• News
  • Podcast
  • Experten
  • How To
  • Veranstaltungen
  • Über uns
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Themen A-Z
   
  • Zahlen und Fakten:
  • Flucht & Asyl
    • Zahl der Flüchtlinge
    • Asylrecht
    • Versorgung
    • Abschiebungen
    • Duldung
    • Arbeit und Bildung
    • Minderjährige
    • EU-Asylpolitik
    • Syrische Flüchtlinge
    • Afghanische Flüchtlinge
    • Ukrainische Flüchtlinge
  • Migration
    • Bevölkerung
    • Wer kommt, wer geht?
    • Europäische Union
    • Arbeitskräfte
    • Irreguläre
    • Staatsbürgerschaft
    • Staatenlose
    • Klimawandel & Migration
    • Menschenhandel
    • Geschichte der Migration
  • Integration
    • Kita
    • Ausbildung
    • Schule
    • Hochschule
    • Arbeitsmarkt
    • Mehrsprachigkeit
    • Gesundheit
    • Fußball
    • Politische Teilhabe
    • 'Interkult. Öffnung'
    • Medien
    • Einstellungen
  • Desintegration
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Diskriminierung
    • Kriminalität
    • Extremistischer Islamismus
    • Rechtsextremismus
    • Rechtspopulismus
  • Gruppen
    • Islam und Muslime
    • Kurden
    • Juden
    • Schwarze Menschen
    • Sinti & Roma
    • Postsowjetische Migranten
  • English
    • About us
    • Facts & Figures
    • News
Fakten-Check
Weltweite Migration 20.08.2015

Deutschland nicht zweitgrößtes Zielland

Seit die OECD in einer Studie erklärte, Deutschland sei auf Platz zwei aller Einwanderungsländer der OECD-Staaten gerückt, gilt die Annahme, Deutschland sei weltweit eines der beliebtesten Ziele für Migranten. Ein Blick auf globale Wanderungsbewegungen zeigt jedoch: Weder die meisten Arbeitsmigranten noch die meisten Flüchtlinge haben Deutschland oder Europa als Ziel. Die größten Migrationsbewegungen finden in Asien und Afrika statt.

Migrationsbewegungen zwischen Afrika und Europa 2015. Bild: Internationale Organisation für Migration (IOM)

Im Mai 2014 veröffentlichte die "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD) ein Papier unter dem Titel "Migration Policy Debates: Is migration really increasing?" Darin heißt es: "Nach den USA ist Deutschland inzwischen das zweitgrößte Einwanderungsland der OECD, aufgestiegen von Platz acht seit 2009". In der Berichterstattung wurde die Analyse etwas verkürzt wiedergegeben: "Deutschland ist zu einem der attraktivsten Zuwanderungsländer der Welt geworden", schrieb beispielsweise Spiegel Online (siehe dazu auch Die Welt, taz.de, faz.net, Zeit Online, usw.).

Inzwischen ist die Aussage im deutschen Migrationsdiskurs zur Binsenweisheit geworden. Sie  findet sich in den Medien immer wieder, zuletzt in der Debatte um die Frage, ob Deutschland ein neues Einwanderungsgesetz braucht: "Deutschland ist nach den USA das zweitgrößte Einwanderungsland der Welt", erklärte beispielsweise der Chef des Kanzleramts Peter Altmeiter (CDU) vor wenigen Tagen in der BILD. Deswegen brauche es die Debatte auch innerhalb seiner eigenen Partei.

Als Argument dient die Annahme inzwischen Migrationsbefürwortern wie -gegnern. Doch ein genauer Blick auf die globalen Migrationsbewegungen zeigt: Die Idee, Deutschland sei "weltweit auf Platz zwei", ist nicht haltbar und wurde so von der OECD auch nicht wiedergegeben.

1. Deutschland ist nicht weltweit das Einwanderungsziel Nummer zwei

Die OECD-Untersuchung bezieht sich auf Wanderungszahlen von 2012. Demnach lebten damals in Deutschland rund 400.000 Einwanderer länger als ein Jahr im Land. Damit ist Deutschland erstmals in der OECD an zweite Stelle gerückt. Platz eins belegte mit großem Abstand weiterhin die USA (über einer Million Einwanderer).

