Bundesländer im Vergleich

Integration findet vor Ort statt – auch wenn viele Fragen dazu auf Bundesebene diskutiert werden. Wie der Alltag von Menschen aussieht, hängt stark davon ab, wie ihn Städte und Kommunen gestalten. Doch auch die Bundesländer haben viel Spielraum, wenn es um Fragen von Bildung und Teilhabe geht.

Wo leben die meisten Menschen mit Migrationshintergrund?

Laut Mikrozensus 2016 lebt die überwiegende Mehrheit aller Menschen mit Migrationshintergrund (93,6 Prozent) in den alten Bundesländern und Berlin.QuelleStatistisches Bundesamt: Ergebnisse des Mikrozensus 2016, Fachserie 1 Reihe 2.2, S. 43

Das Bundesland, in dem mit Abstand die meisten "Migrationshintergründler" leben, ist demnach Nordrhein-Westfalen mit 4,9 Millionen Menschen. Den zweiten Platz belegt Baden-Württemberg mit 3,3 Millionen. Setzt man die Zahl in Relation zur Größe der Landesbevölkerung, liegt Bremen vorn: Hier machen Menschen aus Einwandererfamilien 30,5 Prozent der Bevölkerung aus. Zum Vergleich: Im gesamten Bundesgebiet haben 22,5 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. In allen neuen Bundesländern zusammen wohnen dagegen nur 802.000 "Migrationshintergründler", das entspricht etwa 6 Prozent der dortigen Bevölkerung.

Anzahl der Personen mit Migrationshintergrund in den Bundesländern

Baden Württemberg: 3,3 Millionen
Bayern: 3 Millionen
Berlin: 991.000
Brandenburg: 162.000
Bremen: 205.000
Hamburg: 538.000
Hessen: 1,9 Millionen
Mecklenburg-Vorpommern: 102.000
Niedersachsen: 1,6 Millionen
Nordrhein-Westfalen: 4,9 Millionen
Rheinland-Pfalz: 920.000
Saarland: 199.000
Sachsen: 267.000
Sachsen-Anhalt: 140.000
Schleswig-Holstein: 414.000
Thüringen: 131.000

QuelleStatistisches Bundesamt: Ergebnisse des Mikrozensus 2016, Fachserie 1 Reihe 2.2, S. 36ff.

Integration messbar machen: Das Monitoring der Länder

Zwischen 2008 und 2012 einigten sich die Integrationsminister der Länder erstmals auf eine Liste von 40 Indikatoren, die als Maßstab für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gelten. Die Indikatoren sind in neun Bereiche aufgeteilt: allgemeine Informationen- Bevölkerung
- Zu- und Fortzüge
- Volljährige Deutsche mit Migrationshintergrund
- Wahlberechtigte Deutsche mit Migrationshintergrund
- Lebensformen
wie Wanderungszahlen und Alter, rechtliche Aspekte- Ausländer nach Aufenthaltsstatus
- Einbürgerungsquote
wie die Einbürgerung, Sprachkenntnisse- Bestandene Sprachprüfung zum Integrationskurs und Frühförderung- Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen
- Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren
- Kinder im Alter von drei und unter sechs Jahren in Kindertageseinrichtungen
- Betreuungsquote von Kindern im Alter von drei bis unter sechs Jahren
- Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache in Kindertageseinrichtungen
, Bildung- Schülerinnen und Schüler in der 8. Klasse nach Schulformen
- Schulabgängerinnen und Schulabgänger nach erreichten Abschlüssen
- Höchster allgemeinbildender Schulabschluss
- Studienerfolgsquote
- Ausbildungsbeteiligungsquote
- Auszubildende nach Ausbildungsbereichen
- Höchster beruflicher Abschluss
, Wohn-- Eigentümerquote
- Wohnfläche je Familienmitglied
und Arbeitssituation- Erwerbstätigenquote
- Erwerbsquote
- Stellung im Beruf
- Geringfügige Beschäftigung
- Erwerbslosenquote
- Arbeitslosenquote
- Armutsrisikoquote
- Quelle des überwiegenden Lebensunterhaltes
- Bezieherinnen und Bezieher von Leistungen nach dem SGB II
, Gesundheit- Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung, Kriminalität- Tatverdächtige
- Verurteilte
und Teilhabe am öffentlichen Leben- Erwerbstätige im öffentlichen Dienst nach Migrationshintergrund
- Abgeordnete in Landesparlamenten nach Migrationshintergrund
.

