Alle Interviews

AfD und die Medien

Der Erfurter Medienwissenschaftler Kai Hafez vertritt eine starke These: Die Alternative für Deutschland (AfD) und die Medien profitierten voneinander, sagt er. Im MEDIENDIENST-Interview spricht Hafez darüber, warum die AfD medial erfolgreich ist und warum Engagierte in der Flüchtlingshilfe eher selten in den Medien vorkommen.

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nach der SPD die meisten Stimmen erhalten. Wie viel hat ihr Erfolg mit der Diskussion um die Flüchtlingsmigration zu tun? Und ist es wahrscheinlich, dass sich die Partei dauerhaft in Deutschland etablieren kann? Der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler analysiert im Interview mit dem MEDIENDIENST das Wahlergebnis.

Russlanddeutsche

Nach 1990 sind mehr als zwei Millionen Deutschstämmige aus der ehemaligen UdSSR nach Deutschland eingewandert. Einwanderer, die in den letzten Jahren in den Medien kaum sichtbar waren, bis einige von ihnen Anfang des Jahres mit Demonstrationen gegen "Migrantengewalt" in die Schlagzeilen gerieten. Was wissen wir über diese Gruppe und ihre Integration in Deutschland? Einblicke liefert der Migrationsforscher Prof. Dr. Jannis Panagiotidis im MEDIENDIENST-Interview.

Islamistische Radikalisierung

Der Religionspädagoge André Taubert leitet die Beratungsstelle „Legato“ in Hamburg. Er berät Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter, die befürchten, dass sich ein Jugendlicher radikalisiert. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erzählt er, wie schwierig es ist, religiöse Radikalisierung von persönlichen Problemen zu trennen – und was die größten Herausforderungen bei seiner Arbeit sind.

Menschenrechtsverletzungen

Noch immer versuchen täglich Hunderte Flüchtlinge, über die sogenannte Balkanroute Mittel- und Nordeuropa zu erreichen. Mit welchen Gefahren sind sie konfrontiert? Eine internationale Forschungsgruppe ist dieser Frage nachgegangen. Im Interview mit dem MEDIENDIENST berichtet die Kulturanthropologin Sabine Hess über massive Menschenrechtsverletzungen.

Remigration in die Türkei

Immer wieder wird über türkeistämmige Akademiker berichtet, die Deutschland verlassen, um im Land ihrer Vorfahren Karriere zu machen. Ist das ein Zeichen verfehlter Integrationspolitik? Gehen Deutschland wichtige Talente verloren? Nein, sagt der Globalisierungsforscher Martin Franz. Die hochqualifizierten Auswanderer seien ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für deutsche Unternehmen in der Türkei. Zudem würden viele von ihnen nicht dauerhaft dort bleiben.

Turkey

Turkey currently represents the largest refugee-hosting country in the world. However, human rights organizations have raised serious questions on whether its asylum policies abide by international agreements. What does the Turkish asylum system look like? And how are refugees treated? Human rights expert Dr. Cavidan Soykan answers these questions in an interview with MEDIENDIENST INTEGRATION.

Türkei

Die Türkei nimmt weltweit die meisten Flüchtlinge auf. Die Europäische Union hat ein Abkommen mit ihr geschlossen, das die irreguläre Migration nach Europa eindämmen soll und die Türkei zur Rücknahme bereits dorthin Geflüchteter verpflichtet. Doch wie ist ihre Situation vor Ort und wie ist das Asylsystem geregelt? Über diese Fragen gibt die türkische Menschenrechtsexpertin Dr. Cavidan Soykan im Interview mit dem MEDIENDIENST Auskunft.

Seenotrettung

Im Mai 2015 haben Aktivisten die europäische Hilfsorganisation SOS Mediterranee ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Flüchtlinge retten, die im Mittelmeer in Not geraten sind. Dazu setzt die Organisation ein eigenes Schiff ein. Anlässlich des Jahrestags der Gründung spricht Projektmanagerin Verena Papke im Interview mit dem MEDIENDIENST über die Einsätze auf See und die Herausforderungen, vor denen SOS Mediterranee steht.

