Zurückweisungen an den Grenzen
Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach Angaben der Bundespolizei rund 13.900 Personen an den Grenzen zurückgewiesen oder zurückgeschoben. Die fünf häufigsten Nationalitäten waren ukrainisch, türkisch, afghanisch, algerisch und kosovarisch. 534 der zurückgewiesenen Personen waren Asylsuchende.
2025 wurden nach Angaben der Bundespolizei rund 42.200 Personen an den Grenzen zurückgewiesen – davon etwa 24.400 Personen seit Mai 2025 (Einführung der verstärkten Grenzkontrollen). Die fünf häufigsten Nationalitäten waren
- ukrainisch (ca. 5.900 Personen),
- türkisch (3.000),
- afghanisch (2.700),
- algerisch (2.400),
- syrisch (2.200).
Etwa 1.200 der zurückgewiesenen Personen waren Asylsuchende. 242 Personen wurde die Einreise aufgrund besonderer Vulnerabilität erlaubt.
Grenzkontrollen
Im Mai 2025 hat das Bundesinnenministerium Grenzkontrollen an allen Landesgrenzen verstärkt und eine Weisung erlassen, nach der Schutzsuchenden die Einreise in die Bundesrepublik über die Landesgrenzen verwehrt werden kann – ausgenommen sind nur „erkennbar vulnerable” Personen wie etwa schwangere Frauen, unbegleitete Kinder und Kranke.
Vorübergehende Grenzkontrollen an den Grenzen zu Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Belgien und Dänemark wurden schon im September 2024 eingeführt. Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz finden seit Oktober 2023 statt. An der deutsch-österreichischen Grenze gibt es seit 2015 Kontrollen (mit Unterbrechungen). Damit finden an allen Landesgrenzen Kontrollen statt. Laut Schengener Grenzkodex sind derartige Kontrollen nur für begrenzte Zeit möglich. Die Kontrollen wurden im Februar 2026 um weitere sechs Monate verlängert. Laut Medienberichten im August 2026 plant das Bundesinnenministerium, sie bis Mitte März 2027 zu verlängern. Die EU-Kommission hat Deutschland im Juni 2026 zu einem Ende der Kontrollen aufgefordert.
Asylgesuche an der Grenze: Seit Mai 2025 werden auch Personen, die ein Asylbegehren/Asylgesuch äußern, zurückgewiesen. Dennoch registriert die Bundespolizei weiterhin Asylgesuche im Grenzgebiet. Im ersten Halbjahr 2026 haben rund 3.300 Personen ein „Asylgesuch im Zusammenhang mit einer unerlaubten Einreise”. Im Gesamtjahr 2025 waren es rund 7.500 Personen, 2024 circa 18.200 Personen. 2023 waren es knapp 57.000.