Im März 2015 veröffentlichte die IntegrationsministerkonferenzKonferenz der für Integration zuständigen Ministerinnen und Minister / Senatorinnen und Senatoren der Länder (IntMK) den dritten Bericht zum Stand der Integration in den verschiedenen Bundesländern. Der zweite war 2013 erschienen. Die Berichte vergleichen die Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die in Deutschland wohnen. In einzelnen Fällen verweisen die Berichte auch auf Unterschiede zwischen Ausländern und Deutschen mit Migrationshintergrund. Schlussfolgerungen und Ursachenanalysen für die Ergebnisse liefern die Indikatorenberichte leider nicht. Da die Auswertung sehr aufwendig ist, stammen die Daten im neuesten Integrationsmonitoring von 2013.

Wie schneiden die Länder ab?

Dem Integrationsbericht zufolge gibt es keine eindeutigen Gewinner oder Verlierer. Die Daten zu Menschen mit Migrationshintergrund sind in den Bundesländern in vielen Bereichen ähnlich:

  • In allen Bundesländern sind rund ein Viertel unter 18 Jahren alt (23,9 bis 28,2 Prozent).Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 15
  • Ein Drittel lebt in einer Paargemeinschaft mit Kindern (25,9 bis 35,4 Prozent).Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 23
  • Im Durchschnitt besitzt ein Zehntel keinen Schulabschluss – fünf Prozentpunkte mehr als bei Deutschen ohne Migrationshintergrund.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 47
  • Dafür verfügt mehr als ein Viertel über eine Hochschulreife – ebenso viele wie unter Deutschen ohne Migrationshintergrund (22,3 Prozent in Niedersachsen bis 43 Prozent in Thüringen).Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 49
  • In allen Bundesländern gibt es etwa zehn Prozent mehr Arbeitslose unter Menschen mit Migrationshintergrund als unter solchen ohne. Besonders stark ist die Differenz in Thüringen, wo etwa neun Prozent der Einwohner ohne Migrationshintergrund arbeitslos sind, dagegen 22,4 Prozent derjenigen mit Migrationshintergrund. Somit ist auch das Armutsrisiko bei Einwandererfamilien mehr als zweimal so hoch wie bei Familien ohne Migrationshintergrund.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seiten 71 und 73
  • Beruflich ist die Mehrheit der Menschen mit Migrationshintergrund als Arbeiter oder Selbstständiger tätig.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 63

Trotz dieser Überschneidungen stellte das Integrationsmonitoring einige wesentliche Unterschiede fest.

Unterschiede im Bildungssystem

Ein Blick auf die Bildungsergebnisse zeigt: Die besten Ergebnisse bei den Sprachprüfungen wurden von Zuwanderern mit einer Erfolgsquote von 64 Prozent in Sachsen erzielt. Hier ist auch der Anteil der Gymnasiasten aus Einwandererfamilien besonders hoch – sogar höher als bei Deutschen ohne Migrationshintergrund. In Sachsen und Sachsen-Anhalt ist auch der Anteil von Menschen mit Hochschulreife unter den "Migrationshintergründlern" doppelt so hoch wie bei den Menschen ohne Migrationshintergrund. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind aber auch die Bundesländer mit den meisten Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seiten 45-51

