2025 wanderten 288.579 Deutsche aus Deutschland aus. Das waren rund 23 Prozent aller Auswanderungen und etwas mehr als im Vorjahr. Jährlich ziehen mehr Deutsche weg, als wieder nach Deutschland zurückziehen. Wie viele davon dauerhafte Fortzüge sind, wird nicht erfasst. Rund 190.000 Deutsche kehrten im Jahr 2025 nach Deutschland zurück.
Die Auswertung einer Umfrage zeigt: Besonders viele junge Menschen ziehen fort (Zweidrittel unter 40 Jahre) und sie haben häufig einen Hochschulabschluss (Dreiviertel der Befragten). Die meisten wollen nur eine Zeitlang ins Ausland.
Die häufigsten Zielländer von deutschen Auswanderern waren 2025 laut Wanderungsstatistik :
- Schweiz (22.700),
- Österreich (13.500),
- Spanien (9.700),
- USA (8.900) und
-
Frankreich (5.700).
Da mehr Deutsche Deutschland verlassen als zurückkehren, „verlor” das Land 2025 rund 97.000 Personen (-96.689 Wanderungssaldo).
Innerhalb Europas lebten 2025 laut Statistischem Bundesamt 2025 die meisten Deutschen in der Schweiz (329.900), gefolgt von Österreich (239.500), Spanien (131.800) und Frankreich (94.000).
Laut einem OECD- Bericht zu deutschen Auswanderern von 2015 lebten damals insgesamt rund 3,4 Millionen in Deutschland geborene Personen in anderen OECD-Ländern. Die häufigsten Länder waren demnach die USA (1,1 Mio.), Großbritannien (270.000) und die Schweiz (270.000). Große Communities, die auf deutsche Auswanderung zurückgehen, gibt es auch in Brasilien (6,1 Millionen), Argentinien (zwei bis drei Millionen) und Kanada, so eine Auflistung der Bundesregierung und eine nicht-wissenschaftliche Online-Auflistung.
Nicht registrierte Abwanderung
Die Zahlen der Wanderungsstatistik sind insgesamt vermutlich zu hoch, da sie unbereinigt sind und etwa sehr kurzfristige Aufenthalte enthalten (mehr dazu unten). Zudem wird Abwanderung teils verzögert registriert, da Menschen häufig das Land verlassen, ohne sich abzumelden. Grundsätzlich besteht in Deutschland jedoch eine Abmeldepflicht bei Fortzügen ins Ausland. Stellt eine Meldebehörde fest, dass eine Person ihre gemeldete Adresse verlassen hat, wird eine "Abmeldung von Amts wegen" vorgenommen. Dies wird dann statistisch verspätet als Fortzug erfasst.
Gründe für eine Abwanderung
Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) von 2024 steigt das subjektive Wohlbefinden von deutschen Staatsangehörigen nach einem Umzug, und zwar besonders deutlich nach einem Umzug ins Ausland.
Eine Auswertung des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) von 2015 kam zu ähnlichen Ergebnissen, zeigte aber eine größere Unzufriedenheit mit dem Leben in Deutschland (41 Prozent).