Zurückweisungen an den Grenzen
Zwischen Januar und August 2026 wurden nach Angaben der Bundespolizei 23.754 Personen an den Grenzen zurückgewiesen oder zurückgeschoben. Die fünf häufigsten Nationalitäten waren ukrainisch, türkisch, algerisch, afghanisch und albanisch. 655 der zurückgewiesenen Personen waren Asylsuchende.
Im Gesamtjahr 2025 wurden nach Angaben der Bundespolizei rund 42.200 Personen an den Grenzen zurückgewiesen – davon etwa 24.400 Personen seit Mai 2025 (Einführung der verstärkten Grenzkontrollen). Die fünf häufigsten Nationalitäten waren: ukrainisch (ca. 5.900 Personen), türkisch (3.000), afghanisch (2.700), algerisch (2.400), syrisch (2.200). Etwa 1.200 der zurückgewiesenen Personen waren Asylsuchende. 242 Personen wurde die Einreise aufgrund besonderer Vulnerabilität erlaubt.
Grenzkontrollen
Im Mai 2025 hat das Bundesinnenministerium Grenzkontrollen an allen Landgrenzen verstärkt und eine Weisung erlassen, nach der Schutzsuchenden die Einreise in die Bundesrepublik über die Landgrenzen verwehrt werden kann – ausgenommen sind nur „erkennbar vulnerable” Personen wie etwa schwangere Frauen, unbegleitete Kinder und Kranke.
Vorübergehende Grenzkontrollen an den Grenzen zu Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Belgien und Dänemark wurden schon im September 2024 eingeführt. Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz finden seit Oktober 2023 statt. An der deutsch-österreichischen Grenze gibt es seit 2015 Kontrollen (mit Unterbrechungen). Damit finden an allen Landgrenzen Kontrollen statt.
Laut Schengener Grenzkodex sind derartige Kontrollen nur für begrenzte Zeit möglich. Die Kontrollen wurden im Februar 2026 um weitere sechs Monate verlängert. Laut Medienberichten im August 2026 plant das Bundesinnenministerium, sie bis Mitte März 2027 zu verlängern. Die EU-Kommission hat Deutschland im Juni 2026 aufgefordert, die Kontrollen zu beenden.
Asylgesuche an der Grenze
Seit Mai 2025 werden auch Personen, die ein Asylbegehren/Asylgesuch äußern, zurückgewiesen. Dennoch registriert die Bundespolizei weiterhin Asylgesuche im Grenzgebiet. Zwischen Januar und August 2026 haben 4.614 Personen ein „Asylbegehren” bzw. „Asylgesuch” an der Grenze geäußert. Im Gesamtjahr 2025 waren es rund 7.500 Personen, 2024 circa 18.200 Personen. 2023 waren es knapp 57.000.