Bei der Frühförderung liegen die neuen Bundesländer weiter hinten. Trotz eines flächendeckenden Kita-Angebots besuchen hier nur 72 Prozent der Kinder aus Einwandererfamilien eine Tageseinrichtung – im Vergleich: in Rheinland-Pfalz sind es 96 Prozent.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 37

Anteil der Bevölkerung mit Hochschulreife:

Quelle: 3. Integrationsmonitoring der Länder (2015)

Integration auf dem Arbeitsmarkt

In den wirtschaftlich stärkeren Bundesländern ist die Zahl der erwerbstätigen Menschen aus Einwandererfamilien erheblich höher, als in den wirtschaftlich schwächeren. Zum anderen ist hier der Abstand bei der Erwerbstätigenquote deutlich geringer. In den neuen Bundesländern liegt sie bei Menschen mit Migrationshintergrund um 15-20 Prozent niedriger als bei den "ErwerbspersonenErwerbstätige und Arbeitslose zusammengezählt" ohne Migrationshintergrund. In Bayern dagegen beträgt die Differenz lediglich acht Prozent.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 59

Ein weiterer Unterschied betrifft die Art der Beschäftigung: In den traditionellen Einwanderungsregionen im Westen sind Menschen mit Migrationshintergrund überwiegend als Arbeitnehmer tätig. In den neuen Bundesländern hat dagegen die Zahl der Selbstständigen deutlich zugenommen. In den neuen Bundesländern gibt es fast zweimal so viele Selbstständige mit Migrationshintergrund als ohne.Quelle Integrationsmonitoring der Länder, Seite 65

Unterschiede in alten und neuen Bundesländern

Zwischen den neuen und den alten Bundesländern gibt es einige signifikante Unterschiede. Sie betreffen vor allem rechtliche Fragen von Integration.

  • Während in "Westdeutschland" nur 15-20 Prozent der Ausländer keinen langfristigen Aufenthaltsstatus hat, steigt diese Zahl im Osten über die 40 Prozent-Marke.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 25
  • In den neuen Bundesländern findet man auch den geringsten Anteil an Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund: Lediglich 1,7 Prozent der Wähler stammen hier aus Einwandererfamilien, während der bundesweite Durchschnitt bei neun Prozent liegt. Ein Grund dafür könnte die Tatsache sein, dass die durchschnittliche Aufenthaltszeit der Menschen mit Migrationshintergrund im Osten deutlich kürzer ist als im Westen.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 21
  • In den neuen Bundesländern ist der Anteil an Erwerbslosen unter den Menschen mit Migrationshintergrund außerdem zweimal so hoch wie im Rest der Republik.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 69

Fortschritte bei der Integration

Das Integrationsmonitoring der Länder weist auch auf überraschende Entwicklungen in der Bevölkerung hin. Zwischen 2011 und 2013 ist die Wanderungsbilanz in allen Bundesländern deutlich gestiegen. Vor allem in den neuen Bundesländern ist die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund der Asylsuchenden gewachsen: In Brandenburg, Sachsen und Thüringen hat sich diese in zwei Jahren fast verdoppelt, in Sachsen-Anhalt sogar fast verdreifacht.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 17

Das Monitoring zeigt zudem: Fast überall in der Bundesrepublik steigt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Hochschulreife haben. Der Anstieg war in den letzten Jahren vor allem in den östlichen Bundesländern spürbar: plus zehn Prozent in Sachsen-Anhalt, plus fünf Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Ebenfalls gestiegen ist auch der Anteil der Menschen aus Einwandererfamilien, die einen Hochschulabschluss haben: In den neuen Bundesländern hat sich dieser Anteil etwa vervierfacht. Auch die Studienerfolgsquote bei ausländischen Studenten nahm im Osten zu: plus 25 Prozent in Sachsen-Anhalt, in Thüringen sogar 35 Prozent.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seiten 49-57