Antimuslimischer Rassismus

An diesem Wochenende wird die Alternative für Deutschland (AfD) ihr Grundsatzprogramm beschließen. Die Partei will mit Anti-Islam-Positionen punkten. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erklärt die Historikerin Yasemin Shooman die rhetorischen Tricks von Rechtspopulisten und sagt, welche Rolle das Feindbild Islam spielt.

Flüchtlingskriminalität

Nach den sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht wird viel über Kriminalität von Flüchtlingen diskutiert. Einige wichtige Ursachen werden dabei allerdings kaum beachtet, sagt der Kriminologe Dr. Christian Walburg im Interview mit dem MEDIENDIENST. Zwar offenbarten die Übergriffe ein sehr problematisches Frauenbild bei den Tätern, aber berücksichtigen muss man auch ihre fehlenden Perspektiven für ein Leben in Deutschland.

Integration von Flüchtlingen

Deutsche Behörden stehen derzeit in der Kritik: Bei der Bearbeitung von Asylanträgen und der Unterbringung von Flüchtlingen hätten sie versagt. Der Migrationsforscher Prof. Dr. Hannes Schammann zieht im Interview mit dem MEDIENDIENST eine positivere Bilanz: Trotz Problemen funktioniere vieles in den Kommunen erstaunlich gut.

Sexuelle Übergriffe in Köln

Nach den gewalttätigen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln wird über die möglichen Ursachen diskutiert. Die Ermittlungen scheinen zu ergeben, dass auch Flüchtlinge unter den Tatverdächtigen sind. Der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Ahmet Toprak erklärt im Interview, worin er die Ursachen für solche Gewalttaten sieht.

Todestag von Amadeu Antonio

Vor 25 Jahren wurde der angolanische Vertragsarbeiter Amadeu Antonio Kiowa in Eberswalde von einer Gruppe rechtsextremistischer Jugendlicher verprügelt. Am 6. Dezember 1990 erlag er seinen Verletzungen. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erklärt die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, wie sich der Umgang mit rassistischer Gewalt in Deutschland seitdem verändert und warum sie eine Stiftung mit seinem Namen gegründet hat.

Debatte

Den offiziellen Prognosen zufolge erwartet Deutschland bis zum Jahresende rund 800.000 Flüchtlinge. Einige Länder und Kommunen fühlen sich bereits jetzt mit der Unterbringung und Versorgung überfordert. Vertreter aus CDU, CSU und SPD fordern nun, die Zuwanderung von Flüchtlingen durch Änderungen im Asylrecht zu begrenzen. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erklärt die Rechtswissenschaftlerin Anuscheh Farahat, warum solche Reformen weder zulässig noch sinnvoll sind.

EU-Asylpolitik

Die Justiz- und Innenminister der Europäischen Union haben sich darauf geeinigt, insgesamt 160.000 Flüchtlinge nach einem Quoten-Prinzip auf die Mitgliedstaaten zu verteilen. Einige osteuropäische Staaten wurden dabei überstimmt und haben bereits Widerstand angekündigt. Dänemark, Großbritannien und Irland sind ohnehin von der Regelung ausgenommen. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erklärt der Migrationsexperte Steffen Angenendt, was der aktuelle Beschluss für die EU-Asylpolitik bedeutet.

Gewalt in Unterkünften

Frauen und Mädchen sind in Flüchtlingsheimen oft Übergriffen ausgesetzt – sei es durch Mitbewohner, Sicherheitspersonal oder Lebenspartner. Ein "Policy Paper" des Deutschen Instituts für Menschenrechte nimmt dieses Problem in den Blick. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erklärt die Autorin Heike Rabe, warum die Betroffenen besser geschützt werden müssen und wie das gelingen kann.

