Wie viele Menschen könnten sich einbürgern lassen?

Von den Menschen, die Kriterien für eine Einbürgerung erfüllen, lässt sich nur ein kleiner Teil tatsächlich einbürgern. Die Einbürgerungsquote in Deutschland ist im internationalen Vergleich niedrig.

Wer die Kriterien für eine Einbürgerung erfüllt, ist statistisch nur schwer zu erfassen. Das Statistische Bundesamt ging bislang davon aus, dass ausländische Staatsbürger*innen, die seit mindestens zehn Jahren in Deutschland leben, eingebürgert werden könnten.

Ende 2025 waren das laut Ausländerzentralregister (AZR) rund 6,5 Millionen Menschen Statistisches Bundesamt (2026), Statistischer Bericht - Ausländische Bevölkerung 2025 Tabelle 12521-07 LINK . Im selben Jahr wurden rund 332.500 Personen eingebürgert. Das "ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial" lag daher bei rund 5,3 Prozent Ausgeschöpfte Einbürgerungspotential (aEP) von Personen, die seit mindestens 10 Jahre in Deutschland leben . Statistisches Bundesamt (2026) Einbürgerungen 2025 nach Bundesländern, Tabelle 12511-18 LINK

Wie das Einwanderungspotenzial ausgeschöpft wird, variiert je nach Bundesland: Das Schlusslicht bildete 2025 Hessen mit nur 3,3 Prozent, vorne lag Thüringen mit 11,3 Prozent. Das Potenzial ist damit in allen Bundesländern nicht ausgeschöpft. Statistisches Bundesamt (2026) Einbürgerungen 2025 nach Bundesländern, Tabelle 12511-18 LINK

Einem Forschungsbericht der Robert-Bosch-Stiftung zufolge hängen die Quoten oft mit der Zusammensetzung der nicht-deutschen Bevölkerung in den Bundesländern zusammen. Fallstudien würden zudem zeigen, dass Maßnahmen in bestimmten Kommunen – insbesondere Einbürgerungskampagnen – messbare Effekte haben. Robert Bosch Stiftung (2021): " Forschungsbericht - neue Erkenntnisse: Neubürger:innen in Stadt und Land: Wie kommt es zu den großen Unterschieden bei den kommunalen Einbürgerungsquoten?"; Statistisches Bundesamt (2021): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Einbürgerungen 2020, S. 15