Darstellung von Kurden in deutschen Medien

Die Forschung zur Medienberichterstattung über Kurden in Deutschland zeigt: Am häufigsten berichten Medien über Kurden im Zusammenhang mit Kriminalität.

Zur medialen Darstellung von Kurden in Deutschland gibt es bislang eine Studie. Sie analysiert 42 Artikel explizit zu Kurd*innen aus dem Zeitraum März 2021 bis März 2022 der Medien Focus Online, Bild.de, Zeit.de, Spiegel.de und Taz.de.Antikurdischer Rassismus im Fokus, 2025, S. 89-89

Die zentralen Ergebnisse der Forschung sind:

1. Focus Online veröffentlichte im oben genannten Zeitraum elf Artikel über Kurd*innen. In neun der Beiträge ging es um Gewalttaten von Kurd*innen, acht dieser Artikel handelten zudem von „Clan-Kriminalität”. Antikurdischer Rassismus im Fokus, 2025, S. 90-91

2. Die Online-Präsenz der Bild-Zeitung, Bild.de, berichtete in sieben Artikeln über Kurd*innen, davon in vier über Straf- und Gewalttaten. Antikurdischer Rassismus im Fokus, 2025, S. 93

3. Zeit.de veröffentlichte sechs Beiträge über Kurd*innen. Vier davon fokussierten auf den Integrationswillen und die Integrationserfolge von Kurd*innen. Die genannten Integrationserfolge beziehen sich entweder auf den Arbeitsmarkt oder das soziale und politische Engagement. Antikurdischer Rassismus im Fokus, 2025, S. 97 und S. 99

4. Spiegel.de berichtete in vier Artikeln über Kurd*innen, davon thematisierten zwei gelungene Integration.Antikurdischer Rassismus im Fokus, 2025, S. 98

5. Taz.de verfasste 14 Artikel über Kurd*innen, überwiegend in der Rubrik „Politik und Regionales”. Der thematische Fokus lag auf Rassismus gegenüber Kurd*innen.Antikurdischer Rassismus im Fokus, 2025, S. 104-105

Insgesamt zeigt sich:

  • Knapp 31 Prozent aller 42 untersuchten Artikel berichten von Gewalttaten, 14 Prozent von Integration.Eigene Berechnungen.

  • Bei Focus Online und Bild.de berichten knapp drei Viertel (rund 72 Prozent) der Artikel über Gewalttaten von Kurd*innen. Innerhalb der untersuchten Medien verfügen diese beiden über die größte Reichweite und benutzen überwiegend ethnische Zuschreibungen in der Berichterstattung über Straftaten.Eigene Berechnung.

  • Die Berichterstattung über Integrationsbereitschaft und -erfolge dominiert bei Zeit.de und Spiegel.de. 60 Prozent ihrer untersuchten Beiträge handeln davon.Eigene Berechnung.