Im ersten Halbjahr 2025 nahmen rund 178.300 Personen an einem Integrationskurs teil, davon 47 Prozent verpflichtet (nach § 44a AufenthG) und 53 Prozent freiwillig (nach § 44 AufenthG). Für das Jahr 2025 schätzte das BAMF rund 326.000 Teilnehmende, für das Jahr 2026 rund 314.300.
Rund 363.500 Personen nahmen 2024 an einem Integrationskurs teil. Davon waren rund 60 Prozent verpflichtet und 40 Prozent freiwillige Teilnehmer*innen.
Wer darf einen Integrationskurs besuchen?
- Verpflichtete (nach § 44a AufenthG): Einige Personen werden vom Jobcenter oder von der Ausländerbehörde zur Teilnahme an den Kursen verpflichtet.
- Freiwillige (nach § 44 AufenthG): Zu freiwilligen Teilnehmern gehören zwei Gruppen: Erstens direkt Berechtigte (§ 44 Abs. 1 AufenthG) wie Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis zum Arbeiten, für den Familiennachzug, aus humanitären Gründen oder nach § 38a AufenthG. Zweitens können Personen, die weder verpflichtet noch direkt teilnahmeberechtigt sind, beim BAMF eine Zulassung beantragen (§ 44 Abs. 4 AufenthG). Dazu gehören beispielsweise Asylbewerber*innen im laufenden Verfahren, Geduldete, Menschen aus der Ukraine sowie EU-Bürger*innen. Personen aus Gruppen, die freiwillig teilnehmen können, können auch zur Teilnahme verpflichtet werden.
Für diese Gruppen werden die Kosten für die Teilnahme an Integrationskursen übernommen.
Zulassungen auf Antrag 2026 gestoppt
Im Haushaltsjahr 2026 sollen bis auf Weiteres keine neuen Zulassungen auf Antrag für Freiwillige ohne Teilnahmeberechtigung (§ 44 Abs. 4 AufenthG) erteilt werden. Das geht aus einem Rundschreiben des BAMF an die Kursträger hervor. Gründe dafür sind laut dem Rundschreiben “finanzielle Herausforderungen”. Es ist jedoch möglich, dass Kursträger Interessierte, die keine Zulassung erhalten, als Selbstzahlende in die Kurse aufnehmen.
Zielgruppe für Zulassungen auf Antrag mehrfach erweitert
Für Personen, die nicht zur Teilnahme an Integrationskursen berechtigt sind, haben sich die Voraussetzungen für eine Zulassung auf Antrag seit 2015 mehrfach verändert. Bis Oktober 2015 standen Integrationskurse nur Personen offen, denen bereits ein Asylstatus, ein Flüchtlingsstatus oder subsidiärer Schutz zuerkannt worden war. Ab Oktober 2015 konnten auch Asylbewerber*innen im laufenden Asylverfahren mit „guter Bleibeperspektive“ teilnehmen. Ab August 2019 wurde der Zugang weiter geöffnet, sodass auch andere Asylbewerber*innen teilnehmen konnten, insbesondere solche, die bereits vor August 2019 eingereist waren und zum Beispiel arbeiteten oder arbeitssuchend waren. Seit 2022 konnten zudem Geflüchtete aus der Ukraine (§ 24 AufenthG) nach § 44 Abs. 4 teilnehmen. Ab 2023 konnten alle Asylbewerber*innen im Asylverfahren, bestimmte Geduldete (§ 44 Abs. 4 AufenthG), Geflüchtete aus der Ukraine sowie Unionsbürger*innen Integrationskurse besuchen.
Woher kommen die Teilnehmenden?
2024 kam knapp ein Drittel der neuen Teilnehmenden aus der Ukraine. Knapp 16 Prozent waren Syrer*innen. Rund 9 Prozent kamen aus Afghanistan, 7 Prozent aus der Türkei. Im ersten Halbjahr 2025 war die Verteilung ähnlich: 30 Prozent kamen aus der Ukraine, rund 17 Prozent aus Syrien sowie jeweils rund 7 Prozent aus Afghanistan und aus der Türkei. Die Zusammensetzung der Kurse unterscheidet sich deutlich von der früherer Jahre: 2014 kam knapp die Hälfte der neuen Teilnehmenden aus EU-Staaten.
Finanzierung der Integrationskurse
Im Haushalt 2026 sind für Integrationskurse rund 1,06 Milliarden Euro vorgesehen (2025 ware es 1,07 Milliarden Euro).
Welche Arten von Kursen gibt es?
In Integrationskursen werden Deutschkenntnisse und Informationen zum deutschen Rechtssystem sowie zur Geschichte vermittelt. Sie bestehen aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Der Sprachkurs soll Kenntnisse bis zum Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) für Sprachen vermitteln. Der Sprachkurs umfasst in der Regel 600 Unterrichtseinheiten und schließt mit dem "Deutsch-Test für Zuwanderer" (DTZ) ab. Der Orientierungskurs behandelt die Themen Rechtsordnung, Geschichte und Kultur. Er umfasst 100 Unterrichtseinheiten und schließt mit dem Test "Leben in Deutschland" ab.
Manche Integrationskurse sind auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet. Unter anderem gibt es Alphabetisierungskurse. Nach den Integrationskursen können Migrant*innen, die Arbeit suchen bzw. bereits arbeiten, Berufssprachkurse besuchen („Berufsbezogene Deutschsprachförderung“).
Personen, die nicht an Integrationskursen teilnehmen können, können sogenannte Erstorientierungskurse besuchen - etwa neu Zugewanderte und Asylsuchende im laufenden Verfahren. Die Kurse umfassen 300 Unterrichtseinheiten und vermitteln erste Deutschkenntnisse und grundlegende Informationen zum Alltag in Deutschland. Laut einer Pressemitteilung des BAMF von Februar 2026 sollen diese Kurse ab November 2026 deutlich ausgebaut werden.
Das BAMF veröffentlicht einmal im Jahr die Integrationskursgeschäftsstatistik. Vorläufige Zahlen gibt es in der Statistik für das erste Halbjahr.