Wie viele Ausländer machen eine Ausbildung?

Die Zahl der ausländischen Auszubildenden steigt seit Jahren, während immer weniger Deutsche eine Lehre anfangen. In einigen Branchen hat fast die Hälfte der neu beginnenden Azubis eine ausländische Staatsbürgerschaft.

Es gibt immer mehr ausländische Auszubildende in Deutschland, während die Zahl deutscher Auszubildender zurückgeht. Bei den neuen Ausbildungsverträgen hatten 2025 rund 18 Prozent der neuen Auszubildenden eine ausländische Staatsbürgerschaft (2015 waren es 7,5 Prozent). Besonders stark gestiegen sind die Zahlen bei Auszubildenden aus der Ukraine (+64 Prozent) und Vietnam (+36 Prozent). Statistisches Bundesamt (2026): "Duale Berufsausbildung 2025: Top-Beruf bei Männern erneut Kfz-Mechatroniker, bei Frauen medizinische Fachangestellte", Pressemitteilung 275 vom 6.8.2026, Link; Statistisches Bundesamt: Berufsbildungsstatistik (GENESIS-Tabelle 21211-0004), Link

In einzelnen Branchen ist der Anteil deutlich höher. So hatten im Hotel- und Gastgewerbe 2024 fast die Hälfte aller neuen Auszubildenden eine ausländische Staatsbürgerschaft (44 Prozent). Institut der deutschen Wirtschaft Köln / Kofa (2025): Kofa-Kompakt 8 /2025: Erfolgsrezept im Gastgewerbe: Nachwuchssicherung durch internationale Auszubildende, Seite 5, Link

Insgesamt waren Ende 2025 rund 278.000 ausländische Personen in einer Ausbildung, was rund 17 Prozent aller Auszubildenden laut Beschäftigtenstatistik entspricht (1.621.000). Bundesagentur für Arbeit (2026): „Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten", Dezember 2025 (Tabelle 1, Beschäftigungsart: Auszubildende (sozialversicherungspflichtig)), Link

Der Anstieg bei der Zahl von „Azubis” ohne deutsche Staatsangehörigkeit wirkt so dem allgemeinen Ausbildungsrückgang in Deutschland entgegen, so die Bundesagentur für Arbeit. Ausbildung sei ein "wichtiger Hebel zur Fachkräftesicherung". Bundesagentur für Arbeit (2024): „Presseinfo Nr. 20", Link

Bundesagentur für Arbeit (2025): "Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten" (Dezember 2024), Link (in der Excel-Datei Tabelle 4, "Ausländer" und "Auszubildende (sozialversicherungspflichtig)" auswählen; Statistisches Bundesamt (2025): "1,0 % weniger neue Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung im Jahr 2024", Pressemitteilung Nr. 314 vom 28.08.2025, Link

Beliebte Wirtschaftszweige bei ausländischen Auszubildenden sind:

  • Gesundheitswesen (59.900)
  • Kfz-Branche (37.600)
  • Verarbeitendes Gewerbe (28.400)
  • Baugewerbe (22.700)
  • Gastgewerbe (24.100) Quelle: Bundesagentur für Arbeit (2026): "Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten" (Dezember 2025), Link (in der Excel-Datei Tabelle 4, "Ausländer" und "Auszubildende (sozialversicherungspflichtig)" auswählen

Rund 228.400 Auszubildende kamen 2025 aus Nicht-EU-Staaten ("Drittstaaten"). Ihr Anteil ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, sie machen inzwischen mehr als 80 Prozent aller ausländischen Auszubildenden aus. Etwa ein Viertel aller ausländischen Auszubildenden sind Geflüchtete. Bundesagentur für Arbeit (2025): „Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten", Dezember 2024 (Tabelle 1, Beschäftigungsart: Auszubildende), Link

Wie ist die Ausbildung von Ausländern rechtlich geregelt?

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den deutschen Ausbildungsmarkt für Ausländer*innen attraktiver zu gestalten und bürokratische Hürden abzubauen. Besitzen Anwärter*innen die Staatsbürgerschaft eines EU-Mitgliedstaates (bzw. der Schweiz, Liechtensteins, Norwegens oder Islands), dürfen Sie ohne weiteres eine betriebliche Ausbildung in Deutschland beginnen. Bundesregierung (2024): Infoportal "Make it in Germany" - Studium&Ausbildung - Visum, LINK

Drittstaatsangehörige müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, zum Beispiel Sprachkenntnisse, eine Zusage für einen Ausbildungsplatz und finanzielle Mittel für ein Leben in Deutschland. Seit 2021 haben sie mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Möglichkeit, in Deutschland einen Ausbildungsbetrieb vor Ort zu suchen. Bundesregierung (2024): Infoportal "Make it in Germany" - Studium&Ausbildung - Visum, LINK und LINK

Eine Ausbildungsduldung § 60c AufenthG: Aufenthaltstitel für Dauer der Ausbildung mit Wohnsitzauflage bei fehlender Sicherung des eigenen Lebensunterhalts, LINK oder eine Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung § 16g AufenthG: Aufenthaltstitel für Dauer der Ausbildung ohne Wohnsitzauflage bei Sicherung des eigenen Lebensunterhalts, LINK können ausreisepflichtige Ausländer*innen unter bestimmten Voraussetzungen erhalten.
Auch staatenlose Personen dürfen eine Berufsausbildung beginnen, sofern sie sich rechtmäßig in Deutschland aufhalten, hierzu sind jedoch keine Zahlen bekannt. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: „Überblick zur Ausbildungsduldung", LINK; Bundesministerium für Inneres und Heimat: „Übereinkommen über die Rechtsstellung der Staatenlosen", Art. 24 Abs. 1, LINK

Wichtige Quellen 
„Make it in Germany”: 
Das Infoportal der Bundesregierung bietet alle Infos für Menschen aus dem Ausland über eine Ausbildung in Deutschland.

Übersicht mit den Regeln für Unternehmen , die Geflüchtete einstellen wollen, finden sich bei der DIHK-Initiative "Unternehmen integrieren Flüchtlinge", Link

Bundesagentur für Arbeit: 
In der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) finden sich quartalsweise aktualisierte Zahlen zu Auszubildenden mit ausländischer Staatsbürgerschaft.

BIBB - Bundesinstitut für Berufsbildung: 
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bereitet jährlich detaillierte Zahlen und Hintergrundinfos zu ausländischen Auszubildenden im "Datensystem Auszubildende" (DAZUBI) auf.