Kolonialgeschichte

Vor 100 Jahren endete die deutsche Kolonialherrschaft im heutigen Namibia. Deutsche Truppen brachten dort mehrere zehntausend Menschen um. Die Bundesregierung weigert sich bislang, das Verbrechen als Völkermord anzuerkennen. Jetzt hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) erstmals offiziell von einem Genozid gesprochen. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erklärt Historiker Christian Geulen, warum eine Aufarbeitung der Kolonialgeschichte dringend notwendig ist.

EU-Migrationspolitik

In der Europäischen Union wird darüber gestritten, wie Asylsuchende gerecht auf die einzelnen Mitgliedstaaten verteilt werden können. Dabei wird auch vorgeschlagen, sie bereits an den EU-Außengrenzen beziehungsweise in Transitländern wie Libyen oder Tunesien zu registrieren, um nur ausgewählten Migranten die Einreise zu gewähren. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erläutert Migrationsexperte Stephan Dünnwald, warum eine "Fernsteuerung" der Einwanderung nur auf Kosten der Menschenrechte gehen könne.

Menschenrechte

Vor Kurzem hat der Menschenrechts-Kommissar des Europarats Deutschland besucht. In puncto Menschenrechte gibt er dem Land insgesamt eine gute Note. Im Interview mit dem MEDIENDIENST betont Nils Muižnieks jedoch: Es gebe Probleme, die das Land nicht ignorieren darf. Dazu gehört, wenn Rassismus und Diskriminierung von den Behörden ausgehe, wie kürzlich bei einem Fall mutmaßlicher Polizeigewalt gegen Flüchtlinge in Hannover.

25 Jahre Migrationsforschung am IMIS

Vor 25 Jahren wurde das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) an der Universität Osnabrück gegründet. Damals sprach man noch von „Ausländerforschung“ und „Immigranten“. Bis heute ist das Institut in Deutschland das einzige fest verankerte, an dem Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche zu Migration und Integration forschen. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erläutert Institutsdirektor Andreas Pott, warum die Gründung des IMIS wichtig war und welche Herausforderungen sich für die Zukunft stellen.

Gutachten zu Islam in Deutschland

Muslimische Gemeinschaften gibt es in Deutschland seit vielen Jahrzehnten. Doch wie steht es um ihre rechtliche Anerkennung? Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ist dieser Frage nachgegangen. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erklärt die Mitautorin und Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus, warum der rechtliche Status des Islams in Deutschland dem anderer Religionsgemeinschaften hinterher hinkt.

NPD-Verbotsantrag

In Kürze soll das Bundesverfassungsgericht erneut über einen Verbotsantrag gegen die rechtsextremistische Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) entscheiden. Die Frage, ob eine Partei aufgrund ihrer rassistischen und antisemitischen Einstellung verboten werden darf, spaltet die Gemüter – auch unter engagierten Gegnern der Rechtsextremen. Im Interview mit dem MEDIENDIENST sagt der Politikwissenschaftler Claus Leggewie, wieso Parteiverbote wenig bringen.

Tagung zu Bildungsintegration

Die UN-Kinderrechtskonvention schreibt fest: Alle Kinder haben das gleiche Recht auf Bildung – unabhängig von ihrer Herkunft. Auch Deutschland hat das Abkommen unterzeichnet. Doch inwieweit ist das Menschenrecht auf Bildung bereits Realität? Welche Gruppen sind weiterhin benachteiligt? Diese Fragen werden am 23. und 24. April bei einer Fachkonferenz am Zentrum für Bildungsintegration in Hildesheim diskutiert. Im Interview erläutert Bildungsexpertin Viola B. Georgi, worum es dabei geht.

Völkermord an Armeniern 1915

Bei Todesmärschen und Hinrichtungen sind 1915 im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier umgekommen. Bis heute erkennt die Türkei, der Rechtsnachfolger des Osmanischen Reichs, diesen Völkermord nicht an. Am 24. April soll auch in Deutschland dem Beginn der Gräueltaten gedacht werden. Wie das Thema in der türkischen und armenischen Community in Deutschland diskutiert wird, erklärt Dr. Berna Pekesen im Interview.

