Wo wird islamische Theologie gelehrt?
In Deutschland wird an zwölf Hochschulstandorten Islamische Theologie bzw. Islamische Religionspädagogik gelehrt, es gibt etwa 40 Professuren (Stand: 2025). An diesen Standorten werden unter anderem Lehrer*innen für den islamischen Religionsunterricht ausgebildet, aber auch Sozialarbeiter*innen und Theolog*innen für die Arbeit in Moscheen und islamischen Organisationen.
Ab Juli 2026 gibt es in Münster die erste eigenständige Islamisch-Theologische Fakultät . An anderen Hochschulen ist die Islamische Theologie meist als Zentrum oder Institut organisiert oder an allgemeinen theologischen Fakultäten angesiedelt. Die Fakultät in Münster kann künftig selbst etwa Promotions- und Habilitationsverfahren betreuen.
Einige Standorte für Islamische Theologie arbeiten mit Beiräten zusammen, in denen Vetreter von islamischen Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft sitzen.
Wer studiert islamische Theologie?
Laut einer Erhebung der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) (2017-2019) waren rund 2.500 Studierende in Bachelor- und Master- sowie in Lehramts-Studiengängen zu Islamischer Theologie bzw. Islamischer Religionspädagogik eingeschrieben. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor. In einer nicht-repräsentativen Befragung waren fast 80 Prozent der Studierenden weiblich.
Eine Befragung der AIWG unter Absolvent*innen des Studienfachs Islamische Theologie zeigte: Nur wenige kommen im Vergleich zu anderen Studierenden aus einer akademischen Familie. Bei islamischer Theologie sind es 15 Prozent, durchschnittlich hingegen 54,4 Prozent. Das Ergebnis bestätigte frühere Erhebungen , die zeigen, dass die Studienfächer der Islamischen Theologie junge Menschen anziehen, die an Universitäten bislang unterrepräsentiert sind.
Unter den Absolvent*innen fühlen sich 89 Prozent dem Islam zugehörig, jedoch nur rund 20 Prozent einer bestimmten Gemeinde. Nach Abschluss des Studiums gingen rund 44 Prozent der Absolvent*innen in den pädagogischen Bereich, rund 26 Prozent in die Soziale Arbeit und etwa 15 Prozent in die Wissenschaft. Nur rund 13 Prozent sind in der Gemeindearbeit und rund sieben Prozent in der Seelsorge tätig.