Eindeutige Statistiken zur Arbeitslosigkeit von Menschen mit Migrationshintergrundgibt es nicht, da sie nicht gesondert in der Arbeitslosenstatistik erfasst werden. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sie häufiger arbeitslos sind.
Das zeigt etwa die Hochrechnung des Mikrozensus, einer repräsentativen jährlichen Haushaltsbefragung. Dort geben Menschen mit Migrationshintergrund etwa doppelt so oft an, erwerbslos zu sein wie Deutsche ohne Migrationshintergrund. Das bedeutet, dass sie keiner bezahlten Arbeit nachgehen – unabhängig davon, ob sie bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitslos gemeldet sind oder nicht. 2025 lagen die Erwerbslosenquoten dem Mikrozensus zufolge:
- bei Deutschen ohne Migrationshintergrund bei 2,6 Prozent (rund 786.000 Erwerbslose)
- bei Personen mit Migrationshintergrund bei 6,6 Prozent (rund 902.000 Erwerbslose)
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und bei Ausländer*innen bei 8,6 Prozent (rund 597.000 Erwerbslose).
Hinweise bieten außerdem die Arbeitslosenquoten. Für die Arbeitslosenquotenwird gezählt, wer bei der Bundesagentur für Arbeit als „arbeitslos” gemeldet ist. Menschen mit Migrationshintergrund werden in der Arbeitslosenstatistik nicht getrennt erfasst. Erfasst werden aber ausländische Staatsbürger*innen in Deutschland (sie machen etwa die Hälfte aller Menschen mit Migrationshintergrund aus). Ende 2025 lagen die Arbeitslosenquoten:
- bei der Bevölkerung insgesamt bei 7,3 Prozent
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bei Ausländer*innen bei 14,5 Prozent.
Auch in anderen OECD-Ländern sind Eingewanderte häufiger arbeitslos. Im internationalen Durchschnitt lag im Jahr 2024 die Arbeitslosenquote von Menschen, die nicht im Land geboren waren, um 1,7 Prozentpunkte höher (9,6 Prozent) als bei Einheimischen (7,9 Prozent). Allerdings ist dieser Unterschied in den letzten Jahren kleiner geworden.
Erwerbslosigkeit und Arbeitslosigkeit – was ist der Unterschied?
Um die Integration in den Arbeitsmarkt zu messen, gibt es zwei wichtige Statistiken: die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit und die Erwerbstätigenstatistik des Statistischen Bundesamtes. Sie werden unterschiedlich erhoben. Je nach Sachverhalt muss man sich für eine Statistik entscheiden.
Arbeitslosenstatistik: Die Bundesagentur für Arbeit zählt, wer sich bei ihr als arbeitslos gemeldet hat. Die Arbeitslosenstatistik wird monatlich aktualisiert, bietet allerdings nur Zahlen zu deutschen und ausländischen Arbeitslosen, nicht zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
Erwerbslosenstatistik: Das Statistische Bundesamt erhebt in der Befragung zum Mikrozensus Erwerbslose. Gezählt wird, wer gar keiner bezahlten Tätigkeit nachgeht. Schon ab einer Stunde bezahlter Tätigkeit pro Woche zählt eine Person als erwerbstätig. Die Erwerbslosenstatistik wird einmal pro Jahr aktualisiert und bietet Zahlen zu deutschen und ausländischen Staatsbürger*innen sowie der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
Wichtige Quellen:
> Aktuelle Arbeitslosenquoten von ausländischen Staatsbürger*innen und Geflüchteten finden Sie im Zuwanderungsmonitor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
> Aktuelle Zahlen zu Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt finden Sie in unserer Rubrik „Wie viele Flüchtlinge haben Arbeit? Wie viele nicht?”