Wie viele Ausländer und Flüchtlinge verlassen Deutschland?

Rund eine Million Ausländer verlassen Deutschland jedes Jahr. Viele von ihnen kehren zurück in ihr Herkunftsland, nachdem sie eine Zeit lang hier gearbeitet haben.

2024 verließen rund eine Million Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit Deutschland (994.023), so die Wanderungsstatistik. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren zugenommen. Etwas weniger waren es laut Ausländerzentralregister mit rund 800.000 Fortzügen von Ausländern 2023 (mehr dazu unten).Zahlen des Ausländerzentralregisters laut Bundesamt für Asyl und Flüchtlinge (2023): Bundesamt in Zahlen 2023, Seite 94, Link sowie Zahlen der Wanderungsstatistik laut Statistischem Bundesamt (2025): Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland: Deutschland, Jahre, Nationalität, Herkunfts-/Zielländer, Link

Die meisten dürften EU-Arbeitskräfte gewesen sein, die in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind: Die häufigsten Zielländer von Fortzügen von Ausländern 2024 waren:

  • Rumänien (171.500),
  • die Ukraine (154.600),
  • Polen (90.800)
  • Bulgarien (59.600),
  • die Türkei (42.000),
  • Italien (34.200).Statistisches Bundesamt (2025): Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland: Deutschland, Jahre, Nationalität, Herkunfts-/Zielländer, Link.

Die meisten ausländischen Personen zogen aus Deutschland in ein europäisches Land. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2025 zeigte, dass zwei Drittel der BefragtenEU- oder Drittstaatenangehörige  nach ihrem Aufenthalt in Deutschland wieder in ihr Heimatland abwanderten. Etwa ein Drittel wanderte in ein anderes Land weiter.Statistisches Bundesamt (2025): Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland: Deutschland, Jahre, Nationalität, Herkunfts-/Zielländer, Link und eigene Berechnungen (Summe aller Fortzüge in EU-Staaten verglichen mit Summe aller Fortzüge in Nicht-EU-Staaten); Loschert, F., Leisenheimer, M. & Komitowski, S. (2025): Willkommen zurück? Abwanderungsgründe und Rückwanderungspotenziale von aus Deutschland abgewanderten EUund Drittstaatsangehörigen, S. 26, Link.

Tatsächliche Abwanderungsquote geringer

Zu etwas niedrigeren Zahlen kommt das Ausländerzentralregister. Demnach seien jährlich im Schnitt 5,7 Prozent der in Deutschland lebenden Ausländerinnen und Ausländer in den Jahren 2014 bis 2023 weggezogen, oder 620.000 pro Jahr (laut Wanderungsstatistik 1,1 Millionen Fortzüge und 10,5 Prozent). Laut einer Studie des IAB dürfte die tatsächliche Abwanderungsquote von Ausländern "bei maximal 6 Prozent liegen". Hier mehr zu den unterschiedlichen Statistiken.Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) (202): Deutschland als Zwischenstation? Rückkehr- und Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten, IAB-Forschungsbericht 15/25, Seite 13, Link

Wie viele Ausländer wollen auswandern?

Verschiedene Befragungen in den letzten Jahren fanden ein erhöhtes Niveau von Auswanderungs-Bereitschaft. Studien zeigen aber: Migrationsabsichten sind meist deutlich stärker verbreitet als tatsächliche Migration. Ob Migrationswünsche wirklich umgesetzt werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Alter, finanziellen Mittel oder der Familiensituation.Kieler Institut für Weltwirtschaft (2021): Analyse und Prognose von Migrationsbewegungen, Seite 18, Link

Eine repräsentativeDie Stichprobe bestand aus 2.933 Befragten. Die gewichteten Daten gelten als
repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung und für die jeweiligen Herkunftsgruppen. 
 Auswertung des DeZIM-Instituts mit mehreren Befragungen zwischen 2024 und 2025 zeigte, dass Auswanderungs-Erwägungen unter Eingewanderten (34 Prozent) doppelt so oft vorkommen wie bei Deutschen ohne Migrationsgeschichte (17 Prozent). Insgesamt gaben 21 Prozent der Befragten an, solche Erwägungen zu haben. Nur 2 Prozent gaben an, sie hätten konkrete Pläne, Deutschland in den nächsten 12 Monaten zu verlassen.DeZIM (2026): Auswanderung im Fokus:Wer bleibt, wer will gehen?, Seiten 2 und 5, Link.

Eine repräsentativeDie Längsschnitt-Online-Befragung mit 50.000 Befragten ist repräsentativ für alle Personen im erwerbsfähigen Alter, die bis April 2024 zugewandert und in Daten der Bundesagentur erfasst worden sind. Das IMPa-Panel soll künftig alle zwei Jahre wiederholt werden. IAB-Studie zeigte 2025, dass rund ein Viertel der 50.000 befragten Zuwanderer in Deutschland im vergangenen Jahr über eine Ausreise nachgedacht hat (26,1 Prozent), darunter viele Fachkräfte.Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) (2025): Deutschland als Zwischenstation? Rückkehr- und
Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten, IAB-Forschungsbericht 15/25, Seite 3, Link

Personen mit Migrationshintergrund können sich etwas häufiger vorstellen, in ein anderes Land umzuziehen (16,4 Prozent) als Personen ohne Migrationshintergrund (14,5 Prozent), so das Integrationsmonitoring des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) von 2024.SVR (2024): SVR-Bericht 2024-1 - Integrationsklima 2024: Leichte Abschwächung des positiven Trends - SVR-Integrationsbarometer 2024, S. 34, Link.

