Wie viele Asylbewerber erhalten Schutz?

2025 haben weniger Asylbewerber Schutz in Deutschland erhalten, die sogenannte Schutzquote fällt geringer aus als im Vorjahr. Grund dafür ist auch, dass nach dem Sturz des Assad-Regimes viele Asylanträge von Syrern abgelehnt wurden.

Schutzquote 2025

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat 2025 über 310.930 Asylanträge entschieden. 87.394 Personen wurde Schutz zugesprochen. Das ergibt eine Schutzquote von 28,1 Prozent. Der starke Rückgang der Schutzquote im Vergleich zum Vorjahr (44,4 Prozent) lässt sich dadurch erklären, dass viele Asylanträge von syrischen Asylbewerber*innen aufgrund der neuen politischen Lage nach dem Sturz des Assad-Regimes abgelehnt wurden.BAMF, Aktuelle Zahlen zu Asyl 12/2025, Seite 3

Von ihnen erhielten:

Schutzquote 2024

2024 hat das BAMF über 301.350 Asylanträge entschieden und 133.710 Personen Schutz zugesprochen – mit einer Schutzquote von 44,4 Prozent. 35.831 Menschen haben Flüchtlingsschutz nach § 3 Asylverfahrensgesetz erhalten, 1.964 Menschen Asyl nach Artikel 16a des Grundgesetzes, 75.092 Menschen subsidiären Schutz und 20.823 Menschen ein Abschiebeverbot aufgrund des EU-Rechts oder internationaler Abkommen.BAMF, Aktuelle Zahlen zu Asyl 12/2024, Seite 3

Bereinigte Schutzquote

Die Gesamtschutzquote gibt keine Auskunft darüber, wie viele Asylbewerber tatsächlich schutzbedürftig sind. Denn viele Anträge werden "formell" entschieden, also ohne inhaltliche Prüfung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Asylantrag zurückgezogen wurde oder ein anderes EU-Land zuständig ist. Zieht man von den bearbeiteten Fällen die "formellen EntscheidungenAls formelle Entscheidungen versteht man alle Fälle, die sich anderweitig erledigen, zum Beispiel wenn ein Antrag zurückgezogen wird oder der Bewerber einen deutschen Staatsbürger heiratet oder – was in den meisten Fällen zutrifft – wenn nach der Dublin-Verordnung ein anderer Staat für den Asylantrag zuständig ist. ab, kommt man für 2025 auf eine "bereinigte" Schutzquote von etwa 38 Prozent.BAMF, Aktuelle Zahlen zu Asyl 12/2025, Seite 3

Unterschiedliche Schutzquoten

Obwohl Asylbescheide auf Bundesebene vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erlassen werden, gibt es Unterschiede zwischen den Schutzquoten in den einzelnen Bundesländern und in einzelnen BAMF-Außenstellen. So lag im ersten Halbjahr 2025 die Schutzquote für afghanische Asylsuchende bei vergleichbaren Fallzahlen in Braunschweig bei mehr als 80 Prozent, in Leipzig bei 35 Prozent und in Lebach (Saarland) bei 27 Prozent.Bundestagsdrucksache 21/1710, Seite 21

Das BAMF erklärt die Diskrepanzen zum Teil dadurch, dass Asylanträge ungleichmäßig unter den Bundesländern verteilt sind. Eine Untersuchung der Universität Konstanz führt die Unterschiede hingegen auf Diskriminierung sowie auf die bürokratische Überlastung der Behörden zurück.G. Schneider, M. Lüdecke (2024), Zur falschen Zeit am falschen Ort? Administrative Ungleichbehandlung in der deutschen Justiz und Verwaltung LINK