Ein wichtiger und oft vernachlässigter Aspekt: Das OECD-Ranking bezieht sich ausschließlich auf die 34 Industrieländer, die der Organisation angehören. Damit liegen zwar weltweite (und nicht nur EU-weite) Vergleichsdaten vor. Doch die Angaben sagen wenig über Migrationsbewegungen weltweit aus.

"Die Behauptung, Deutschland sei das zweitwichtigste Zielland weltweit, ist so nicht korrekt", erklärt etwa Guy Abel vom "Vienna Institute of Demography" , der die Studie "The Global Flow of People" mitkoordiniert hat. Ein bedeutender Teil der Migrationsbewegungen findet demnach außerhalb von Industrienationen statt. Abel rät grundsätzlich zur Vorsicht, wenn es um internationale Vergleiche geht: „Wir verfügen innerhalb von Asien oder Afrika über sehr ungenaue Migrations-Daten."

Das Hauptproblem: In vielen Ländern fehlt eine Infrastruktur, die es ermöglicht, Einwanderer zu erfassen. Die Zahl der Migranten aus Zimbabwe, die in Südafrika leben, wird zum Beispiel zwischen einer und drei Millionen geschätzt.

Die Studie der Wiener Forschergruppe zeigt, dass die wichtigsten Wanderungen innerhalb einzelner Weltregionen stattfinden. Das bedeutet: Anders als oftmals angenommen haben Migranten aus Afrika und Asien nicht Europa als Ziel, sondern Länder in ihrer Nähe. So berichtet die Internationale Organisation für Migration (IOM), dass in Westafrikaeine Großregion, zu der unter anderem Niger, Mali, Ghana und Senegal gehören rund 70 Prozent der Wanderungen innerhalb der Region stattfinden.

Auch die Behauptung, Migration würde vor allem von ärmeren in reichere Großregionen stattfinden, ist irreführend. Nach SchätzungenIOM, "World Migration Report 2013", Seite 177 der IOM wandern nur 40 Prozent aller Migranten von "armen" in "reiche" Länder (sogenannte Süd-Nord Migration). Die vermutlich größte Wanderungsbewegung der vergangenen zehn Jahre fand laut Angaben des "Vienna Institute of Demography" zwischen Süd- und Westasien statt: Mehr als fünf Millionen Menschen sind in diesem Zeitraum von Pakistan, Indien und Bangladesch auf die Arabische Halbinsel gewandert.

2. Im Verhältnis zur Bevölkerung ist die weltweite Migration nicht dramatisch gestiegen

Der UNHCR meldete kürzlich, dass derzeit etwa 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind. Das ist die höchste Zahl seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Gleichzeitig steige die Zahl der Einwanderer in den Industrieländern. Das heißt jedoch nicht, dass mehr Menschen migrieren als sonst, sagt Demographie-Experte Guy Abel: „In der Welt leben inzwischen auch mehr Menschen als je zuvor. Es gibt zwar mehr Migranten, doch der Anteil der Menschen, die von einem Land ins andere wandern, hat sich nicht wesentlich geändert." Zwischen den 60er Jahren und 2010 seien fast durchgehend 0,6 Prozent der Weltbevölkerung in Bewegung gewesen.

Leichte Schwankungen gebe es allerdings schon: Zwischen 1990 und 1995 konnten die Wiener Forscher einen Höchstwert von 0,7 Prozent messen. „Das beweist, dass historische politische Krisen wie der Mauerfall oder der Krieg in Jugoslawien die wichtigsten Beweggründe für Migration sind“, so Abel. Aufgrund der fortdauernden Krisen in Syrien, Irak und Nordafrika erwarte das "Vienna Institut of Demographie" auch für den Zeitraum 2010-2015 einen ähnlichen Wert.

3. Deutschland ist nicht Zielland Nummer eins für Asylsuchende

Es stimmt, dass seit 2013 Deutschland das Land ist, in dem nach AngabenUNHCR, "Asylum Trends 2014", Seite 3 des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) jährlich die meisten Asylanträge weltweit gestellt werden. 2014 sah die Rangliste der Aufnahmeländer nach den Erstanträgen so aus: Platz 1: Deutschland (173.000), Platz 2: USA (121.000), Platz 3. Türkei (88.000), Platz 4: Schweden (75.000), Platz 5: Italien (64.000).