Eine Befragung des Nationalen Rassismusmonitors (Nadira) 2024 zeigte, dass etwa jede*r vierte Befragte mit Migrationshintergrund in Deutschland – angesichts des Erstarkens der AfD – "hypothetische Gedanken" zu einer Auswanderung ins Ausland hatte. Zwischen 2 und 19 Prozent (je nach Herkunftsregion) hatten "tatsächliche Pläne".Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) (2024): Ablehnung, Angst und Abwanderungspläne - Die gesellschaftlichen Folgen des Aufstiegs der AfD, Dezim Data Insights (17/2024), Seite 7, Link

Gründe für eine Abwanderung

Warum Ausländerinnen und Ausländer auswandern, kann verschiedene Gründe haben: Häufig spielen berufliche Gründe eine Rolle, Familie im Herkunftsland oder Unzufriedenheit mit der Situation in Deutschland.

Laut einer Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung unter 400, oft hochqualifizierten, abgewanderten Ausländer*innen von 2025 waren die Hauptgründe die fehlende Willkommenskultur und Unzufriedenheit mit dem Sozialleben in Deutschland. Erst an zweiter Stelle standen berufliche Gründe. Die Befragten nannten den Aufbau eines Freundeskreises mit deutschsprachigen Personen (41,1 Prozent) mit Abstand als die größte Herausforderung, außerdem die Wohnungssuche sowie die Integration von Kindern in der Schule sowie der Kita. Anlässe zur Abwanderung gaben insbesondere Jobangebote (22,6 Prozent) sowie familiäre Gründe (20,7 Prozent) dar.Loschert, F., Leisenheimer, M. & Komitowski, S. (2025): Willkommen zurück? Abwanderungsgründe und Rückwanderungspotenziale von aus Deutschland abgewanderten EU und Drittstaatsangehörigen, S. 24, 25, 30, Link.

In einer repräsentativenDie Längsschnitt-Online-Befragung mit 50.000 Befragten ist repräsentativ für alle Personen im erwerbsfähigen Alter, die bis April 2024 zugewandert und in Daten der Bundesagentur erfasst worden sind. Das IMPa-Panel soll künftig alle zwei Jahre wiederholt werden. IAB-Studie zeigten 2025 zweidrittel der befragten Migrantinnen und Migranten keine Abwanderungsabsichten. Abwanderungsüberlegungen waren besonders verbreitet unter Höherqualifizierten und Besserverdienenden sowie Beschäftigten in Engpassberufen. Mehrere Gründe wurden genannt:Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) (2025): Deutschland als Zwischenstation? Rückkehr- und
Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten, IAB-Forschungsbericht 15/25, Seite 3-4 und 34, Link

Wie viele Flüchtlinge verlassen Deutschland wieder?

Personen aus AsylherkunftsländernPersonen aus den acht häufigsten außereuropäischen Asyl-Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Eritrea, Somalia, Nigeria und Pakistan. Allerdings werden hier auch Menschen gezählt, die keine Geflüchteten sind. wandern deutlich seltener aus als andere Migrantinnen und Migranten. Laut Wanderungsstatistik gab es 2024 rund 5.400 Fortzüge von Ausländern in AsylländerPersonen aus den sieben häufigsten außereuropäischen Asyl-Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Somalia, Nigeria und Pakistan. Zahlen für Eritrea liegen nicht vor.. Laut einer Antwort der Bundesregierung (basierend auf der Wanderungsstatistik) reisten zwischen 2010 und 2020 jährlich etwa 10.000 Personen aus Asylherkunftsländern aus, während im Schnitt mehr als zehnmal so viele nach Deutschland zuzogen. Im Jahr 2024 gab es außerdem rund 100.500 Fortzüge in die Ukraine, darunter viele Geflüchtete.Zahlen des Ausländerzentralregisters laut Bundesamt für Asyl und Flüchtlinge (2023): Bundesamt in Zahlen 2023, Seite 94, Link sowie Berechnung mit Zahlen der Wanderungsstatistik laut Statistischem Bundesamt (2025): Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland: Deutschland, Jahre, Nationalität, Herkunfts-/Zielländer, Link

Auch Befragungen weisen darauf hin, dass Geflüchtete seltener die Absicht haben, Deutschland zu verlassen: Eine repräsentativeDie Längsschnitt-Online-Befragung mit 50.000 Befragten ist repräsentativ für alle Personen im erwerbsfähigen Alter, die bis April 2024 zugewandert und in Daten der Bundesagentur erfasst worden sind. Das IMPa-Panel soll künftig alle zwei Jahre wiederholt werden. IAB-Studie zeigte 2025, dass Geflüchtete nur halb so oft Auswanderungsabsichten haben (16,5 Prozent) wie Migranten, die zum Arbeiten nach Deutschland gekommen sind (29,5 Prozent). Gleichzeitig geben Geflüchtete häufiger Erfahrungen mit Diskriminierungen als Gründe für Abwanderungspläne an. Weitere Gründe: Die Unzufriedenheit mit der "politischen Situation in Deutschland", persönliche Motive, eine zu hohe Steuerlast oder die Suche nach einem besseren Job.Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) (2025): Deutschland als Zwischenstation? Rückkehr- und
Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten, IAB-Forschungsbericht 15/25, Seite 46, 72 Link

Im Rahmen einer großen Befragungsstudie mehrerer ForschungsinstituteInstitut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) sowie das Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. unter Flüchtlingen aus der Ukraine gaben zuletzt mehr als die Hälfte der ukrainischen Geflüchteten an, längerfristig in Deutschland bleiben zu wollen.IAB-BAMF-SOEP (März 2025), Lebenssituation und Teilhabe ukrainischer Geflüchteter in Deutschland: Ergebnisse der IAB-BAMF-SOEP-Befragung, S. 47, LINK