Iranische Diaspora

Iraner in Deutschland

In Deutschland leben 319.000 Personen mit einem iranischen Migrationshintergrund – eine der größten Communitys weltweit. Rund 128.000 Iraner haben sich in den vergangenen 25 Jahren einbürgern lassen.

Proteste in Berlin gegen die iranische Regierung. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ebrahim Noroozi

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 20. Januar 2026 veröffentlicht und am 12. März 2026 aktualisiert.

In Deutschland demonstrieren Exil-Iraner gegen die Gewalt-Eskalation im Iran, mit der das Regime gegen Proteste vorgeht. Mehrere Bundesländer haben angesichts der aktuellen Lage einen Abschiebestopp in den Iran verhängt (Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und das Saarland).

Die iranische Community in Deutschland ist eine der größten weltweit – und die größte in EuropaZu iranischen Staatsbürgern in Europa siehe Eurostat (2025), Population on 1 January by age group, sex and country of birth LINK . Rund 319.000 PersonenStatistisches Bundesamt (2025), Bevölkerung in Privathaushalten nach Migrationshintergrund im weiteren Sinn nach ausgewählten Geburtsstaaten LINK in Deutschland haben einen iranischen Migrationshintergrund, 250.000 von ihnen sind selbst eingewandert. 161.100 iranische Staatsbürger (ohne deutsche Staatsangehörigkeit) leben in Deutschland.  

Die Geschichte der iranischen Migration nach Deutschland geht auf den Beginn des 20. Jahrhundert zurückSiehe David Norali Ghasemi (2013), Iraner in Deutschland. Migrationsprozess und Integration LINK – als regierungskritische Intellektuelle aus dem damaligen Persien Schutz in Deutschland suchten. In den folgenden Jahrzehnten führten politische Krisen wie etwa der Regierungsumsturz 1953 und später die Revolution von 1979 und der Iran-Irak Krieg zu weiteren Migrationsbewegungen nach Deutschland.

Von den etwa 161.600 iranischen Staatsbürger*innenStatistisches Bundesamt (2025), Statistischer Bericht - Ausländische Bevölkerung 2024 (Tabelle 12521-03) LINK ohne deutschen Pass haben rund 68 Prozent einen Aufenthaltstitel (rund 110.000 Personen). Als ausreisepflichtig gelten rund 11 Prozent der Iranerinnen und Iraner ohne deutschen Pass in Deutschland. Abschiebungen in den Iran finden nur vereinzelt statt: Seit 2020 wurden 114 PersonenBT-Drs. 19/27007, 20/890, 20/5795, 20/11471, 20/14946 und Bundesinnenministerium auf Anfrage des Mediendienst Integration in den Iran abgeschoben.

Schutzsuchende (Personen, die in Deutschland Schutz gesucht haben inkl. abgelehnte Asylbewerber) machen rund 45 ProzentStatistisches Bundesamt (2025),  Statistischer Bericht - Schutzsuchende - 2024 (Tabelle 12531-04) LINK der iranischen Staatsbürger*innen in Deutschland aus (ca. 72.500 Personen, Stand: Ende 2024). Der Anteil der iranischen Asylsuchenden, die in Deutschland Schutz bekommen, ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken: von mehr als 50 Prozent auf derzeit rund 23 Prozent. Die Mehrheit der Iraner*innen in Deutschland hat einen Aufenthaltstitel aus anderen Gründen (Erwerbstätigkeit oder familiäre Gründe). Von den rund 180.000 Iraner*innen, die zwischen 2015 und 2025 einen Asylantrag in der Europäischen Union gestellt haben, hat die Hälfte (54 Prozent)Eurostat (2026), Asylum applicants by type, citizenship, age and sex - annual aggregated data (abger. am 4.3.2026, eigene Berechnung) LINK den Antrag in Deutschland gestellt.

Viele Iranerinnen und Iraner haben die deutsche Staatsangehörigkeit erworben – besonders nach der Reform des Staatsbürgerschaftrechts im Jahr 2000. Insgesamt haben sich in den vergangenen 25 Jahren rund 128.000 Personen aus dem IranStatistisches Bundesamt (2025),  Statistischer Bericht - Einbürgerungen - 2024 (GENESIS Datenbank, abgerufen am 19.1.2026) LINK einbürgern lassen. Viele Iranerinnen und Iraner haben eine doppelte Staatsangehörigkeit, denn der Iran lässt nicht zu, dass Staatsbürger ihrer Staatsbürgerschaft aufgeben.