Medien über Tröglitz

2015 fing besorgniserregend an: drei Brandanschläge in drei Monaten, die sich gegen Flüchtlinge richteten. Seit dem Brand in Tröglitz wird darüber diskutiert, ob man Asylbewerber in manchen Orten besser nicht unterbringt. "Das feiern Rechtsextreme als Erfolg", erklären Timo Reinfrank und Natalie Ofori von der Amadeu Antonio Stiftung im Interview. Wie es dabei den Flüchtlinge ergeht, werde in der Debatte nur selten berücksichtigt.

Internationaler Frauentag

Debatten über Muslime kreisen oft um das Thema Gleichstellung von Mann und Frau. So gibt es etwa die weitverbreitete Meinung, Kopftücher seien der Beweis für Unterdrücktheit und Musliminnen müssten durch westliche Werte befreit werden. Dass es zahlreiche feministische Musliminnen und eine Gleichstellungsdebatte im Islam gibt, wird dagegen meist übersehen. Der MEDIENDIENST sprach darüber mit der Politikwissenschaftlerin Meltem Kulaçatan.

Schweizer Volksentscheid

Vor einem Jahr stimmte eine knappe Mehrheit der Schweizer dafür, Einwanderung per Kontingent einzuschränken. Jetzt steckt die Regierung in einer Zwickmühle: Sie muss den Volksentscheid "gegen Masseneinwanderung" umsetzen, obwohl das gegen das Freizügigkeitsabkommen mit der EU verstößt. Der Schweizer Migrationswissenschaftler Walter Leimgruber ist davon überzeugt, dass unter seinen Mitbürgern inzwischen ein Umdenken stattgefunden hat.

Dekade Roma-Inklusion

Am 2. Februar 2005 haben acht osteuropäische Staaten eine Erklärung unterzeichnet, mit der die "Dekade der Roma-Inklusion" ausgerufen wurde. Innerhalb der nächsten zehn Jahre sollten Diskriminierung und soziale Ungleichheit von Roma in diesen Ländern wirksam bekämpft werden. Im Interview mit dem MEDIENDIENST erläutert Orhan Usein, Programm-Manager im Sekretariat der "Dekade" in Budapest, inwieweit das aus seiner Sicht gelungen ist.

Comiczeichnerin Soufeina Hamed

Soufeina Hamed zeichnet Cartoons und beschreibt darin ihren Alltag als Muslimin. Der Terroranschlag auf ihre Berufskollegen von "Charlie Hebdo" in Paris lässt sie ratlos zurück. Im Interview erklärt sie, wie wichtig Meinungsfreiheit aus ihrer Sicht für den gesellschaftlichen Dialog ist und warum dieser Vorfall für Muslime in der Öffentlichkeit zu einem Balanceakt wird. Ihre Sorge: Der Anschlag in Frankreich könnte nun auch die Emotionen in Deutschland hochschaukeln.

25 Jahre Mauerfall

25 Jahre nach dem Fall der Mauer sind Osten und Westen noch sehr verschieden, wenn es um die Themen Einwanderung und Integration geht: Während man im Westen bei Einwanderern eher an "Gastarbeiter" denkt, ist "Migrant" im Osten meist ein Synonym für Asylbewerber. Der Migrationshistoriker Jochen Oltmer erklärt im Interview, warum die Deutschen in Sachen Einwanderungsland noch Schwierigkeiten haben, wirklich "ein Volk" zu sein.

Interview zu rechten Hooligans

Am Wochenende demonstrierten über 4.000 gewaltbereite Hooligans und Aktivisten aus der rechten Szene unter dem Motto "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa). Verabredet hatten sie sich im Internet. Die Mitarbeiter von no-nazi.net beobachten seit Jahren rechte Aktivitäten in den sozialen Medien. Im Interview eklärt Projektkoordinator Johannes Baldauf, warum die Gruppe den Sprung vom Netz auf die Straße geschafft hat.

