Antiziganismus ist Rassismus gegen Sinti und Roma und gegen Menschen, die als solche wahrgenommen werden. Die Diskriminierung beruht auf Vorurteilen und der Vorstellung, Sinti und Roma seien eine einheitliche Gruppe und alle Angehörigen hätten spezifische Eigenschaften. Die Abwertung hat in Europa eine jahrhundertelange Geschichte. Während des Nationalsozialismus wurden Sinti und Roma Opfer eines Völkermordes . Nach 1945 wurden Sinti und Roma in der Bundesrepublik und der DDR von Staat und Gesellschaft weiterhin diskriminiert. Dieses Unrecht soll eine unabhängige Kommission wissenschaftlich untersuchen, wie die Bundesregierung 2026 beschloss.
Heute erfahren Betroffene antiziganistische Diskriminierung sowohl im zwischenmenschlichen Kontakt, als auch strukturell, etwa bei Behörden. Der Begriff Antiziganismus ist umstritten, weil er eine rassistische Fremdbezeichnung "Zi..." (Z-Wort) beinhaltet. Alternativen sind etwa Rassismus gegen Sinti und Roma oder Antiromaismus.
Informationen zu Sinti und Roma in Deutschland finden Sie in unserem Dossier .
Die Unabhängige Kommission Antiziganismus veröffentlichte 2021 einen umfassenden Bericht zu Geschichte und Erscheinungsformen von Antiziganismus in Deutschland.