Zwischen Januar und Februar 2026 lagen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 82.706 Asylanträge, bei denen die Entscheidung noch ausstand.
2025 dauerte ein Asylverfahren zwischen Antrag und Entscheidung im Schnitt 12,2 Monate. 2024 lag die Bearbeitungszeit bei 8,7 Monaten, 2023 bei 6,8. Je nach Herkunftsland kann die Dauer stark variieren: Während Verfahren für Personen aus Tunesien und den "sicheren Herkunftsstaaten" wie etwa Serbien, Kosovo oder Moldau 2025 rund 1-2 Monate dauerten, dauerten sie bei Personen aus dem Iran knapp 18 bei Nigerianer*innen mehr als 20 Monate.
Knapp 200.000 laufende Klagen gegen BAMF-Entscheidungen
Viele Asylbewerber*innen haben gegen die Bescheide des BAMF geklagt: Zum Stichtag 15.01.2026 waren an den Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten 191.566 Verfahren im Bereich Asyl anhängig. Rund sechs Prozent aller Klagen waren 2025 erfolgreich. Wenn man die Fälle abzieht, in denen es zu keinem Urteil kam beziehungsweise das Verfahren nicht fortgesetzt wurde – etwa weil die Klage zurückgenommen wurde oder weil mehrere Klagen zusammengezogen wurden – kommt man auf eine Erfolgsquote von rund 15 Prozent.
Gerichtsverfahren bei Asylklagen dauerten 2025 (Jan-Nov) im Schnitt rund 14 Monate.
Beschleunigung von Asylverfahren - Maßnahmen wenig wirksam
Seit 2015 gab es wiederholte Versuche, Asylverfahren zu beschleunigen. Etwa wurden im Jahr sogenannte AnkER-Zentren eingeführt: Einrichtungen, in denen alle am Asylverfahren beteiligten Behörden vertreten sind und in denen Geflüchtete bis zum Abschluss des Verfahrens verweilen müssen. Das hat bislang eine geringe Wirkung gezeigt. In AnkER-Zentren betrug die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Asylanträge 2025 ca. 12 Monate.