Im Dezember 2024 hat die islamistische HTS-Miliz das Regime des ehemaligen syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad gestürzt. Seitdem ist eine Übergangsregierung im Amt.
Rückkehr aus Deutschland
Laut Angaben des Ausländerzentralregisters sind zwischen Januar und November 2025 rund 6.500 syrische Staatsbürger*innen freiwillig aus Deutschland ausgereist.
Seit Januar 2025 können syrische Staatsbürger*innen in Deutschland im Rahmen des Bund-Länder-Programms REAG/GARP nach Syrien zurückkehren. Nach Angaben des Innenministeriums auf Anfrage des Mediendienstes sind zum Stichtag 31.10.2025 rund 2.900 Ausreisen über das Programm erfolgt. Das Programm deckt Reisekosten, eine Reisebeihilfe (200 Euro für Erwachsene, 100 Euro für Minderjährige) und finanzielle Starthilfe (1.000 EUR pro Person, maximal 4.000 EUR pro Familie) sowie gegebenenfalls medizinische Kosten.
Freiwillige Ausreisen nach Syrien können seit 2017 auch durch die zuständigen Stellen der Länder gefördert werden. Zwischen Dezember 2024 und Ende Oktober 2025 gab es darüber 346 freiwillige Ausreisen.
Wie viele Syrer zurückkehren wollen, ist schwer zu beantworten. Die letzte Befragung dazu fand vor dem Sturz des Assad-Regimes statt: Damals gaben 94 Prozent der syrischen Geflüchteten an, dauerhaft in Deutschland bleiben zu wollen. Befragt wurden die zwischen 2013 und 2019 eingereisten, in Syrien geborenen Syrerinnen und Syrer.
Ausreisepflichtige und Abschiebungen nach Syrien
Laut Bundesamt für Migration sind 10.718 Syrer*innen in Deutschland ausreisepflichtig (Stand: Februar 2026). Davon haben 9.787 Personen eine Duldung: Sie dürfen vorübergehend in Deutschland bleiben, weil sie nicht abgeschoben werden können.
Zwischen 2012 und 2025 gab es aus Deutschland keine Abschiebungen nach Syrien. Im Dezember 2025 wurde zum ersten Mal ein verurteilter Straftäter nach Syrien abgeschoben. Drei weitere Abschiebungen von Strafätern fanden im Januar 2026 statt.
Derzeit wird die Sicherheitslage in Syrien neu evaluiert. Zahlreiche internationale Berichte zur Sicherheitslage im Land bestätigen, dass die Lebenssituation und Menschenrechtslage dramatisch sind. Die Lage gilt weiterhin als unsicher – insbesondere für schutzbedürftige Menschen wie etwa Frauen und Kinder. In verschiedenen Regionen brachen zudem immer wieder Konflikte zwischen rivalisierenden Gruppen aus.
Rückkehr von Flüchtlingen aus Syriens Nachbarländern
Nach dem Machtwechsel haben viele Kriegsflüchtlinge beschlossen, nach Syrien zurückzukehren. Seit November 2024 sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund eine Million Syrer*innen aus dem Ausland nach Syrien zurückgekehrt. Rund 510.000 Menschen kamen aus der Türkei, etwa 270.000 aus dem Libanon und 157.000 aus Jordanien (Stand: September 2025). Laut einer Befragung des UNHCR wollen rund 18 Prozent der syrischen Geflüchteten, die in den Nachbarländern leben, bis August 2026 nach Syrien zurückkehren. 1,8 Millionen "Binnenflüchtlinge" (internally displaced persons) konnten zudem innerhalb von Syrien an ihre Herkunftsorte zurückkehren.