2025 gab es rund 1,2 Millionen Fortzüge aus Deutschland (1.244.944), so die Wanderungsstatistik des Statistischen Bundesamtes. Der Großteil der Auswanderer sind Ausländer, die Deutschland wieder verlassen (rund 960.000), ein kleinerer Teil sind Deutsche (290.000), die ganz oder zeitweise ins Ausland gehen. Zu niedrigeren Zahlen kommt das Ausländerzentralregister: Demnach gab es im Jahr 2025 rund 707.000 Fortzüge von Ausländern. Laut einer Studie des Forschungsinstituts IAB dürften die Zahlen des Ausländerzentralregisters näher an der Realität liegen (mehr dazu unten).
Laut Wanderungsstatistik zogen 2025 Menschen am häufigsten in folgende Zielländer:
- Rumänien (164.400 Personen),
- Ukraine (85.000),
- Polen (83.700) und
- Bulgarien (56.900).
Es ist wahrscheinlich, dass es sich dabei um EU-Arbeitskräfte sowie Geflüchtete aus der Ukraine handelt, die Deutschland wieder verlassen haben.
Die Zahlen der Wanderungsstatistik dürften insgesamt zu hoch liegen, da sie unbereinigt sind und etwa sehr kurzfristige Aufenthalte enthalten. Zudem wird Abwanderung teils verzögert registriert, da Menschen häufig das Land verlassen, ohne sich abzumelden. Grundsätzlich besteht in Deutschland eine Abmeldepflicht bei Fortzügen ins Ausland. Stellt eine Meldebehörde fest, dass eine Person ihre gemeldete Adresse verlassen hat, wird eine "Abmeldung von Amts wegen" vorgenommen und statistisch verspätet als Fortzug erfasst.
Laut einer Studie des IAB ergaben sich aus den beiden Statistiken für die Jahre 2014 bis 2023 im Durchschnitt folgende Abwanderungsquoten (Abwanderungen im Verhältnis zur ausländischen Bevölkerung): 10,5 Prozent in der Wanderungsstatistik und 5,7 Prozent laut Ausländerzentralregister. Dem IAB zufolge dürfte die tatsächliche Abwanderungsquote von Ausländern "bei maximal 6 Prozent im Jahr liegen".
Zur Statistik
Wanderungsstatistik : Die Wanderungsstatistik des Statistischen Bundesamts erfasst alle Fort- und Zuzüge innerhalb eines Jahres. Expert*innen weisen darauf hin, dass die Zahlen unbereinigt sind und auch Mehrfachzählungen und sehr kurzfristige Aufenthalte beinhalten, sodass "zu viele" Fälle enthalten sind und das Migrationsgeschehen nicht realistisch abgebildet wird.
Ausländerzentralregister : Bei den Fortzügen von Ausländern kommt das Ausländerzentralregister zu etwas niedrigeren Zahlen. Das AZR wiederum hat eigene Schwächen, unter anderem sind die Zahlen veraltet.