Sozialleistungen für EU-Bürger

In der Debatte über "Armutsmigration" entsteht mitunter der Eindruck, rumänische und bulgarische Einwanderer kämen vor allem wegen Sozialleistungen nach Deutschland. Anna Schmitt ist Sozialarbeiterin in Berlin und berät Neueinwanderer aus Osteuropa. Im Interview erklärt sie, wie ihr Berufsalltag aussieht und warum es für die neuen Unionsbürger alles andere als leicht ist, staatliche Unterstützung zu erhalten.

Antisemitismus in sozialen Medien

Seit Beginn des Gaza-Konflikts häufen sich neben anti-israelischen Kommentaren auch antisemitische Äußerungen in sozialen Medien. Inan Witte engagiert sich bei der "Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus" und beobachtet, worüber Jugendliche im Internet diskutieren. Im Interview beschreibt er, welche Aufrufe und Verschwörungstheorien hier kursieren und warum viel Aufklärungsbedarf besteht.

Ein Jahr muslimisches Studienwerk

Zwei christliche und ein jüdisches Studienwerk gab es bereits in Deutschland. Seit einem Jahr gibt es unter den konfessionellen Begabtenförderungswerken mit staatlicher Förderung auch das muslimische Avicenna-Studienwerk. Bis Oktober 2014 sollen die ersten 50 Stipendiaten ausgewählt werden. Im Interview erläutert Geschäftsführer Hakan Tosuner, warum ein Studienwerk für Muslime überfällig war.

Deutschtest beim Ehegattennachzug

Ehegatten ohne die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes müssen Deutschkenntnisse nachweisen, bevor sie zu ihrem Partner nach Deutschland ziehen dürfen. Im Fall türkischer Staatsbürger verstößt das jedoch gegen EU-Recht, urteilte der Europäische Gerichtshof. Ausnahmen bestehen aber keineswegs nur für diese Gruppe. Im Interview erläutert Hiltrud Stöcker-Zafari vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften die Rechtslage.

Neue Begriffe für "Migrationshintergrund"

Weil er teilweise negativ besetzt ist, haben Heidelberger am "Diversity-Tag" in einem Workshop Alternativen zum Begriff "Migrationshintergrund" gesucht. Auf welche Umschreibungen haben sie sich geeinigt? Wo gab es Streit? Und warum kann man den Begriff nicht einfach abschaffen? Ein Interview dazu mit Workshop-Leiterin Konstantina Vassiliou-Enz von den "Neuen deutschen Medienmachern".

Polizeiausbildung in NRW

Vor einem Jahr, am 6. Mai 2013, startete der Prozess gegen die rechtsextreme Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund". Über zehn Jahre konnte sie unbehelligt agieren, weil Polizei und Staatsschutz nicht im Neonazi-Milieu ermittelten, sondern sich auf das Umfeld der Opfer konzentrierten. Thomas Grumke ist Rechtsextremismusexperte und Polizeiausbilder in Nordrhein-Westfalen. Im Interview erklärt er, warum es hilfreich wäre, wenn bei Straftaten gegen Migranten per Gesetz immer nach rassistischen Motiven ermittelt werden müsste.

Gesetzesreform sichere Herkunftsstaaten

Laut Koalitionsvertrag will die Bundesregierung Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien als "sichere Herkunftsstaaten" einstufen. Asylanträge von Angehörigen dieser Staaten könnten somit automatisch und deutlich schneller abgelehnt werden. Das Kabinett hat bereits einen Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums dazu beschlossen. Im Interview erklärt Petra Follmar-Otto vom Deutschen Institut für Menschenrechte, welche Konsequenzen die geplante Reform hat.

Vielfalt am Arbeitsplatz

Die Vielfalt des Personals gezielt fördern? Bei dieser Frage stehen viele deutsche Firmen erst am Anfang. Unternehmen in klassischen Einwanderungsländern wie Kanada sind da oft schon weiter. So etwa die weltweit agierende Scotiabank, die dafür mehrfach ausgezeichnet wurde. Im Interview erläutert Personalmanagerin Deanna Matzanke, warum sich das für ihr Unternehmen auszahlt.

