Staatsangehörigkeit und Einbürgerung
Viele Rechte sind in Deutschland an den deutschen Pass gebunden. Bei der Bundestagswahl etwa sind nur deutsche Staatsbürger*innen wahlberechtigt, Ausländer*innen sind von der Abstimmung ausgeschlossen. Welche Wege gibt es, den deutschen Pass zu erhalten? Wer hat Anspruch auf eine Einbürgerung? Und wie viele Menschen leben in Deutschland, die zwei Pässe haben?
Eine Befragung des Mediendienstes 2025 unter den 50 bevölkerungsstärksten Städten Deutschlands zeigt: 2024 sind in 47 Städten knapp 211.400 Einbürgerungsanträge eingegangen. Die meisten Anträge wurden in Berlin (ca. 44.000 Anträge), in München (20.600), Hamburg (19.800) und Bremen (11.300) gestellt. In den meisten Städten wurden deutlich mehr Einbürgerungsanträge gestellt als im Vorjahr.
Rückstau von Anträgen
In 30 von 37 Städten, die Daten zu den offenen Anträgen genannt haben, ist der Rückstau im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Besonders hoch ist der Bearbeitungsstau in den größeren Städten :
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München: ca. 33.000 offene Anträge
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Hamburg: ca. 32.000 offene Anträge
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Regierungsbezirk Darmstadt (u.a. für Frankfurt und Wiesbaden zuständig): ca. 28.000 offene Anträge
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Bremen: ca. 13.000 offene Anträge
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Düsseldorf und Köln: je rund 9.000 offene Anträge
Bearbeitungszeit
In drei Viertel der Städte, die Daten zur durchschnittlichen Bearbeitungszeit der Einbürgerungsanträge angeben konnten, lag diese bei über einem Jahr. Hinzu kommt, dass nicht alle Personen, die sich gerne einbürgern lassen würden und die Kriterien dafür erfüllen, zeitnah einen Antrag stellen können: Bis zu einem Termin kann es mehr als ein Jahr dauern.
Zur vollständigen Recherche zu Einbürgerungsanträgen vom Juni 2025 geht es hier.
Historie: Das deutsche Verständnis von Staatsangehörigkeit geht zurück auf das Kaiserreich und wurde bis 1999 im Wesentlichen durch das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913 geregelt. Demnach war Deutscher, wer deutsche Eltern hatte. Das Abstammungsprinzip (Blutrecht) wurde im Jahr 2000 mit einer Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes durch das so genannte Geburtsortprinzip (Bodenrecht) ergänzt. Deutscher ist seither auch, wer unter bestimmten Voraussetzungenin Deutschland geboren ist. Damit setzte die Politik ein entscheidendes Signal: Einwanderer sind nicht nur vorübergehende Gäste.
Wie hoch ist das Einbürgerungspotenzial?
Rund 5,2 Millionen Ausländer leben seit mindestens acht Jahren in Deutschland. Damit erfüllen fast 70 Prozent der hier lebenden Ausländer die grundsätzliche Voraussetzung, sich einbürgern zu lassen. Quelleeben der Aufenthaltsdauer gibt es jedoch weitere Kriterien, wie Sprachkenntnisse, Lebensunterhalt oder Vorstrafen. Um das "ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial" zu errechnen, bei dem alle Anforderungen für eine Einbürgerung erfüllt sind, zählt das Statistische Bundesamt daher nur Ausländer, die seit mindestens zehn Jahren in Deutschland leben. Das sind rund 4,8 Millionen. Davon haben sich 2013 lediglich 2,3 Prozent für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden. Quelleas Europäische Statistikamt erklärte Ende 2013 in einer Pressemitteilung, dass die Bundesrepublik bei Einbürgerungen deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt: pro 100 ansässiger Ausländer gibt es in der EU 2,3 Einbürgerungen, in Deutschland nur 1,5.
Erfolgsquoten für Anträge auf Mehrstaatigkeit
Es gibt immer mehr Menschen mit Doppelpass: Obwohl Mehrstaatigkeit nach offizieller Erklärung vermieden werden soll, finden die Hälfte aller Einbürgerungen seit Jahren unter sogenannter "Hinnahme der Mehrstaatigkeit" statt. Die Erfolgsquoten dafür sind jedoch je nach Herkunftsland sehr unterschiedlich:
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Bei Iranern, Syrern, Afghanen, Algeriern, Marokkanern oder Tunesiern wird in nahezu 100 Prozent der Fälle darauf verzichtet, dass die Einbürgerungswilligen ihre bisherige Staatsbürgerschaft aufgeben, weil das nicht möglich oder zumutbar ist.