Religiösität

Die iranische Community in Deutschland ist, verglichen mit anderen muslimisch geprägten Herkunftsländern, eher wenig religiös: So gaben laut einer Befragung 44 Prozent an, keiner Religion anzugehören, 29 Prozent sagten sie seien muslimisch, und 27 Prozent hatten eine „andere Religion”.Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (2020): Muslimisches Leben in Deutschland 2020, Seite 40

Integration in den Arbeitsmarkt

Iranerinnen und Iraner sind etwas besser in den Arbeitsmarkt integriert als andere Ausländer. Im Moment arbeiten 77.000 Iraner*innen in Deutschland in sozialversicherungspflichtigen Jobs und 9.000 in geringfügiger Beschäftigung. Insgesamt sind es 86.000 Beschäftigte. Die Beschäftigungsquote lag Ende 2025 bei 64,2 Prozent (Personen aus Asylherkunftsländern: 50,6 Prozent, Ausländer insgesamt: 57,8 Prozent, Deutsche: 71,1 Prozent, inklusive geringfügiger Beschäftigung). Ohne geringfügige Beschäftigung lag sie bei 58,6 Prozent (Ausländer insgesamt: 52,5 Prozent), so eine IW-Studie.Bundesagentur für Arbeit (2025): Migrationsmonitor Dezember 2025, Tabelle 1.3, Link sowie Statistik „Migration und Arbeitsmarkt”, Indikator: „Ausschließlich geringfügig Beschäftigte” (Stand: Dezember 2025), Link; Institut der deutschen Wirtschaft (2026): „Iranerinnen und Iraner sind gut am deutschen Arbeitsmarkt integriert”, Seite 2

Rund 30.000 sind arbeitssuchend, davon sind 17.000 arbeitslos (Stand: Dezember 2025). Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 16 Prozent (Asylländer: 26 Prozent, Ausländer insgesamt: 15 Prozent, Deutsche: 6 Prozent).Bundesagentur für Arbeit (2025): Migrationsmonitor Dezember 2025, Tabelle 1.3 und 3.1, Link

Iranische Staatsangehörige arbeiten häufiger auf Fachkräfte-Niveau (73,1 Prozent, Ausländer insgesamt: 62,7 Prozent). Das mittlere Einkommen lag laut einer IW-Studie monatlich bei rund 3.500 Euro, und damit weit über dem Wert für alle
Ausländer von rund 3.200 Euro. Institut der deutschen Wirtschaft (2026): „Iranerinnen und Iraner sind gut am deutschen Arbeitsmarkt integriert”, Seite 3

Derzeit arbeiten rund 2.000 Ärzte mit iranischer Staatsangehörigkeit in Deutschland (1.994), damit liegt der Iran auf Platz 9 der häufigsten Herkunftsländer ausländischer Ärzte. Insgesamt arbeiten Iraner häufiger im Gesundheitswesen als andere Ausländer (11,2 Prozent im Vergeich zu 6 Prozent).Bundesärztekammer (2025): Ärztestatistik 2024, Seite 41; Institut der deutschen Wirtschaft (2026): „Iranerinnen und Iraner sind gut am deutschen Arbeitsmarkt integriert”, Seite 3

Zwei Drittel der Iraner in Deutschland haben Abitur

68 Prozent der Iraner in Deutschland haben Abitur beziehungsweise einen vergleichbaren Abschluss (zum Vergleich: Menschen mit Einwanderungsgeschichte insgesamt 61 Prozent). Nur 10 Prozent haben keinen Schulabschluss. Statistisches Bundesamt (2025): Staatistischer Bericht - Mikrozensus - Bevölkerung nach Migrationshintergrund - Erstergebnisse 2024, Link; Bundeszentrale für politische Bildung (2025): Kurz & Knapp / Sozialbericht 2024 / Bildungsniveau der Bevölkerung, Link

Im Wintersemester 2023/2024 waren etwa 15.200 iranische Studierende (Bildungsausländer) an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Damit lag der Iran auf Platz 4 bei den Studierenden aus Nicht-EU-Ländern, hinter Indien, China und der Türkei.Destatis (2024), "Statistik der Studierenden", LINK sowie Statistik der Studierenden, Wintersemester 2023/2024, Tabelle 21311-22, LINK