Spätaussiedler

Zwischen 1990 und 2001 wanderten 1,9 Millionen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Einer von ihnen ist der Fotograf Eugen Litwinow. Für sein Buch "Mein Name ist Eugen" hat er die Geschichten von dreizehn jungen Aussiedlern gesammelt. Litwinow dokumentiert die Suche nach einer verlorenen Identität und erklärt im Interview, warum seine Protagonisten ihren russischen Namen mit einem deutschen tauschten.

Studie zu "Ehrenmorden"

Die Juristin Julia Kasselt hat Tötungsdelikte in Deutschland analysiert und untersucht, wie Richter mit dem Motiv einer vermeintlich veletzten Ehre umgegangen sind. Das Ergebnis: Kulturell motivierte Fälle werden meist strenger bestraft als andere. Im Interview erklärt die Kriminologin, wie "Ehrenmord" juristisch definiert wird und seit wann sich der Begriff durchgesetzt hat.

Neuregelung der Optionspflicht

Union und SPD haben sich auf eine Neuregelung der Optionspflicht geeinigt. Bisher müssen sich in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern bis zu ihrem 23. Lebensjahr zwischen der deutschen Staatsangehörigkeit und der ihrer Eltern entscheiden. Dem nun vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf zufolge soll dieser Zwang entfallen. Allerdings nur für diejenigen, die nachweisen können, in Deutschland aufgewachsen zu sein. Im Interview mit dem Mediendienst kritisiert Politikwissenschaftler Rainer Bauböck die geplante Reform.

100. Sitzung im NSU-Prozess

Der NSU-Prozess zählt zu den größten Terrorismusverfahren der deutschen Justizgeschichte. Am Anfang war die Aufmerksamkeit und das Gerangel um die Plätze im Gerichtssaal groß. Die Betreiber der Website "NSU-Watch" protokollieren minutiös jede Verhandlung. Was haben sie bisher beobachtet? Zum 100. Prozesstag am 1. April zieht Projekt-Leiter Felix Hansen im Interview mit dem Mediendienst Bilanz.

50 Jahre Anwerbeabkommen mit Portugal


Am 17. März 1964 schloss die Bundesrepublik ein Anwerbeabkommen mit Portugal. Bis zu 125.000 Portugiesen kamen aus der Diktatur und lebten zeitweise in Deutschland. Unter ihnen: Armando Rodrigues de Sá, der am Bahnhof in Köln als einmillionster Gastarbeiter begrüßt wurde. Der Historiker Christoph Rass erklärt, weshalb zunächst fast nur junge Männer kamen und warum ihnen die Integration besonders leichtgefallen ist.

Antiziganismus

In der aktuellen Debatte wird der Begriff "Armutszuwanderer" häufig als Synonym für Roma aus Osteuropa verwendet. Antiziganismusforscher Markus End kritisiert das in einem Interview mit der Deutschen Welle. Die Existenz gebildeter und wohlhabender Roma, die nicht ins Klischeebild passen, gehe in der Diskussion völlig unter. In den Medien sei zu wenig Sensibilität für Antiziganismus vorhanden.

Die "Öko-Muslime"

In Ländern wie den USA, Kanada und Großbritannien nimmt die Zahl der Naturschützer zu, die ihre Motivation aus dem Islam ziehen. Auch in Deutschland scheint das der Fall zu sein: Beim Deutschen Orientalistentag und dem Tag der offenen Moschee 2013 stand der Umweltschutz im Fokus. Wer sind die "Öko-Muslime"? Und wie groß ist die Bewegung in Deutschland?

Koreaner in Deutschland

Vor 50 Jahren schloss die Bundesrepublik ein Anwerbeabkommen mit Südkorea. Es kamen Bergarbeiter und Krankenschwestern. Viele verließen Deutschland wieder, andere blieben und gründeten Familien. Die relativ kleine Einwanderergruppe gilt als vorbildlich integriert. Koreanistik Professor You Jae Lee erklärt, warum das so ist und welche Gefahr das Label "Musterbeispiel für gelungene Integration" birgt.

