Es gibt immer mehr ausländische Auszubildende in Deutschland, während die Zahl deutscher Auszubildender zurückgeht. Bei den neuen Ausbildungsverträgen hatten 2025 rund 18 Prozent der neuen Auszubildenden eine ausländische Staatsbürgerschaft (2015 waren es 7,5 Prozent). Besonders stark gestiegen sind die Zahlen bei Auszubildenden aus der Ukraine (+64 Prozent) und Vietnam (+36 Prozent).
In einzelnen Branchen ist der Anteil deutlich höher. So hatten im Hotel- und Gastgewerbe 2024 fast die Hälfte aller neuen Auszubildenden eine ausländische Staatsbürgerschaft (44 Prozent).
Insgesamt waren Ende 2025 rund 278.000 ausländische Personen in einer Ausbildung, was rund 17 Prozent aller Auszubildenden laut Beschäftigtenstatistik entspricht (1.621.000).
Der Anstieg bei der Zahl von „Azubis” ohne deutsche Staatsangehörigkeit wirkt so dem allgemeinen Ausbildungsrückgang in Deutschland entgegen, so die Bundesagentur für Arbeit. Ausbildung sei ein "wichtiger Hebel zur Fachkräftesicherung".
Beliebte Wirtschaftszweige bei ausländischen Auszubildenden sind:
- Gesundheitswesen (59.900)
- Kfz-Branche (37.600)
- Verarbeitendes Gewerbe (28.400)
- Baugewerbe (22.700)
-
Gastgewerbe (24.100)
Rund 228.400 Auszubildende kamen 2025 aus Nicht-EU-Staaten ("Drittstaaten"). Ihr Anteil ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, sie machen inzwischen mehr als 80 Prozent aller ausländischen Auszubildenden aus. Etwa ein Viertel aller ausländischen Auszubildenden sind Geflüchtete.
Wie ist die Ausbildung von Ausländern rechtlich geregelt?
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den deutschen Ausbildungsmarkt für Ausländer*innen attraktiver zu gestalten und bürokratische Hürden abzubauen. Besitzen Anwärter*innen die Staatsbürgerschaft eines EU-Mitgliedstaates (bzw. der Schweiz, Liechtensteins, Norwegens oder Islands), dürfen Sie ohne weiteres eine betriebliche Ausbildung in Deutschland beginnen.
Drittstaatsangehörige müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, zum Beispiel Sprachkenntnisse, eine Zusage für einen Ausbildungsplatz und finanzielle Mittel für ein Leben in Deutschland. Seit 2021 haben sie mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Möglichkeit, in Deutschland einen Ausbildungsbetrieb vor Ort zu suchen.
Eine
Ausbildungsduldung
oder eine
Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung
können ausreisepflichtige Ausländer*innen unter bestimmten Voraussetzungen erhalten.
Auch staatenlose Personen dürfen eine Berufsausbildung beginnen, sofern sie sich rechtmäßig in Deutschland aufhalten, hierzu sind jedoch keine Zahlen bekannt.
Wichtige Quellen
„Make it in Germany”:
Das Infoportal der Bundesregierung bietet alle Infos für Menschen aus dem Ausland über eine Ausbildung in Deutschland.
Übersicht mit den Regeln für Unternehmen , die Geflüchtete einstellen wollen, finden sich bei der DIHK-Initiative "Unternehmen integrieren Flüchtlinge", Link
Bundesagentur für Arbeit:
In der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) finden sich quartalsweise aktualisierte Zahlen zu Auszubildenden mit ausländischer Staatsbürgerschaft.
BIBB - Bundesinstitut für Berufsbildung:
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bereitet jährlich detaillierte Zahlen und Hintergrundinfos zu ausländischen Auszubildenden im "Datensystem Auszubildende" (DAZUBI) auf.