Im Januar 2026 lagen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 92.201 Asylanträge, bei denen die Entscheidung noch anstand.
Viele Asylbewerber*innen haben gegen die Bescheide des BAMF geklagt: Zum Stichtag 15.08.2025 waren an den Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten 173.487 Verfahren im Bereich Asyl anhängig. Rund 7 Prozent aller Klagen waren im ersten Halbjahr 2025 erfolgreich. Wenn man die Fälle abzieht, in denen es zu keinem Urteil kam beziehungsweise das Verfahren nicht fortgesetzt wurde – etwa weil die Klage zurückgenommen wurde oder weil mehrere Klagen zusammengezogen wurden – kommt man auf eine Erfolgsquote von rund 15 Prozent.
Wie lange dauern die Verfahren?
2025 dauerte ein Asylverfahren zwischen Antrag und Entscheidung im Schnitt 12,2 Monate. 2024 lag die Bearbeitungszeit bei 8,7 Monaten, 2023 bei 6,8. Je nach Herkunftsland kann die Verfahrensdauer stark variieren: Während die Verfahren für Personen aus Tunesien und den "sicheren Herkunftsstaaten" wie etwa Serbien, Kosovo oder Moldau 2025 1-2 Monate dauerten, dauerten sie bei Personen aus dem Iran knapp 18 – und aus Nigeria mehr als 20 Monate.
Gerichtsverfahren bei Asylklagen dauerten 2025 (Jan-Jun) im Schnitt rund 15 Monate.
Seit 2015 gab es wiederholte Versuche, Asylverfahren zu beschleunigen. Das hat bislang eine geringe Wirkung gezeigt. Auch in zentralen Einrichtungen wie etwa AnkER-Zentren betrug die durchschnittliche Bearbeitungszeit 2025 ca. 12 Monate.