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Auffällig hoch ist die "Hinnahme von Mehrstaatigkeit" auch bei Antragstellern aus einigen nord- und südamerikanischen Staaten wie den USA (2013: 88 Prozent), Argentinien (100 Prozent) und Brasilien (99 Prozent).
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Die Türkei liegt mit 17,5 Prozent Einbürgerungen unter Beibehaltung der alten Staatsbürgerschaft im unteren Mittelfeld.
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Am seltensten wird Mehrstaatigkeit bei der Einbürgerung von Menschen aus zentral- und ostafrikanischen Ländern akzeptiert, wie Kamerun, Kongo und Äthiopien. Niedrige Quoten von unter zehn finden sich aber auch für China, Indien und Kasachstan.
Wie viele Eingebürgerte leben in Deutschland?
Laut Mikrozensus 2012 sind elf Prozent der Bevölkerung (neun Millionen Personen) Deutsche mit Migrationshintergrund. Seit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 wurden bis Ende 2012 über 1,65 Millionen Ausländer eingebürgert. Den größten Anteil stellen Menschen mit (ehemals) türkischem Pass: Von ihnen erhielten in diesem Zeitraum über eine halbe Million Personen die deutsche Staatsbürgerschaft. Quelle
Einen Rekord erreichte die Zahl der Einbürgerungen im Jahr der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts 2000 (186.688 Personen). Danach ging sie zunächst zurück, bis zu einem Tiefpunkt in 2008 (94.470 Personen). Seitdem steigen die Zahlen kontinuierlich an und liegen seit 2010 wieder über der Marke von 100.000 Einbürgerungen pro Jahr. Quelle
Der überwiegende Teil der Einbürgerungen nach 2000 erfolgte aufgrund des Rechtsanspruchs nach einem Aufenthalt von mindestens acht Jahren, nur ein kleiner Teil durch Miteinbürgerung von Familienmitgliedern oder aufgrund gesetzlichen Ermessens. Quelle Bis heute ist die Zahl der Einbürgerungen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Bezogen auf die Größe der ausländischen Bevölkerung gab es 2012 in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen die höchsten Einbürgerungsquoten, die niedrigsten in Sachsen und Bayern. Quelle
Wie viele Einbürgerungen gibt es in Deutschland?
2013 wurden 112.350 Ausländer zu Neudeutschen. Insgesamt wurden seit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 bis Ende 2013 rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland eingebürgert. Quelle Ihren Rekord erreichten die Einbürgerungen im Jahr 2000, als die Voraussetzungen dafür deutlich erleichtert wurden (siehe oben). Bereits in den 90er Jahren stieg die Zahl an, da Ausländer im Rahmen einer Reformrstmals unter bestimmten Kriterien einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung erhielten.In den einzelnen Bundesländern ist die Zahl der Einbürgerungen sehr unterschiedlich. Bezogen auf die Größe der ausländischen Bevölkerung gab es 2013 in Hamburg und Schleswig-Holstein die meisten Einbürgerungen, die niedrigsten Quoten finden sich in Brandenburg und Bayern. Quelleas häufigste Herkunftsland bei Einbürgerungen ist noch immer die Türkei. Zwischen 2000 und 2013 wurden mehr als 580.000 Türken eingebürgert, das entspricht 33 Prozent aller Einbürgerungen in diesem Zeitraum. Allerdings geht die Zahl vor allem in dieser Gruppe seit 2000 stark zurück (in 2013 um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Quelle
Wie viele Einbürgerungen gibt es in Deutschland?
2013 wurden 112.350 Ausländer zu Neudeutschen. Insgesamt wurden seit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 bis Ende 2013 rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland eingebürgert. Quelle Ihren Rekord erreichten die Einbürgerungen im Jahr 2000, als die Voraussetzungen deutlich erleichtert wurden (siehe oben). Die Zahl stieg bereits in den 90er Jahren an, da Ausländer im Rahmen einer Reformrstmals unter bestimmten Kriterien einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung erhielten.In den einzelnen Bundesländern ist die Zahl der Einbürgerungen sehr unterschiedlich. Bezogen auf die Größe der ausländischen Bevölkerung gab es 2013 in Hamburg und Schleswig-Holstein die meisten Einbürgerungen, die niedrigsten Quoten finden sich in Brandenburg und Bayern. Quelleas häufigste Herkunftsland bei Einbürgerungen ist noch immer die Türkei. Zwischen 2000 und 2013 wurden mehr als 580.000 Türken eingebürgert, das entspricht 33 Prozent aller Einbürgerungen in diesem Zeitraum. Allerdings geht die Zahl vor allem in dieser Gruppe seit 2000 stark zurück (in 2013 um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Quelle