Parallel dazu ging die Zahl der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund bundesweit um rund ein Prozent zurück. Vor allem sank die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen (minus 4,2 Prozent) und Berlin (minus 3,5 Prozent). So ging auch die Zahl der Leistungsbezieher mit Migrationshintergrund überall zurück: In Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Thüringen sank die Zahl der Hartz IV-Empfänger um rund vier Prozent.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seiten 70-74

Trotz dieser positiven Entwicklungen stieg der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, der von Armut bedroht ist: In Brandenburg und Bremen stieg die sogenannte Armutsrisiko-Quote um rund sechs Prozent.Quelle3. Integrationsmonitoring der Länder, Seite 75

Politische Beteiligung

Ein Blick auf den Anteil von Drittstaatenangehörigen in den Bundesländern zeigt: In den alten Bundesländern sind fast überall zwischen sieben und acht Prozent der volljährigen Bürger von allen Wahlen und Bürgerentscheiden ausgeschlossen, wie eine Recherche des Mediendienstes zeigt.

Detailliertere Angaben zur politischen Beteiligung von Migranten und ihren Nachfahren finden sich in einer aktuellen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. In puncto aktive Partizipation schneiden die Bundesländer sehr unterschiedlich ab: Während die RepräsentationsquoteEine Quote von 100 Prozent wäre dann erreicht, wenn der Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund ihrem Anteil an der Bevölkerung im jeweiligen Bundesland entsprechen würde. der Landtagsabgeordneten mit Migrationshintergrund in den Stadtstaaten zwischen rund 42 (Berlin) und 30 Prozent (Hamburg) liegt, ist diese besonders in Bayern (2,9) und im Saarland (0) auffällig niedrig.

Länderbericht: Nordrhein-Westfalen

Eigener Länderbericht in Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland, das im März 2013 einen eigenen Bericht nach den Indikatoren der Integrationsministerkonferenz veröffentlichte. Der Bericht beschäftigt sich mit der Verteilung der Menschen mit Migrationshintergrund im Bundesland sowie ihrer Altersstruktur und Arbeitssituation, ihrem Aufenthaltsstatus und Bildungsniveau bis 2011. Einen besonderen Schwerpunkt legt der Bericht auf das Thema "Neue Zuwanderungsgruppen aus Ost- und Ostmitteleuropa".

Zuwanderung und Bevölkerung in NRW

Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit der höchsten Einwohnerzahl mit Migrationshintergrund: 4,1 Millionen Menschen, etwa 23 Prozent der gesamten Bevölkerung. Nachdem einige Jahre lang mehr Menschen fort- als zuzogen, hat sich seit 2010 in NRW (wie in der gesamten Bundesrepublik) der Trend umgekehrt. Der Wanderungsgewinn betrug im Jahr 2011 rund 52.600 Menschen. Dabei ging aber die Zahl der Einbürgerungen deutlich zurück: Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich diese auf etwa 30.000 halbiert. QuelleKommentierte Zuwanderungs- und Integrationsstatistik Nordrhein-Westfalen, Seite 8

Wie verändert Einwanderung die Gesellschaft?

Die Bevökerung in NRW verändert sich dramatisch: Schon heute haben fast 40 Prozent der nordrhein-westfälischen Kinder unter sechs Jahren einen Migrationshintergrund. Zwischen 2000 und 2011 sind 630.000 Personen eingewandert, was etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Die neue Zuwanderung ist jung und weiblich: Mehr als die Hälfte der Neuzuwanderer sind Frauen. 40 Prozent sind jünger als 30. So trägt die neue Zuwanderung deutlich zur Milderung des demographischen Wandels bei.

