Wie viele Menschen mit Migrationshintergrund sind arbeitslos?

Menschen mit Migrationshintergrund sind häufiger erwerbslos als Personen, die nicht aus Einwandererfamilien kommen.

Eindeutige Statistiken zur Arbeitslosigkeit von Menschen mit MigrationshintergrundWer die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt oder mindestens einen Elternteil hat, bei dem das der Fall ist, hat einen „Migrationshintergrund”. Quelle: Statistisches Bundesamt (2022): Mikrozensusgibt es nicht, da sie nicht gesondert in der Arbeitslosenstatistik erfasst werden. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sie häufiger arbeitslos sind.

Das zeigt etwa die Hochrechnung des Mikrozensus, einer repräsentativen jährlichen Haushaltsbefragung. Dort geben Menschen mit Migrationshintergrund etwa doppelt so oft an, erwerbslos zu sein wie Deutsche ohne Migrationshintergrund. Das bedeutet, dass sie keiner bezahlten Arbeit nachgehen – unabhängig davon, ob sie bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitslos gemeldet sind oder nicht. 2025 lagen die Erwerbslosenquotender Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen dem Mikrozensus zufolge:

  • bei Deutschen ohne Migrationshintergrund bei 2,6 Prozent (rund 786.000 Erwerbslose)
  • bei Personen mit Migrationshintergrund bei 6,6 Prozent (rund 902.000 Erwerbslose)
  • und bei Ausländer*innen bei 8,6 Prozent (rund 597.000 Erwerbslose).Statistisches Bundesamt (2026): Statistischer Bericht – Mikrozensus – Bevölkerung nach Migrationshintergrund – Erstergebnisse 2025, Tabelle 12211-38 und eigene Berechnung, Link

Hinweise bieten außerdem die ArbeitslosenquotenAnteil der gemeldeten Arbeitslosen an der Summe aus gemeldeten Beschäftigten und gemeldeten Arbeitslosen. Hinweis zur Berechnung: Bei Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft fehlen einige Daten zur Berechnung der Arbeitslosenquote. Die Quoten werden deshalb „mit eingeschränkter Bezugsgröße” berechnet. Aufgrund dieser Berechnung fallen sie bei der Nachkommastelle immer etwas höher aus und müssen mit den Arbeitslosenquoten im Rahmen der Migrationsberichterstattung verglichen werden (die ebenfalls immer etwas höher liegt als die „gängige” Arbeitslosenquote) (vgl. BA-Methodenbericht, März 2016, Seite 8). Für die ArbeitslosenquotenEs werden Menschen gezählt, die schon einmal beschäftigt waren, aktuell aber arbeitslos sind. Bei Erwerbslosenquoten wird gezählt, wer vom Alter her in Frage kommt, aber in der Mikrozensus-Befragung angibt, erwerbslos zu sein.wird gezählt, wer bei der Bundesagentur für Arbeit als „arbeitslos” gemeldet ist. Menschen mit Migrationshintergrund werden in der Arbeitslosenstatistik nicht getrennt erfasst. Erfasst werden aber ausländische Staatsbürger*innen in Deutschland (sie machen etwa die Hälfte aller Menschen mit Migrationshintergrund aus). Ende 2025 lagen die Arbeitslosenquoten:

  • bei der Bevölkerung insgesamt bei 7,3 Prozent
  • bei Ausländer*innen bei 14,5 Prozent.Zahlen für Dezember 2025, Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung: Zuwanderungsmonitor Februar 2026, Seite 5

Auch in anderen OECD-Ländern sind Eingewanderte häufiger arbeitslos. Im internationalen Durchschnitt lag im Jahr 2024 die Arbeitslosenquote von Menschen, die nicht im Land geboren waren, um 1,7 Prozentpunkte höher (9,6 Prozent) als bei Einheimischen (7,9 Prozent). Allerdings ist dieser Unterschied in den letzten Jahren kleiner geworden.OECD (2025): „Migration Outlook 2025”, Seite 62

Erwerbslosigkeit und Arbeitslosigkeit – was ist der Unterschied? 
Um die Integration in den Arbeitsmarkt zu messen, gibt es zwei wichtige Statistiken: die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit und die Erwerbstätigenstatistik des Statistischen Bundesamtes. Sie werden unterschiedlich erhoben. Je nach Sachverhalt muss man sich für eine Statistik entscheiden.

Arbeitslosenstatistik: Die Bundesagentur für Arbeit zählt, wer sich bei ihr als arbeitslos gemeldet hat. Die Arbeitslosenstatistik wird monatlich aktualisiert, bietet allerdings nur Zahlen zu deutschen und ausländischen Arbeitslosen, nicht zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

Erwerbslosenstatistik: Das Statistische Bundesamt erhebt in der Befragung zum Mikrozensus Erwerbslose. Gezählt wird, wer gar keiner bezahlten Tätigkeit nachgeht. Schon ab einer Stunde bezahlter Tätigkeit pro Woche zählt eine Person als erwerbstätig. Die Erwerbslosenstatistik wird einmal pro Jahr aktualisiert und bietet Zahlen zu deutschen und ausländischen Staatsbürger*innen sowie der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.Agentur für Gleichstellung im ESF (2017): „Begriffserläuterung: Beschäftigte und Erwerbstätige”, Link

Wichtige Quellen:
> Aktuelle Arbeitslosenquoten von ausländischen Staatsbürger*innen und Geflüchteten finden Sie im Zuwanderungsmonitor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
> Aktuelle Zahlen zu Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt finden Sie in unserer Rubrik „Wie viele Flüchtlinge haben Arbeit? Wie viele nicht?”