2025 verließen rund eine Million Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit Deutschland (956.363), das zeigt die Wanderungsstatistik . Ihre Zahl hat in den letzten Jahren leicht zugenommen. Zu einem etwas niedrigeren Ergebnis kommt das Ausländerzentralregister : Demnach gab es im Jahr 2024 rund 760.000 Fortzüge von Ausländern (zum Vergleich: 990.000 Fortzüge laut Wanderungsstatistik, mehr zu den Unterschieden siehe unten).
Die meisten Auswandernden dürften EU-Arbeitskräfte gewesen sein, die in ihre Heimatländer zurückkehrten. Die häufigsten Zielländer waren 2025:
- Rumänien (162.500),
- die Ukraine (84.800),
- Polen (78.800),
- ungeklärt (63.800),
- Bulgarien (55.500),
- die Türkei (42.000),
-
Italien (44.700).
Die meisten ausländischen Personen zogen aus Deutschland in ein europäisches Land. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigte 2025, dass zwei Drittel der Befragten nach ihrem Aufenthalt in Deutschland wieder in ihr Heimatland abwanderten. Etwa ein Drittel zog in ein anderes Land weiter.
Tatsächliche Abwanderungsquote geringer
Zu etwas niedrigeren Zahlen kommt das Ausländerzentralregister . Demnach seien jährlich im Schnitt 5,7 Prozent der in Deutschland lebenden Ausländerinnen und Ausländer in den Jahren 2014 bis 2023 weggezogen, oder rund 621.000 pro Jahr (zum Vergleich: laut Wanderungsstatistik 1,1 Millionen Fortzüge und 10,5 Prozent). Nach Angaben einer Studie des IAB dürfte die tatsächliche Abwanderungsquote von Ausländern "bei maximal sechs Prozent liegen". Hier mehr zu den unterschiedlichen Statistiken.
Wie viele Ausländer wollen auswandern?
Verschiedene Befragungen in den letzten Jahren fanden bei Ausländern ein im Vergleich zu Deutschen höheres Niveau von Auswanderungs-Bereitschaft. Studien zeigen aber: Migrationsabsichten sind meist deutlich stärker verbreitet als tatsächliche Migration. Ob Migrationswünsche wirklich umgesetzt werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise Alter, finanzielle Mittel oder Familiensituation.
Eine repräsentative Auswertung des DeZIM-Instituts mit mehreren Befragungen zwischen 2024 und 2025 zeigte, dass Auswanderungs-Erwägungen unter Eingewanderten (34 Prozent) doppelt so häufig vorkommen wie bei Deutschen ohne Migrationsgeschichte (17 Prozent). Insgesamt gaben 21 Prozent der Befragten an, so einen Schritt erwogen zu haben. Nur zwei Prozent gaben an, konkrete Pläne zu haben, Deutschland in den nächsten zwölf Monaten zu verlassen.
Eine repräsentative IAB- Studie zeigte 2025, dass rund ein Viertel der 50.000 befragten Zuwanderer in Deutschland im vergangenen Jahr über eine Ausreise nachgedacht hat (26,1 Prozent), darunter viele Fachkräfte.
Personen mit Migrationshintergrund können sich etwas häufiger vorstellen, in ein anderes Land umzuziehen (16,4 Prozent) als Personen ohne Migrationshintergrund (14,5 Prozent). Dies zeigte das Integrationsmonitoring des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) von 2024.
Eine Befragung des Nationalen Rassismusmonitors ( Nadira ) 2024 fand heraus, dass etwa jede*r vierte Befragte mit Migrationshintergrund in Deutschland – angesichts des Erstarkens der AfD – "hypothetische Gedanken" zu einer Auswanderung hatte. Zwischen zwei und 19 Prozent (je nach Herkunftsregion) hatten "tatsächliche Pläne".
Gründe für eine Abwanderung
Warum Ausländerinnen und Ausländer auswandern, kann verschiedene Gründe haben. Häufig sind sie beruflich, doch auch Familie im Herkunftsland oder Unzufriedenheit mit der Situation in Deutschland kann eine Rolle spielen.
Laut einer Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung unter 400, oft hochqualifizierten, abgewanderten Ausländer*innen aus dem Jahr 2025 waren die Hauptgründe die fehlende Willkommenskultur und Unzufriedenheit mit dem Sozialleben in Deutschland. Erst an zweiter Stelle standen berufliche Überlegungen. Die Befragten nannten den Aufbau eines Freundeskreises mit deutschsprachigen Personen (41,1 Prozent) mit Abstand als die größte Herausforderung, außerdem die Wohnungssuche sowie die Integration von Kindern in der Schule oder Kita. Anlässe zur Abwanderung gaben insbesondere Jobangebote (22,6 Prozent) sowie familiäre Gründe (20,7 Prozent).
In einer repräsentativen IAB- Studie zeigten 2025 zwei Drittel der befragten Migrantinnen und Migranten keine Abwanderungsabsichten. Abwanderungsüberlegungen waren besonders verbreitet unter Höherqualifizierten und Besserverdienenden sowie Beschäftigten in Engpassberufen. Mehrere Gründe wurden genannt:
Wenn Migrantinnen und Migranten tatsächlich auswanderten, waren dafür laut einer weiteren repräsentativen IAB- Studie von 2026 jedoch andere Gründe relevant, nämlich häufig familiäre Gründe, Bürokratie oder persönliche Vorlieben, aber auch Diskriminierung.
EU-Bürgerinnen, die Deutschland bereits verlassen haben, nannten als Hauptursachen für ihre Abwanderung die hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten sowie ein mangelndes Gefühl der Zugehörigkeit in Deutschland. Das zeigt 2026 eine nicht-repräsentative IAW- Studie im Auftrag der EU-Gleichbehandlungsstelle. Auch Diskriminierung und Arbeitslosigkeit spielten eine Rolle.
Wie viele Flüchtlinge verlassen Deutschland wieder?
Personen aus Asylherkunftsländern wandern deutlich seltener aus als andere Migrantinnen und Migranten. Laut Wanderungsstatistik gab es 2025 rund 9.900 Fortzüge von Ausländern in Asylländer . Laut einer Antwort der Bundesregierung (basierend auf der Wanderungsstatistik) reisten zwischen 2010 und 2020 jährlich etwa 15.000 Personen aus Asylherkunftsländern aus, während im Schnitt mehr als zehnmal so viele nach Deutschland zuzogen. Im Jahr 2025 gab es außerdem rund 84.800 Fortzüge in die Ukraine, darunter viele Geflüchtete.
Auch Befragungen weisen darauf hin, dass Geflüchtete seltener die Absicht haben, Deutschland zu verlassen: Eine repräsentative IAB- Studie zeigte 2025, dass Geflüchtete nur halb so oft Auswanderungsabsichten haben (16,5 Prozent) wie Migranten, die zum Arbeiten nach Deutschland gekommen sind (29,5 Prozent). Gleichzeitig geben Geflüchtete häufiger Erfahrungen mit Diskriminierung als Gründe für Abwanderungspläne an. Weitere Gründe: Die Unzufriedenheit mit der "politischen Situation in Deutschland", persönliche Motive, eine zu hohe Steuerlast oder die Suche nach einem besseren Job.
Im Rahmen einer großen Befragungsstudie mehrerer Forschungsinstitute unter Flüchtlingen aus der Ukraine gaben zuletzt mehr als die Hälfte der ukrainischen Geflüchteten an, längerfristig in Deutschland bleiben zu wollen.