7,5 Millionen Afghan*innen leben außerhalb ihres Landes. Dazu zählen neben Geflüchteten auch Student*innen, Arbeitsmigrant*innen etc. Die afghanische Diaspora ist somit eine der größten weltweit. Das liegt daran, dass das Land seit einem halben Jahrhundert aufgrund zahlreicher Konflikte durchgehend in einer tiefen Sicherheits-, Wirtschafts- und humanitären Krise steckt.
Die meisten Diaspora-Afghan*innen leben in den Nachbarstaaten Iran und Pakistan:
Betrachtet man nur Flüchtlinge nach den Definitionen des UN-Flüchtlingshilfswerks ( People of concern ), kommt man auf rund vier Millionen afghanische Flüchtlinge in anderen Ländern. Auch hier leben die meisten im Iran (ca. 1,6 Millionen Menschen) und in Pakistan (1,4 Millionen Menschen). Deutschland liegt auf Platz drei der Aufnahmeländer mit rund 331.500 Menschen.
Zwischen September 2023 und Mai 2026 sind bis zu sechs Millionen Afghan*innen aus Pakistan und dem Iran zurück nach Afghanistan gekehrt, zum Teil zwangsmäßig. Das liegt zum einen daran, dass Pakistans im September 2023 das Abschieberecht verschärft hat (Illegal Foreigners’ Repatriation Plan – IFRP ). Ein weiterer Grund ist der Krieg zwischen dem Iran , den USA und Israel, der im Februar 2026 begann. Allein im ersten Halbjahr 2026 sind mehr als eine Million Afghan*innen nach Afghanistan zurückgekehrt: 616.600 Personen aus Pakistan und 401.600 aus Afghanistan. Die Rückkehr von Millionen Menschen binnen weniger Jahre (von denen viele außerhalb von Afghanistan geboren wurden) hat die Sicherheits-, Wirtschafts- und humanitäre Krise in Afghanistan weiter verschärft .