Wie viele Abschiebungen und freiwillige Ausreisen gibt es?

Im ersten Halbjahr 2025 wurden rund 12.000 Personen aus Deutschland abgeschoben. Abschiebungen und Zurückweisungen an den Grenzen haben zugenommen. Die wichtigsten Daten im Überblick.

2025

Zwischen Januar und November 2025 gab es 21.311 Abschiebungen – das sind rund 16 Prozent mehr Abschiebungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zu den Abschiebungen zählen auch 5.112 Überstellungen im Rahmen der Dublin-III-Verordnung. Die häufigsten Abschiebungen erfolgten in die Türkei (2.118), nach Georgien (1.581) und nach Spanien als Dublin-Überstellungen (1.085). QuelleBundesinnenministerium auf Anfrage des Mediendienstes

Im selben Zeitraum haben ca. 16.600 Personen Deutschland über das Bund-Länder-Förderprogramm REAG/GARP freiwillig verlassen.QuelleBundesinnenministerium auf Anfrage des Mediendienstes

Im ersten Halbjahr 2025 wurden 11.807 Personen abgeschoben – 3.109 von ihnen wurden im Rahmen der Dublin-III-Verordnung in ein anderes EU-Land überstellt. 2.547 abgeschobene Personen waren Frauen , 2.040 waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre. Die fünf häufigsten Ziel-Drittstaaten waren die Türkei (1.021 Personen), Georgien (948), Serbien (513), Nordmazedonien (505) und Albanien (467 Personen).QuelleAntwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Links-Franktion Bundestagsdrucksache 21/1239 Seiten 2 und 7

Im selben Zeitraum haben nach Kenntnissen der Bundesregierung rund 12.400 abgelehnte Asylbewerber*innen Deutschland verlassen. Von ihnen kamen rund 2.300 Personen aus der Türkei, 1.300 aus Georgien, ca. 1.000 aus Nordmazedonien und 700 aus Serbien. Etwa 17.300 ausreisepflichtige Personen haben das Land mit einer "Grenzübertrittsbescheinigung" verlassen. Rund 7.300 Personen Deutschland über das Bund-Länder-Förderprogramm REAG/GARP freiwillig verlassen – besonders in die Türkei (2.126 Personen), nach Syrien (998) und in die russische Föderation (569 – Stand: 1.7.2025).QuelleAntwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Links-Fraktion Bundestagsdrucksache 21/1239 Seiten 28 und 34

2024

Im Gesamtjahr 2024 gab es 20.084 Abschiebungen – rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Überstellt nach der Dublin-III-Verordnung wurden 5.827 Personen. Besonders viele Personen wurden in folgende Länder abgeschoben: Georgien (1.854 Personen), Nordmazedonien (1.396), Türkei (1.087), Albanien (1.074) und Serbien (1.031). 4.504 abgeschobene Personen waren Frauen, 3.687 waren Minderjährige.QuelleAntwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Gruppe "Die Linke", Bundestagsdrucksache 20/14946, Seiten 2 und 10

Im selben Zeitraum haben 10.225 Personen Deutschland mit einer REAG-GARP-Förderung freiwillig verlassen – insbesondere in die Türkei (3.276 Personen), Georgien (1.461) und nach Russland (809). Etwa 10.200 Personen sind mittels Förderprogramme der Länder ausgereistIn einigen Fällen kann es zu Misch-Förderungen kommen. Die zwei Angaben lassen sich deshalb nicht addieren..

Insgesamt haben 2024 etwa 24.800 abgelehnte Asylbewerber*innen Deutschland verlassen – vor allem aus Georgien (4.300 Personen), Nordmazedonien (3.200) und der Türkei (2.900). 2024 gab es rund 33.400 freiwillige Ausreisen von ausreisepflichtigen Personen mit einer "Grenzübertrittsbescheinigung" (ca. 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum).QuelleAntwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Gruppe "Die Linke", Bundestagsdrucksache 20/14946, Seiten 22 und 25

Wie viele Menschen werden an den Grenzen abgewiesen?

Wenn Ausländer*innen "von außen" die Grenze der Bundesrepublik überschreiten wollen und dies von den Grenzbehörden verhindert wird, spricht man von "Zurückweisung". Eine "Zurückschiebung" findet hingegen statt, wenn Ausländer*innen bereits unerlaubt die Grenze überschritten haben.

Im ersten Halbjahr 2025 wurden nach Angaben der Bundespolizei rund 19.600 Personen an den Grenzen zurückgewiesen oder zurückgeschoben – davon etwa 7.100 Personen seit Mai 2025 (Einführung der verstärkten Grenzkontrollen). 285 von ihnen waren Asylsuchende. 79 Personen wurde die Einreise aufgrund besonderer Vulnerabilität erlaubt.QuelleAngaben der Bundespolizei auf Anfrage des Mediendienstes; Pressemitteilung Nr. 12 vom 1. Juli 2025 LINK

2024 hat die Bundespolizei etwa 44.500 PersonenAngaben des Innenministeriums auf Anfrage des MEDIENDIENSTES; Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Gruppe "Die Linke", Bundestagsdrucksache 20/14902, Seite 9 (Daten für Dezember 2024 nur für die Landesgrenzen)an den Grenzen zurückgewiesen – 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa 2.150 PersonenAntwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Gruppe "Die Linke", Bundestagsdrucksache 20/14946wurden im gesamten Jahr 2024 zurückgeschoben.

Im Gesamtjahr2023 gab es 34.860 ZurückweisungenAngaben der Bundespolizei auf Anfrage des MEDIENDIENSTES; Bundestagsdrucksache 20/8274, Seite 8 LINKan den Grenzen. 4.776 Personen wurden zurückgeschoben.QuelleBundestagsdrucksache 20/11471, Seite 15