Doch die Zahlen sagen nur bedingt etwas über die tatsächliche Anzahl von Flüchtlingen in einzelnen Staaten weltweit aus: In vielen Ländern gibt es kein Asylsystem, das eine Erfassung anhand von Asylanträgen ermöglicht. So flüchteten im Jahr 2014 aus Syrien rund 250.000 allein nach Libanon. Auch in der Türkei bekommen syrische Flüchtlinge Schutz, ohne dass sie einen Asylantrag stellen müssen. 2015 sind es bereits 1,8 Millionen.

Wenn man die Gesamtzahl der Flüchtlinge nimmt, die in den verschiedenen Ländern leben, steht Deutschland laut UNHCR keineswegs an der Spitze:

Von Fabio Ghelli

 


Sie sind Journalist*in und haben weitere Fragen oder suchen Fachleute zum Thema? Dann können Sie uns gern kontaktieren. Wir helfen schnell und unkompliziert. Unsere Texte und Grafiken können kostenfrei unter den Regeln der Creative Commons und unserer Namensnennung verwendet werden. Dies gilt nicht für Bilder und Fotos, die wir von Dritten erworben haben.

Artikel teilen

Zahlen und Fakten

Wer kommt, wer geht?

Aus welchen Ländern kommen Zuwanderer nach Deutschland? Wie viele Visa erteilt das Auswärtige Amt? Und welche Einwanderungsphasen haben Deutschland in der Vergangenheit geprägt?

ZUR RUBRIK

Mehr zum Thema

Push- und Pull-Faktoren

Deutschland ist kein Flüchtlingsmagnet

Flüchtlingszahlen

Deutschland ist nicht weltweites Hauptzielland

Über uns

Der MEDIENDIENST INTEGRATION ist eine Serviceplattform für Journalistinnen und Journalisten.

Auf unserer Webseite bieten wir Zahlen, Fakten und Hintergrundberichte zu Migration, Integration und Asyl in Deutschland. Wir arbeiten eng mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen und vermitteln Expertinnen und Experten für die Berichterstattung. Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie die aktuellen Termine zu unseren Themen.

Projektträger

Projektträger ist der „Rat für Migration e.V.“, ein bundesweiter Zusammenschluss von Migrationsforscherinnen und -forschern. Der MEDIENDIENST INTEGRATION arbeitet unabhängig und will den Austausch zwischen Wissenschaft und Medien intensivieren.

letzte Tweets

MDIntegration@twitter

Kontakt

Mediendienst Integration
Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin

mail  mediendienst-integration.de
Tel.: +49-30-200-764-80 oder -81

Informationen

  • Jobs
  • Förderung
  • Impressum
  • Nutzungshinweise
  • Netiquette
  • Datenschutzerklärung
© 2012 - 2025 Mediendienst Integration
  • Zahlen und Fakten:
    • Flucht & Asyl
      • Zahl der Flüchtlinge
      • Asylrecht
      • Versorgung
      • Abschiebungen
      • Duldung
      • Arbeit und Bildung
      • Minderjährige
      • EU-Asylpolitik
      • Syrische Flüchtlinge
      • Afghanische Flüchtlinge
      • Ukrainische Flüchtlinge
    • Migration
      • Bevölkerung
      • Wer kommt, wer geht?
      • Europäische Union
      • Arbeitskräfte
      • Irreguläre
      • Staatsbürgerschaft
      • Staatenlose
      • Klimawandel & Migration
      • Menschenhandel
      • Geschichte der Migration
    • Integration
      • Kita
      • Ausbildung
      • Schule
      • Hochschule
      • Arbeitsmarkt
      • Mehrsprachigkeit
      • Gesundheit
      • Fußball
      • Politische Teilhabe
      • 'Interkult. Öffnung'
      • Medien
      • Einstellungen
    • Desintegration
      • Antisemitismus
      • Rassismus
      • Diskriminierung
      • Kriminalität
      • Extremistischer Islamismus
      • Rechtsextremismus
      • Rechtspopulismus
    • Gruppen
      • Islam und Muslime
      • Kurden
      • Juden
      • Schwarze Menschen
      • Sinti & Roma
      • Postsowjetische Migranten
    • English
      • About us
      • Facts & Figures
      • News
  • News
  • Podcast
  • Experten
  • How To
  • Veranstaltungen
  • Über uns
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Themen A-Z
    • Jobs
    • Förderung
    • Impressum
    • Nutzungshinweise
    • Netiquette
    • Datenschutzerklärung