Im Dezember 2024 hat die islamistische HTS-Miliz das Regime des ehemaligen syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad gestürzt. Seitdem ist eine Übergangsregierung im Amt.
Rückkehr aus Deutschland
Laut Angaben des Ausländerzentralregisters sind zwischen Dezember 2024 und Juli 2026 mindestens 14.182 syrische Staatsangehörige freiwillig aus Deutschland ausgereist, davon mindestens 7.725 mit einer Förderung (Stand: 31.07.2026, vorläufige Zahlen).
Seit Januar 2025 können syrische Staatsbürger*innen in Deutschland im Rahmen des Bund-Länder-Programms REAG/GARP nach Syrien zurückkehren. Nach Angaben des Innenministeriums sind zum Stichtag 31.7.2026 über das Programm 7.150 Personen ausgereist. Das Programm deckt Reisekosten, eine Reisebeihilfe (200 Euro für Erwachsene, 100 Euro für Minderjährige) und finanzielle Starthilfe (1.000 EUR pro Person, maximal 4.000 EUR pro Familie) sowie gegebenenfalls medizinische Kosten.
Wie viele Syrer zurückkehren wollen, ist schwer zu beantworten. Die letzte Befragung dazu fand vor dem Sturz des Assad-Regimes statt: Damals gaben 94 Prozent der syrischen Geflüchteten an, dauerhaft in Deutschland bleiben zu wollen. Befragt wurden die zwischen 2013 und 2019 eingereisten, in Syrien geborenen Syrerinnen und Syrer.
Ausreisepflichtige und Abschiebungen nach Syrien
Laut Bundesinnenministerium sind 14.579 Syrer*innen in Deutschland ausreisepflichtig (Stand: 31.7.2026). Davon haben 11.528 Personen eine Duldung: Sie dürfen vorübergehend in Deutschland bleiben, weil sie nicht abgeschoben werden können.
Zwischen 2012 und 2025 gab es aus Deutschland keine Abschiebungen nach Syrien. Im Dezember 2025 wurde zum ersten Mal ein verurteilter Straftäter nach Syrien abgeschoben. Drei weitere Abschiebungen von Strafätern fanden im Januar 2026 statt.
Derzeit wird die Sicherheitslage in Syrien neu evaluiert. Zahlreiche internationale Berichte zur Sicherheitslage im Land bestätigen, dass die Lebenssituation und Menschenrechtslage dramatisch sind. Das Land gilt weiterhin als unsicher – insbesondere für schutzbedürftige Menschen wie etwa Frauen und Kinder. In verschiedenen Regionen brachen zudem immer wieder Konflikte zwischen rivalisierenden Gruppen aus. Dabei kamen 2025 mehr als 3.300 Zivilisten ums Leben. Zwischen Januar und Mai 2026 gab es weitere 367 Todesfälle.
Rückkehr von Flüchtlingen aus Syriens Nachbarländern
Nach dem Machtwechsel haben viele Kriegsflüchtlinge beschlossen, nach Syrien zurückzukehren. Seit November 2024 sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund 1,8 Millionen Syrer*innen aus dem Ausland nach Syrien zurückgekehrt. 702.000 Personen kamen aus der Türkei, etwa 713.000 aus Libanon und 295.000 aus Jordanien.
Laut einer Befragung des UNHCR wollen rund 18 Prozent der syrischen Geflüchteten, die in den Nachbarländern leben, bis August 2026 nach Syrien zurückkehren. 1,8 Millionen "Binnenflüchtlinge" (internally displaced persons) konnten zudem innerhalb von Syrien an ihre Herkunftsorte zurückkehren.