 in Deutschland zum ersten Mal einen Antrag auf Asyl gestellt haben, waren Frauen sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (74.214 Personen).BAMF, Aktuelle Zahlen zu Asyl, 12/2025, Seite 8 und eigene Berechnung

Frauen: Insgesamt waren unter den Asylbewerber*innen 2025 rund 41 Prozent Mädchen und Frauen. Der Frauenanteil ist je nach Altersgruppe unterschiedlich hoch:

  • Am geringsten ist der Frauenanteil unter den Jugendlichen (22 Prozent der 16- bis 18-Jährigen).
  • Unter älteren Menschen (über 55 Jahre) sind es etwa gleich viele Männer wie Frauen. In der Altersgruppe über 60 Jahre ist der Frauenanteil höher.

Minderjährige und junge Erwachsene: Die Flüchtlinge sind im Durchschnitt sehr jung: Rund 73 Prozent aller Asylbewerber*innen, die 2025 einen Antrag gestellt haben, waren unter 30 Jahre alt. Minderjährige machten etwa 45 Prozent der Asylbewerber*innen aus.BAMF, Aktuelle Zahlen zu Asyl, 12/2025, Seite 8 und eigene Berechnung

Zeitweise ist der männliche Anteil an Asylbewerber*innen deutlich höher als der von Frauen und Kindern. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der Hauptgrund ist, dass die Reise sehr gefährlich ist, wie zahlreiche StudienSiehe u.a. Athina Anastasiadou et al. (2023), Sex- and Gender-based Differences in the Migration Process LINK und Eleanor Kofman (2018), Gendered mobilities and vulnerabilities: refugee journeys to and in Europe LINK festgestellt haben. Viele Familien entscheiden sich außerdem bewusst dafür, sich zu trennen, um die Erfolgschancen eines männlichen Mitglieds zu erhöhen – und später eine Familienzusammenführung zu ermöglichen.Athina Anastasiadou et al. (2023), Sex- and Gender-based Differences in the Migration Process LINK; Eleanor Kofman (2018), Gendered mobilities and vulnerabilities: refugee journeys to and in Europe LINK und Talitha Dubow (2021), Family Strategies in Refugee Journeys to Europe LINK