Durch eine sogenannte Regularisierung können irreguläre Migrant*innen einen Aufenthaltstitel erhalten. In Deutschland gibt es keine Regularisierungsprogramme. Am ehesten kommen Menschen zunächst über eine Duldung aus der Irregularität.
In manchen EU-Staaten gibt es offizielle Programme zur Regularisierung, andere sehen die Regularisierung einzelner Personen vor.
Internationale Beispiele für Regularisierungen
Spanien: Seit den 1980er Jahren gab es in Spanien immer wieder Legalisierungen von Personen ohne Aufenthaltstitel. So erhielten im Jahr 2005 fast 500.000 irreguläre Migrant*innen eine Aufenthaltsberechtigung. Anschließend wurde gesetzlich verankert, dass irreguläre Migrant*innen eine Regularisierung beantragen können. Grundlage hierfür ist die „Verwurzelung” (span. arraigo) in Spanien. Irreguläre Migrant*innen können eine Arbeits- und Aufenthaltsberechtigung erlangen, wenn sie nachweisen können, dass
- sie sich seit drei Jahren durchgängig in Spanien aufgehalten haben,
- sie einen Arbeitsvertrag unterzeichnet haben, der mindestens ein Jahr gültig ist
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sie sozial in die spanische Gesellschaft eingegliedert sind oder sich Familienmitglieder legal in Spanien aufhalten.
Im April 2026 verabschiedete die spanische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez eine weitere einmalige Regularisierung per Dekret. Personen, die sich bereits vor dem 1. Januar 2026 im Land aufhielten, seit mindestens fünf Monaten dort leben und keine Vorstrafen haben, können bis Ende Juni 2026 einen Antrag auf Regularisierung stellen und einen einjährigen Aufenthaltstitel mit sofortiger Arbeitserlaubnis erhalten. Die Regierung geht von 500.000 berechtigten Personen aus. Kritiker bemängeln unter anderem, dass Staatenlose von der Regularisierung ausgeschlossen sind.
Portugal: Während der Corona-Pandemie hat die portugiesische Regierung zwei Dekrete, das erste am 27. März 2020, das zweite am 8. November 2020, zur Regularisierung erlassen. Um die prekäre Situation irregulärer Migrant*innen in der Pandemie zu verbessern und ihnen einen Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen, wurden insgesamt 376.700 irreguläre Migrant*innen vorübergehend regularisiert.
Die Organisation PICUM (Platform for international cooperation on undocumented migrants) hat eine Übersicht über verschiedene Ansätze von Regularisierungen weltweit erstellt.