46 Prozent der Einwohner mit Migrationshintergrund haben in NRW keinen beruflichen Bildungsabschluss. Dafür haben viele Neuzuwanderer ein hohes Bildungsniveau. Mehr als 40 Prozent der neu Zugewanderten haben demnach eine Fach- oder Hochschulreife. Damit sind sie im Durchschnitt besser ausgebildet als die Deutschen ohne Migrationshintergrund. QuelleKommentierte Zuwanderungs- und Integrationsstatistik Nordrhein-Westfalen, Seiten 10-18

Neue Einwanderergruppen aus Ost- und Ostmitteleuropa

Die Freizügigkeit innerhalb der EU hat die Verhältnisse zwischen den verschiedenen Zuwanderungsgruppen in NRW deutlich verändert. Besonders stark stieg die Zahl der polnischen, rumänischen und bulgarischen Zuwanderer. Nach Angaben des Integrationsmonitoring sind mehr als 40 Prozent von ihnen jünger als 30 Jahre. Mehr als die Hälfte der Neuzuwanderer aus Osteuropa ist weiblich. Viele Neuzuwanderer haben ein hohes Bildungsniveau. Trotzdem liegt die Quote der Erwerbslosen unter ihnen bei 15 Prozent. Fast ein Fünftel der Neuzuwanderer aus Osteuropa übt eine geringfügige Beschäftigung aus. QuelleKommentierte Zuwanderungs- und Integrationsstatistik Nordrhein-Westfalen, Seiten 19-26

Länderbericht: Hessen

Der Hessische Integrationsmonitor

2013 wurde der zweite Hessische Integrationsmonitor veröffentlicht. Daraus geht hervor:

  • Jeder vierte Hesse (1,54 Millionen Menschen) hatte 2011 einen Migrationshintergrund. Davon waren 862.000 deutsche Staatsangehörige.
  • Unter den Flächenländern zieht Hessen im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Zuwanderer an: 2012 kamen 75 Prozent von ihnen aus EU-Staaten, vor allem Polen, Rumänien und Bulgarien.
  • Hessen verdankt sein (moderates) Bevölkerungswachstum auschließlich der Zuwanderung.

Bildung: höhere Betreuungs- und Abiturquoten

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund im Bildungsbereich hat dem hessischen Integrationsmonitoring zufolge in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt. Demnach zeigt sich:

  • 90 Prozent der 3- bis unter 6-Jährigen mit Migrationshintergrund besuchten 2013 eine Kindertageseinrichtungwie Kindergärten, -tagesstätten oder -krippen.QuelleIntegrationsmonitoring Hessen 2013, S. 58.
  • 18 Prozent aller Schüler mit Migrationshintergrund erlangten 2012 das Abitur – im Vorjahr waren es noch 13 Prozent. Der Anteil der Hauptschulabsolventen aus Einwandererfamilien ging im selben Zeitraum zurück: von 32 auf 28 Prozent.QuelleIntegrationsmonitoring Hessen 2013, S. 65.
  • Knapp 30 Prozent aller Neuzuwandererhier definiert als Personen, die sich seit maximal fünf Jahren in Hessen aufhalten bringen einen Uni-Abschluss mit. Das sind über zehn Prozentpunkte mehr als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.QuelleIntegrationsmonitoring Hessen 2013, S. 43.

Arbeitsmarkt: Immer mehr Beschäftigte mit Migrationshintergrund

Auch die Integration auf dem Arbeitsmarkt hat sich in Hessen demnach positiv entwickelt. Für das Jahr 2011 zeigt der Integrationsmonitor:

  • 65 Prozent aller Erwerbsfähigen mit Migrationshintergrund hatten eine Arbeit. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2005.QuelleIntegrationsmonitoring Hessen 2013, Seite 80.
  • Die Arbeitslosenquote von Ausländern lag bei 15 Prozent und ist damit seit 2006 um sieben Prozentpunkte gesunken.QuelleIntegrationsmonitoring Hessen 2013, Seite 88.
  • Dennoch waren 27 Prozent aller Menschen mit Migrationshintergrund von Armut gefährdet. Unter Menschen ohne Migrationshintergrund lag dieser Anteil bei elf Prozent.QuelleIntegrationsmonitoring Hessen 2013, Seite 184.