40 Jahre Anwerbestopp

Am 23. November 1973 bat der deutsche Arbeitsminister die Auslandsdienststellen der Bundesanstalt für Arbeit die "Vermittlung ausländischer Arbeitnehmer" bis auf Widerruf einzustellen. Damit war nicht nur das Ende der Gastarbeiter-Ära besiegelt – einen Widerruf gab es bis heute nicht. Der Anwerbestopp gilt de facto immer noch und Deutschland regelt den Fachkräftegewinn über "Anwerbestoppausnahmeverordnungen“. Fragen dazu an Historiker und Migrationsforscher Jochen Oltmer.

Rücksichtnahme auf Gläubige

Ein NRW-Politiker fordert, Sankt Martin in "Sonne, Mond und Sterne-Fest" umzubenennen. Ein Volkshochschulen-Leiter in Berlin hängt Kunst von den Wänden, weil sich muslimische Kursbesucher von Aktbildern gestört fühlen könnten. Und kurz vor Weihnachten wird in Behörden die alljährliche Debatte um Neujahrsgrüße statt Weihnachtskarten aufkommen. Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung erklärt, welchen Schaden solche Debatten um christliche Symbole im öffentlichen Raum anrichten können.

Erziehungswissenschaftler

Statistisch schneiden Schüler mit Migrationshintergrund schlechter ab als ihre Klassenkameraden. Deshalb sollen mehr Kinder möglichst früh eine Kindertageseinrichtung besuchen und dort gefördert werden. Dieser Lösungsansatz hat sich in Forschung, Politik und Medien durchgesetzt. Im Interview kritisiert der Erziehungswissenschaftler Frank-Olaf Radtke dieses Modell.

Nach der Sarrazin-Debatte

Vor drei Jahren erschien das umstrittene Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin. Zuvor hatte der langjährige SPD-Politiker und Bundesbankvorstand seine Thesen über muslimische Einwanderer im Lettre-Interview veröffentlicht. Der Rechtsextremismus-Experte Gideon Botsch hat damals in einem Gutachten geklärt, inwiefern die Äußerungen rassistisch sind. Der Mediendienst sprach mit ihm über die folgende Debatte und die Strategie der SPD.

Blaue Karte EU

Vor einem Jahr wurde die Blue Card eingeführt, mit der hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland geworben werden sollen. Bislang ist die Resonanz verhalten. Von den rund 8.900 erteilten Blauen Karten gingen über 70 Prozent an Personen, die bereits in Deutschland leben und lediglich den Aufenthaltsstatus wechselten. Fünf Fragen an Christine Langenfeld, Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration.

 

15 Jahre Kopftuch-Streit

Vor 15 Jahren durfte eine Frau namens Fereshta Ludin in Stuttgart nicht Lehrerin werden, weil sie ein Kopftuch trug. Sie klagte dagegen, der Fall wanderte bis zum Bundesverfassungsgericht. Dessen Urteil führte bis heute zu zahlreichen Kopftuchverboten in den Bundesländern. Die Erziehungswissenschaftlerin Yasemin Karakaşoğlu über die Sinnhaftigkeit dieser Verbote und einen angemessenen Umgang mit religiöser Viefalt.

Bundestagswahl

Er spielt Jazz und setzt sich für die Bürgerrechte der Sinti und Roma in Deutschland ein. Nun geht Romeo Franz den nächsten Schritt: Der 46-jährige Pfälzer kandidiert für die Grünen im Bundestag. Mit viel Glück könnte er der erste Sinto im Parlament werden. Durch den jüngsten Roma-Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission sieht sich Franz bestätigt: Es müsse mehr getan werden.

Einwanderer aus Marokko

Vor 50 Jahren schlossen Deutschland und Marokko ein Anwerbeabkommen für sogenannte Gastarbeiter. In der Europäischen Union zählen Marokkaner zu einer der größten Einwanderergruppen. Der Mediendienst sprach mit der Pädagogin Karima Benbrahim aus Düsseldorf, die in der deutsch-marokkanischen Community aktiv ist: Wie viele Menschen mit marokkanischen Wurzeln leben in Deutschland und warum werden sie hier in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen?

