Zahl antisemitischer Straftaten

Antisemitische Straftaten in Deutschland haben in den vergangenen Jahren zugenommen.

Im Jahr 2025 erfassten die Behörden 6.548 antisemitische Straftaten (5 Prozent mehr als im Vorjahr). Von den Straftaten waren 156 Gewalttaten (knapp 10 Prozent weniger als im Vorjahr). Außerdem wurden 57 Straftaten gegen Synagogen registriert - 16 mehr als im Vorjahr. Bundesministerium des Inneren (2026): Politisch motivierte Kriminalität 2025, Seite 13, 16 und 23.

Von den in 2025 begangenen antisemitischen Straftaten waren laut den Behörden:

  • 47 Prozent politisch rechts motiviert
  • 35 Prozent aus den Phänomenbereich „ausländische Ideologie”
  • 9 Prozent aus den Phänomenbereich „religiöse Ideologie”
  • 2 Prozent politisch links motiviert
  • 7 Prozent Sonstige Eigene Berechnungen, Zahlen aus: Bundesministerium des Inneren (2026): Politisch motivierte Kriminalität 2025, Seite 16

Wie werden antisemitische Straftaten erfasst?
Die Landeskriminalämter übermitteln dem Bundeskriminalamt alle politisch motivierten Straftaten. Die Länder ordnen sie ausgehend von den Motiven und Tatumständen verschiedenen „Themenfeldern” (u. a. Hasskriminalität, eine Unterkategorie davon ist Antisemitismus) sowie einem „Phänomenbereich” zu (links, rechts, ausländische Ideologie, religiöse Ideologie, sonstige Zuordnung). Unter ausländische Ideologie fallen etwa Taten unter dem Schlagwort „PKK”. Unter „Religiöse Ideologie” falle unter anderem islamistisch begründete Delikte. Bis Ende 2023 wurden antisemitische Straftaten automatisch der Kategorie -rechts- zugeordnet, wenn es keine anderen Anhaltspunkte gab. Das wurde 2024 geändert: Straftaten, fallen unter -sonstige Zuordnung-, falls der Phänomenbereich unklar ist. Bundeskriminalamt (2024): "Bundesweite Fallzahlen 2023", S. 3, LINK ; Deutscher Bundestag 2024: Drucksache 20/10926, S. 36ff., LINK

Welche Statistiken gibt es neben den polizeilich erfassten Straftaten?

Verschiedene Organisationen führen eigene Zählungen durch. Diese umfassen aber nicht nur Straftaten, sondern auch nicht-strafbare antisemitische Vorfälle. 

  • Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) erfasste für 2025 insgesamt 8.725 antisemitische Vorfälle Dazu zählen etwa Gewalt, Sachbeschädigungen, Bedrohungen, verletzendes Verhalten, Versammlungen, Aussagen im Internet oder im analogen Raum. Antisemitische Äußerungen im Internet werden nur dann als antisemitische Vorfälle erfasst, wenn sie sich direkt an Personen oder Institutionen richten. . Das sind etwa so viele wie im Vorjahr (8.713 Vorfälle). Die Daten basieren auf Meldungen beim Bundesverband oder einem der Landesverbände von RIAS. Die zivilgesellschaftliche Initiative „Diaspora Alliance” kritisiert die Erfassungsmethode der Vorfälle von israelbezogenem Antisemitismus: RIAS vertrete eine zu weite Definition von israelbezogenem Antisemitismus, so die Initiative. Bundesverband RIAS (2026): "Antisemitische Vorfälle in Deutschland 2025", S. 9, 12f und 27; Diaspora Alliance (2025): "Biased: Antisemitismus-Monitoring in Deutschland auf dem Prüfstand", LINK

  • Der Verband VBRG veröffentlicht jährlich Zählungen von Opferberatungsstellen, darunter Zahlen zu antisemitischen Gewalttaten nach dem Strafgesetzbuch: Für 2024 erfasste der Verband 354 Angriffe (2023: 318). Davon waren 112 Körperverletzungen. VBRG (2025): Pressemitteilung zur Jahresbilanz rechter Gewalt 2024, LINK