Einwanderungsreform USA

Das Einwanderungsland par excellence steht kurz davor, sein Zuwanderungsrecht zu reformieren. Vor einigen Wochen präsentierten Demokraten und Republikaner gemeinsam einen Gesetzesentwurf, der an diesem Dienstag im US-Senat debattiert wird. Der Mediendienst sprach mit Tamar Jacoby, der Vorsitzenden des Arbeitgeberverbands "ImmigrationWorks USA", über die geplante Reform. Welche Hoffnungen setzt die US-Wirtschaft auf neue Visa-Möglichkeiten und das geplante "Gastarbeiter"-Programm?

Nationaler Integrationsgipfel

Am 28. Mai findet der sechste Integrationsgipfel statt. Beim letzten Treffen im Kanzleramt vor über einem Jahr wurde der "Nationale Aktionsplan Integration" vorgestellt. Was ist daraus geworden? Was haben die zahlreichen Treffen und Gremien bis heute gebracht? Migrationsforscher Klaus J. Bade zieht im Interview Bilanz.

 

UN-Ausschuss rügt Deutschland

Die internationale Entscheidung kommt nach drei Jahren: 2010 hat die Berliner Staatsanwaltschaft eine Klage gegen Thilo Sarrazin wegen Volksverhetzung und Beleidigung abgelehnt – und damit gegen die UN-Antirassismuskonvention verstoßen. Das erklärte nun ein zuständiger Prüfausschuss der Vereinten Nationen. Hendrik Cremer vom Deutschen Institut für Menschenrechte beantwortet Fragen zu den Hintergründen und Folgen der UN-Entscheidung.

Leben in Illegalität

In Deutschland leben Hunderttausende Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung. Wie aber kommen die Betroffenen ins Land? Und was tun sie hier? Der Mediendienst stellt Fragen an Johannes Knickenberg, Geschäftsführer des Katholischen Forums „Leben in der Illegalität". Seine Organisation ist Mitveranstalter einer Experten-Tagung zum Thema, die vom 20. bis 22. März in Berlin stattfindet.

Diskriminierung

Die Frage, ob das deutsche Schulsystem Kinder aus Einwandererfamilien diskriminiert, ist innerhalb der Wissenschaft umstritten. Für den Gymnasiallehrer und Wissenschaftler Karim Fereidooni steht fest, dass strukturelle Benachteiligungen eine wichtige Rolle spielt. Die Behauptung, soziale Herkunft allein sei ausschlaggebend, hält er für zu kurz gefasst.

 

Segregation an Grundschulen

Eigentlich wird jedes Kind von den Behörden einer Grundschule zugeteilt, die in unmittelbarer Nähe zum Wohnort liegt. Hat die Einzugsschule jedoch einen hohen Anteil von Kindern aus Zuwandererfamilien, versuchen viele Eltern ihr Kind auf einer anderen Schule anzumelden. Damit verschärfen sie die Trennung der Kinder nach Herkunft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kurz-Studie beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration und Integration (SVR).

Einwanderer im Bildungssystem

Sie haben einen Intelligenzquotienten von über 130, ohne dass es jemandem auffällt: In Deutschland geht das Potenzial von Zehntausenden Jugendlichen verloren, wie Untersuchungen zeigen. Denn in den Förderprogrammen für Hochbegabte stammt höchstens jedes zehnte Kind aus einer Einwandererfamilie, während es in der Bevölkerung jedes dritte ist.

Visapflicht für Türken

Türken brauchen ein Visum, wenn sie nach Deutschland reisen. Die Regelung ist unter Rechtsexperten umstritten. Eine junge Frau, die ihre Mutter in Deutschland besuchen wollte, hat kein Visum erhalten und geklagt. Nun muss der Europäische Gerichtshof darüber entscheiden, ob Deutschland die Visapflicht für Menschen aus der Türkei abschaffen muss.